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Flüchtlinge fordern eigene Wohnung

Rostock Flüchtlinge fordern eigene Wohnung

Viele leben seit zwei Jahren in Heimen auf engstem Raum – ohne Arbeit und Perspektive.

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Bei einer Demonstration in der Innenstadt machten am Freitag mehr als 40 Flüchtlinge auf ihr Problem aufmerksam.

Quelle: Ove Arscholl

Rostock. Die neunjährige Horami teilt sich mit drei Geschwistern ein Zimmer. Ihre Hausaufgaben macht sie auf dem Fußboden – einen Schreibtisch hat sie nicht. Seit drei Jahren ist ihre siebenköpfige Familie nun schon in einem der Wohnheime in Rostock untergebracht. Gern würden sie in eine eigene Wohnung ziehen, berichtet Horamis Vater. Doch auf dem Wohnungsmarkt bekommen sie einfach keine Chance.

DCX-Bild

Viele leben seit zwei Jahren in Heimen auf engstem Raum – ohne Arbeit und Perspektive.

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„So wie der Familie von Horami geht es vielen Flüchtlingen in Rostock“, sagt eine Lehrerin für Integrationskurse. Während ihrer Arbeit hat sie von den Schwierigkeiten mitbekommen und unterstützt die Schutzsuchenden nun. „Auch die jungen Männer brauchen ein Perspektive. Sie wollen arbeiten“, sagt die blonde Frau. Das Problem: „Die meisten haben eine Aufenthaltsgenehmigung für drei Jahre. Wenn sie eine Wohnung haben wollen, wird jedoch von ihnen eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis gefordert.“

Selbst die Rostocker Wohnungsgenossenschaften lehnten die Flüchtlinge ab. „Da heißt es dann plötzlich, sie sollen nachweisen, dass sie das höchste Sprachniveau beherrschen. Aber bei den Bedingungen in den Heimen fällt es den Menschen unheimlich schwer zu lernen. Manche können dort nicht einmal schlafen“, sagt die Lehrerin. Sie selbst habe 14 Tage gebraucht, eine neue Wohnung zu finden. Viele Flüchtlinge in den Heimen warten darauf seit zwei Jahren. „Weil sie keine Perspektive haben, sind sie frustriert und demotiviert.“

Am Freitag sind nun mehr als 40 Flüchtlinge durch die Rostocker Innenstadt gezogen, um auf ihr Problem aufmerksam zu machen. „Zwei Jahre Heim, das ist schwer“, skandierten sie bei ihrer Demonstration vom Konrad-Adenauer-Platz bis zum Doberaner Platz. Auf ihren Schildern standen Sätze wie: „Isolieren Sie uns nicht in Asylheimen, wir wollen Integration.“ Oder: „Wir haben kein Geld für einen Makler.“

Wornowski André

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