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Rostock Rostock erforscht Technik für die Tiefsee
Mecklenburg Rostock Rostock erforscht Technik für die Tiefsee
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18:37 08.11.2018
Am Meeresgrund vor Nienhagen sollen die Entwicklungen des neuen Ocean Technology Centers in Rostock getestet werde. Quelle: Ocean Technology Center / Fraunhofer IGD
Rostock

Es ist das Zukunftsprojekt für Wirtschaft und Wissenschaft in Rostock – und seit Donnerstagabend ist es beschlossene Sache: Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat „grünes Licht“ für den Bau des so genannten Ocean Technology Centers (OTC) in der Hansestadt gegeben. Der Fraunhofer-Forschungsverbund, die Universität Rostock und private Unternehmen wollen im Fischereihafen und vor dem Ostseebad Nienhagen gemeinsam neue Technologien für den Einsatz im Meer erforschen. Die Einrichtung – sie ist weltweit einmalig.

Zukunft in der Tiefsee

Nahrung für die wachsende Weltbevölkerung, Rohstoffe für die Industrie, neue Medikamente aus Algen und schier unerschöpfliche Energiequellen: Die Zukunft der Menschheit liegt nach Ansicht vieler Experten im Meer. Auch die Fraunhofer-Gesellschaft hat das Potenzial für sich entdeckt: „Deutschland ist in einer herausragenden Position, im Zukunftsmarkt der ökologischen und wirtschaftlichen Nutzung der Meere führend zu sein“, sagt Prof. Dr.-Ing. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, der größten Forschungsorganisation für anwendungsorientierte Forschung in Europa. Unter dem Titel „Smart Ocean“ will Fraunhofer in den kommenden Jahren mit mehr als 100 Forschern maritime Technologien erforschen – im Hamburger Hafen, primär aber in Rostock.

Am Fischereihafen soll dafür ein eigenes Forschungs- und Entwicklungszentrum entstehen. 13 Fraunhofer-Institute sowie die Uni wollen hier ihre Kompetenzen bündeln. Auch Unternehmen aus der maritimen Wirtschaft sollen in das Ocean Technology Center einziehen. Gemeinsam sollen Geräte – autonome U-Boote oder auch Roboter – entwickelt werden, die zum Beispiel Windkraft-Anlagen im Meer selbstständig warten. Aber auch neue System für Beseitigung von Müll und Munition, für den Anbau von Nahrungsmitteln in Meer oder Aquakulturen sollen erdacht, gebaut und getestet werden. Vor Nienhagen soll dann unter realen Bedingungen getestet werden.

Bau kostet 40 Millionen Euro

Allein der Bau des OTC soll um die 40 Millionen Euro kosten – für Labore und Büros, Werkstätten und Test-Anlagen. Den Großteil der Kosten trägt die Bundesregierung: Der Bundestag hat am Donnerstagabend 24 Millionen Euro für das OTC gebilligt. Weitere knapp 20 Millionen Euro kommen vom Land MV. „Wir stehen zu dem Projekt, haben unsere Beteiligung fest zugesagt“, so Finanzminister Mathias Brodkorb (SPD).

Dass der Traum von einem weltweit einmaligen Forschungscenter wahr wird – in Rostock ist die Begeisterung darüber riesig: „Ich freue mich sehr, dass das gesamte Land MV von diesem innovativen Projekt profitieren wird. Rostock kann zum ,Silicon Valley der Tiefsee’ werden – ein weltweit führender Technologie-Standort“, sagt Eckhardt Rehberg, Chef der CDU-Landesgruppe MV im Bundestag und finanzpolitischer Sprecher der Unionsfraktion. „Das ist ein Quantensprung für Rostock. Neues Wissen bringt auch neue Jobs“, so Daniel Peters, Chef der Rostocker CDU. „Wir freuen uns wahnsinnig über die Unterstützung des Bundes. Jetzt können die konkreten Planungen beginnen“, so Fraunhofer-Sprecherin Daniela Welling.

Rathaus hofft auf neue Jobs

Auch das Rathaus ist begeistert: „Wir sind in der maritimen Wirtschaft mit unseren Werften schon jetzt Technologie-Führer. Nun haben wir ein zusätzliches Pfund in einem wesentlichen Zukunftsbereich für die Menschheit. Davon werden bestehende und neue Unternehmen profitieren“, sagt Oberbürgermeister Roland Methling (UFR). „Die Zusage des Bundes zum Ocean Technology Center ist ein riesiger Erfolg für Rostock und für alle beteiligten Partner. Maritimes Knowhow und maritime Technik bieten großes Zukunftspotential für Arbeitsplätze und Wertschöpfung. Mit dem OTC bekommt Rostock nun die tolle Chance, ein weltweit führender Standort für innovative Unterwassertechnologien zu werden. Als Kommune werden wir alles daran setzen, unsere Vision vom OTC jetzt zügig Wirklichkeit werden zu lassen“, so Vize-OB Chris Müller-von Wrycz Rekowski (SPD). Und Christian Weiß, Chef des städtischen Wirtschaftsförderers Rostock Business, sagt: „Im OTC bringen wir Wirtschaft und Wissenschaft zusammen. Diese Einrichtung wird viele weitere Ansiedlungen nach sich ziehen – und viele weitere Jobs.“ Die Hansestadt plant bereits, im Umfeld des OTC neue Gewerbeflächen auszuweisen. Für Hightech-Unternehmen.

Andreas Meyer

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