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Frischer Wind fegt durchs Schulmuseum

GÖLDENITZ Frischer Wind fegt durchs Schulmuseum

Der neue Leiter in Göldenitz stellt sein Konzept für das Haus vor. Nun muss der Landkreis nur noch mehr Geld geben.

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Stephan Kasimirschak vor dem Modell des Landschulmuseums, das nun moderner werden soll.

Quelle: Michael Schißler

Göldenitz. Mehr zum Mitmachen, mehr zum Hören, mehr zum Sehen. Das soll es demnächst im Landschulmuseum Göldenitz geben, wenn es nach Stephan Kasimirschaks (33) Wünschen geht — und vor allem, wenn der Landkreis mehr Geld bereitstellt. Seit Anfang des Monats ist der neue Museumsleiter dabei, ein Konzept zu entwickeln, in dem aufgelistet ist, was in dem Museum moderner und ansprechender werden soll.

Dieses Konzept wollte Kasimirschak am Donnerstag eigentlich dem Kulturausschuss des Kreistags vorstellen. „Aber der Termin ist leider wegen einer Erkrankung abgesagt worden“, sagte der neue Museumschef gestern. Damit war der Einstieg in seinen neuen Job für den Rostocker dann wohl etwas enttäuschend. „Aber es ist ja ein weiteres Treffen geplant.“

Nun werden sich die Kreispolitiker eben später anhören, dass „die Präsentation mehr auf selbstständiges Lernen ausgerichtet werden soll“. Kasimirschak hat davon recht konkrete Vorstellungen: „Im jetzigen Arbeitszimmer des Lehrers wird ein Bildschirm aufgestellt, auf denen dann Filme zu sehen sind. Außerdem wird es Tondokumente zu hören geben, die noch meine Vorgängerin Karin Johannsen gesammelt hat. Sie müssen allerdings noch digitalisiert werden.“ Geboten werden den Besuchern dann Erfahrungsberichte von Senioren aus deren Schulzeit.

Einen Schwerpunkt will der neue Chef des Landschulmuseums auch darauf setzen, dass es zu Interaktionen kommt. „Die Großeltern können ihren Enkeln etwas erklären, zum Beispiel die Schiefertafel, und die Enkel können berichten, wie es heute in der Schule zugeht“, sagt Kasimirschak. „Die Klassiker sind natürlich die Schiefertafel und der Griffel“, beides hätten sie schon, „aber den Bereich werden wir jetzt ausbauen.“ Zudem soll der alte Dorfschullehrer einen Blickfang bieten. „Ich denke dabei an eine Art Puzzle“, sagt Kasimirschak, „das zeigen soll, dass der Dorflehrer früher nicht nur Lehrer, sondern auch Vater, Ehemann und Landwirt war.“ Das passt ganz gut, schließlich gehen die Gäste vor allem durch die Privaträume des Paukers. Die Besucher sollen aber auch einen Eindruck von den Arbeitsbedingungen des Mannes bekommen. „Wir wollen ein Band im Schulzimmer laufen lassen, von dem die Schulglocke zu hören ist — und das Getrappel von Holzschuhen, wie sie die Kinder damals trugen“, sagt Stephan Kasimirschak.

Handfeste Hilfe, so plant er, soll es für die Lehrer geben: „Wir machen ihnen, wenn sie mit ihren Klassen kommen, Angebote für Kinder, denen das Lernen schwerfällt oder die behindert sind.“ Die Möglichkeiten dazu seien im Außenbereich des auch als Freilichtmuseum attraktiven Geländes vorhanden.

Die Hilfe des Kreises, dem das Museum gehört, ist notwendig, weil der Betreiber, der Verein auf der Tenne in Dummerstorf, mit den bis jetzt gezahlten 50 000 Euro im Jahr nach Kasimirschaks Bekunden nicht auskommt.

Kooperation zu Ostern
Die Museen in Göldenitz in der Gemeinde Dummerstorf — das Landschulmuseum und das Miniland — werden am Ostersonnabend, 30. März, in der Zeit von 10 bis 16.30 Uhr ihren Gästen ein buntes Programm anbieten und damit ihre bisherige Zusammenarbeit fortsetzen. Unter dem Titel „Göldenitzer Glockenfest“ wird dabei Olaf Sandkuhl mit seinem Konzertglockenspiel vertreten sein. Im Landschulmuseum sollen historische Schulstunden stattfinden, und während des gesamten Tages gibt es dort Bastelmöglichkeiten. Das Miniland wartet unter anderem mit einer Buchlesung mit Günther

Hagemann auf.

Michael Schißler

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