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Firmen locken Azubis mit Heimfahrten und Brause

Schmarl Firmen locken Azubis mit Heimfahrten und Brause

Vielfalt, soziale und finanzielle Hilfen sollen auch für Ausländer gute Gründe bieten, in Rostock zu lernen.

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Von Küchenchef Kai Prestin (38) will Azubi Bogdan Pruteanu (19) im Steigenberger Hotel Sonne viel lernen.

Schmarl. Azubis des Steigenberger-Hotels Sonne haben es gut: Sie werden nach dem kürzlich angehobenen Tarif bezahlt, können ihre Dienstkleidung kostenlos reinigen lassen, werden täglich mit einem Drei-Gänge-Menü verpflegt. „Kaffee, Tee, Wasser, Brause — alles kostenlos für unsere Azubis“, sagt Ulrike Thamm, Personalleiterin des Hotels. Ein Beispiel von vielen, wie Arbeitgeber in und um Rostock junge Menschen für Lehrstellen gewinnen wollen.

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Von Küchenchef Kai Prestin (38) will Azubi Bogdan Pruteanu (19) im Steigenberger Hotel Sonne viel lernen.

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In den letzten vier Jahren ist die Zahl der unbesetzten Lehrstellen um mehr als 25 Prozent gestiegen. „Waren es im Juli 2009 noch 642, so sind es dieses Jahr 867“, sagt Thomas Drenckow von der Arbeitsagentur. Die Zahl der unversorgten Bewerber wiederum liege derzeit bei 651 in Rostock und Umland.

Als Hintergrund für die Zahlen wird unter anderem der demografische Wandel herangezogen. „Um auf den Geburtenknick zu reagieren, schaffen wir besondere Anreize für potenzielle Bewerber“, sagt Personalerin Thamm. Unterstützt werden die Azubis auch bei Wettbewerben. Aus den Azubis des Hotels ging dieses Jahr die Mecklenburger Weinprinzessin hervor.

Zudem gibt es eine ausländische Zentralstelle der Arbeitsagentur, die als Ansprechpartner für ausländische Azubis in allen Lebenslagen fungiert. Daher hat es auch Bogdan Pruteanu aus Rumänien zur Ausbildung zum Koch ins Hotel gezogen. „Ich habe viel gesehen. Aber das Haus hat Stil. Mir gefällt die Eleganz und die Vielfalt an Einsatzmöglichkeiten“, sagt der 19-jährige. „Ich lerne hier alles, vom Kartoffelschälen bis zur Crème Brûlée.“

Das Steigenberger Hotel wird seit Jahren von der IHK zum Top- Ausbildungsbetrieb gekürt — genau wie die Rostocker Straßenbahn AG (RSAG). Die übernimmt einmal im Monat die Kosten für die Heimfahrt.

Außerdem steht sie im zweiten Kooperationsjahr mit einer Servicestelle, die Azubis bei der Wohnungssuche unterstützt und soziale Unterstützung anbietet. Diese wird die Fahrbetrieb-Auszubildende Simone Neitzel bald kontaktieren: „Ich brauche schnell einen Augenarzttermin für meinen Busführerschein.“

Außerdem finden regelmäßig Gesprächsrunden mit der Personalleitung statt. „Toll, dass wir Azubis schon beinahe als gleichwertige Mitarbeiter behandelt werden“, schwärmt die angehende Bürokauffrau Rike Salow.

Jobfactory: 170 Ausbildungsbetriebe werden auf der größten Berufsorientierungsmesse MVs, der Jobfactory, am 18. September mit Tricks und guten Ratschlägen in der Hansemesse aufwarten. Auf 6000 Quadratmetern dreht sich alles um Handwerk, Industrie und Bildung.

 

Karolin Hebben

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