Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / 0 ° Schneeschauer

Navigation:
Frau verliert 70 000 Euro

Stadtmitte Frau verliert 70 000 Euro

Betrüger geben sich als Polizisten aus / 75-Jährige übergibt Wertsachen

Voriger Artikel
OZ-TV Donnerstag: Aprilwetter verzögert Erdbeer-Ernte
Nächster Artikel
Pitchlab: Grüne Energie, Inline-Hockey und Backpacking

Stundenlang hielten die Verbrecher eine 75-jährige Rostockerin nachts am Telefon fest (nachgestellte Szene).

Quelle: Foto: Thomas Mandt

Stadtmitte. Schock für eine 75 Jahre alte Rostockerin: Weil sie unbekannten Anrufern glaubte, die sich als Polizisten ausgaben, ist sie in der Nacht zu Donnerstag um mehr als 70000 Euro betrogen worden. Nach einem mehrstündigen Telefonat hat die Rentnerin ihre Wertsachen einem Unbekannten übergeben, teilt die Polizei mit. Es ist die wahrscheinlich höchste Summe, die jemals auf diese Weise in der Hansestadt erbeutet worden ist. Auch in anderen Fällen versuchten die Täter in dieser Woche, Rostockern Geld abzunehmen. Ein Trend, der sich verschärft.

 

OZ-Bild

Solche hohen Summen sind nicht mehr ungewöhnlich. Die Täter versuchen, das Maximum rauszuholen. Michael Schuldt Landeskriminalamt

Quelle:

Zahl der Fälle explodiert

Landesweit ist die Zahl der versuchten „Enkeltrickstraftaten“ im vergangenen Jahr explodiert: 432 Fälle registrierte die Polizei – 64 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Zwar sank gleichzeitig die Zahl der vollendeten Straftaten von 48 auf 36. Doch wenn die Trickbetrüger „Erfolg“ haben, erbeuten sie immer mehr Geld: zuletzt durchschnittlich rund 10000 Euro pro Fall. „Die Täter versuchen, das Maximum dessen rauszuholen, was möglich ist“, sagt Michael Schuldt, Sprecher des Landeskriminalamtes.

Anruf kurz vor Mitternacht

Bei der 75-jährigen Rostockerin klingelte gegen 23.45 Uhr das Telefon, schildert die Polizei den Fall. Die Seniorin schlief bereits. Als sie den Hörer abnimmt, stellt sich ein „Herr Fischer“ von der Rostocker Polizei vor. Er spricht mit vermutlich bayrischem Dialekt und gibt vor, hinter einer ausländischen Diebesbande her zu sein. Zwei Täter habe er bereits gefasst.

Bei einer Durchsuchung sei eine Liste mit Namen alleinstehender älterer Damen aufgetaucht – und die Rostockerin stehe hier ganz oben. Es sei daher notwendig, dass die Telefonverbindung gehalten werde und die Frau sich alle 15 bis 20 Minuten melde. Im Laufe der Gespräche befragt der Anrufer die Rentnerin zu ihren Wertsachen. Dabei lässt der Betrüger durchblicken, dass er Kontakt zur zuständigen Sparkassenmitarbeiterin habe, deren Namen er auch nennt.

Ein weiterer angeblicher Polizist ruft die Rostockerin dann gegen 3 Uhr an. Er fordert sie auf, sämtliche Wertsachen aus Sicherheitsgründen einzupacken und einem dritten Beamten an der Haustür zur vorläufigen Verwahrung zu übergeben. Dieser Anweisung folgt die Seniorin. Ein etwa 20 Jahre alter Mann nimmt die Sachen im Wert von mehr als 70000 Euro entgegen. Er hat dunkle Haare und ein auffällig glattes, blasses Gesicht.

Danach teilen die angeblichen Polizisten der Frau am Telefon mit, dass sie in der nächsten Stunde abgeholt und zur Dienststelle gebracht werde. Als gegen Morgen noch immer keiner erscheint, informiert die Rentnerin die Polizei.

Appell der Polizei

Die Beamten betonen, stets kritisch zu sein, sobald es Anfragen zu Bargeld, Schmuck oder Wertgegenständen gibt. Besonders Anrufern und Fremden gegenüber sei ein gesundes Misstrauen angebracht. Und gibt sich jemand als Polizist aus, könne dies stets bei den Dienststellen überprüft werden. „Wenn mir etwas verdächtig vorkommt, kann ich auch den Polizeinotruf 110 wählen“, sagt LKA- Sprecher Schuldt. Ein echter Polizist werde das mit Wohlwollen zur Kenntnis nehmen. „Ein Trickbetrüger wird dagegen flüchten.“ Auch können aufmerksame Bürger, wie Nachbarn, Angehörige, Bankmitarbeiter oder Taxifahrer, helfen, Betrugshandlungen zu verhindern. In Einzelfällen habe dies sogar schon zur Festnahme von Tätern geführt.

André Wornowski

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Rostock
Maher Fakhouri (l.), Vorsteher der islamischen Gemeinde in Rostock, spricht vor dem Freitagsgebet zur Gemeinde. Die Muslime in Rostock wehren sich gegen Hetze und Beobachtung.

Der Islamische Bund in Rostock fühlt sich vom Land zu Unrecht in die Nähe von Extremisten gerückt und wehrt sich gegen die Beobachtung. Auch an der AfD üben die Gläubigen Kritik: Die würde mit Nazi-Methoden Hetze betreiben.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Rostock

Vor 25 Jahren wütete vor dem Sonnenblumenhaus der Mob. Vier Tage lang flogen Steine und Brandsätze gegen Flüchtlinge, Vietnamesen und Polizeibeamte. Die Anwohner applaudierten. Der Ausnahmezustand überforderte alle – Politik, Polizei und auch die Presse.

Hier finden Sie eine Multimedia-Reportage zum Thema. mehr

Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

OZ-Bild
OZ-Forum zum Teepott: Verkauf des Grundstücks spaltet Warnemünder

Niemand im Teepott zweifelte an, dass Warnemündes wertvollstes Denkmal saniert und als Müther-Bau erhalten werden muss.