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Feuerwehr feiert ihr Gründungsmitglied

LAMBRECHTSHAGEN Feuerwehr feiert ihr Gründungsmitglied

Die Brandbekämpfer von Lambrechtshagen statteten Kurt Krüger einen Besuch ab. Zu seinem 90. Geburtstag kamen sie mit Fahrzeugen, mit denen er einst selbst zu den Einsätzen eilte.

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Kurt und Gerda Krüger (beide 90) wurden mit einem alten Garant K30 zum Empfang im Gemeindezentrum gefahren. Fotos (3): Jens Barkhorn

Lambrechtshagen. Kurt Krüger aus Sievershagen feierte gestern seinen 90. Geburtstag. Den beging der rüstige Rentner nicht allein. Denn auch die Freiwillige Feuerwehr Lambrechtshagen ließ sich eine kleine Feier nicht entgehen. Sie organisierte für ihr Gründungsmitglied eine Überraschungsparty.

„Mit so etwas habe ich nicht gerechnet“, sagt Kurt Krüger begeistert. Doch er habe schon daran geglaubt, dass die Kameraden an ihn denken würden. Allerdings war er über den Zeitpunkt verwundert: „Ich war schon etwas enttäuscht, als mittags noch keiner da war.“

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Kurt Krüger kann stolz darauf sein, was aus seiner Feuerwehr geworden ist.“Heino Kalkschies, Landesbrandmeister

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Erst um Fünf waren die ersten Feuerwehrleute bei ihm zu Hause, um ihn mit einem alten Gerätewagen, einem Garant K30, abzuholen. „Ich habe zuerst einen Schreck bekommen, aber dann war die Rührung so groß, dass ein paar Tränen kamen“, sagt Krüger bewegt. Eine ganze Kolonne setzt sich in Bewegung. Neben dem K30 fährt auch ein von einem Traktor gezogener Schlauchanhänger zur Wohnung nach Sievershagen. Diese beiden Fahrzeuge waren prägend für Krügers Anfangsjahre in der Feuerwehr.

Bei der Feuerwehrstation in Lambrechtshagen gab es schließlich den Empfang für den 90-Jährigen. Neben den Brandbekämpfern des Amtes Warnow-West kam auch Landesbrandmeister Heino Kalkschies nach Lambrechtshagen. „Du kannst stolz sein, was aus dieser Feuerwehr geworden ist“, gab der Landesfeuerwehrchef Kurt Krüger mit auf den Weg.

Krüger ist ein Mann der ersten Stunde bei der Feuerwehr in Lambrechtshagen. Er hat sie 1953 mitgegründet und kann sich noch gut an die Anfänge erinnern: „Zunächst waren wir die Feuerwehr der Maschinen-Ausleih-Station in Fahrenholz. Wir wurden dann 1953 nach Sievershagen versetzt.“ Die Beorderung in die damals noch eigenständige Gemeinde gilt als Geburtsstunde der Freiwilligen Feuerwehr.

„Mit neun Mann hatten wir damals angefangen, aber zum Glück hatten wir nur wenig Brände“, sagt Krüger. Am liebsten blickt er auf das Jahr 1963 zurück: „Da bekamen wir unseren ersten Einsatzwagen, somit waren wir am besten ausgestattet in der Region.“ Vorher musste ein Löschanhänger für die Brandbekämpfung reichen. Dieser wurde zunächst von drei Leuten gezogen, ehe ein Traktor aushalf.

Bis zur Wende war Krüger aktives Mitglied in der Feuerwehr Lambrechtshagen. „Mein Mann hat viel Zeit da verbracht“, sagt Ehefrau Gerda. Aber sie nimmt es ihm nicht übel. „Ich hatte immer große Unterstützung von meiner Familie“, bestätigt Kurt Krüger.

Die Überraschung gestern hatte Gemeindewehrführer Mathias Kuhz eingefädelt. „Man braucht einem 90-Jährigen keinen Präsentkorb zu überreichen“, so Kuhz über den Beweggrund. Er habe viel von Krüger gelernt: „Er ist einer meiner Lehrmeister. Er kannte mich schon, als ich noch ganz klein war.“ Für den Coup brauchte Kuhz aber noch Unterstützung: „Den Enkel hatten wir mit eingeweiht. Wir mussten ja auch wissen, was die Familie vorhat.“ Die Idee mit den alten Fahrzeugen sei von Kuhz‘ Ehefrau gekommen.

Kurt Krüger jedenfalls war angenehm überrascht von dem Empfang im Gemeindezentrum. Er blickt heute mit Zufriedenheit auf seine Feuerwehr Lambrechtshagen. Vor allem von der Technik, die nun in Lambrechtshagen zur Verfügung steht, ist er begeistert: „Das ist moderner als früher.“ Der Kontrast wird vor der Halle deutlich: Unweit des alten Garant K30 stehen die neuen Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr.

60 Jahre Feuerwehr
Die Verlegung der Feuerwehr von der MAS Fahrenholz nach Sievershagen 1953 gilt als Gründung der Feuerwehr in der Doppelgemeinde Lambrechtshagen/Sievershagen. Ältere Bürger berichten jedoch, dass es bereits zuvor eine Feuerwehr in der Gemeinde gegeben habe. Die sei auch in den Rostocker Bombennächten von 1942 zu Einsätzen ausgerückt. Belegt ist das aber nicht. Als sicher gilt, dass Sievershagen ab 1881 einen Spritzenverband hatte, dem auch Lambrechtshagen angehörte. Im Juni feierte die Feuerwehr ihr 60-jähriges Bestehen.

 

Jens Barkhorn

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