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Rostock Führungswechsel bei Rostocker Elektrotechnik-Firma SEAR
Mecklenburg Rostock Führungswechsel bei Rostocker Elektrotechnik-Firma SEAR
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19:10 30.11.2018
Michael Schmidt (v. l.), Mayk Wiese, Thomas Lambusch und Heiko Seefeldt bilden die Geschäftsführung der SEAR GmbH in Rostock. Quelle: Ove Arscholl
Rostock

Umbruch bei Rostocks Elektrotechnik-Unternehmen SEAR: Geschäftsführer Thomas Lambusch plant zum Jahr 2020 seinen Rückzug. Auch als Präsident der Arbeitgebervereinigung Nordmetall und der Vereinigung der Unternehmensverbände MV will der 65-Jährige aufhören, um mehr Zeit für seine Familie mit fünf Töchtern und fünf Enkelkindern zu haben. „Meine Frau ist auch schon im Ruhestand seit vier Jahren. Mit dann 67 Jahren hat man es wohl auch verdient, aufzuhören und für Jüngere Platz zu machen“, sagt Lambusch.

Gleichzeitig baut SEAR seine Firmen-Gruppe um und entwickelt ein zweites Standbein. „Es ist kein großes Geheimnis, dass sich die Energiewende irgendwann einmal dem Ende zuneigen wird, zumindest in Deutschland und in den EU-Ländern“, sagt der scheidende Geschäftsführer. Und wenn das Energienetz einmal auf dem neuesten Stand sei, dann passiere dort 15 bis 20 Jahre nicht mehr viel. „Deshalb müssen wir uns schon beizeiten nach anderen Geschäftsmöglichkeiten strecken“, so Lambusch.

Wachstum durch Digitalisierung

Die SEAR setzt nun stärker auf die Bereiche Automatisierung und Industrie-Software. Zum Jahreswechsel erhöht das Unternehmen seine Anteile an der Marine- und Automatisierungstechnik Rostock GmbH (MAR) auf 100 Prozent. „Damit decken wir auch das große Thema Digitalisierung ab, das in Zukunft ein Wachstumsgeschäft bei uns wird. Da sind wir sehr zuversichtlich“, sagt Lambusch.

Der gebürtige Schwabe und sein Geschäftsführer-Kollege Mayk Wiese haben die SEAR 2006 aus der Interschalt-Gruppe der Deutschen Seereederei herausgekauft. Lambusch war damals im oberen Management der Siemens AG tätig und Wiese arbeitete als Finanzvorstand bei Interschalt. Für beide ergab sich damit die Chance auf mehr Unabhängigkeit. „Sie können Finanzvorstand sein oder zum oberen Management bei Siemens gehören, aber Sie sind im Grunde genommen immer noch ein Angestellter“, sagt Wiese. Bei der SEAR konnten die beiden die Geschicke des Unternehmens nun selbst in die Hand nehmen. Mit Erfolg.

Große Breite an Dienstleistungen

Die Rostocker sind einer der Schlüsselspieler auf dem Markt des Energie-Transportes und der Energie-Verteilung. Bei der elektrotechnischen Installation von Umspannwerken für die Hochspannungs- und Gleichstromübertragung sieht sich SEAR sogar als Marktführer. „Die riesigen Trafos, die zum Beispiel am Schutower Kreuz zu sehen sind, die kommen von Siemens, von Generel Electric oder ABB, aber irgendjemand muss die ganze Technik zusammenbauen. Und das machen wir. Sowohl an Land als auch auf dem Wasser“, sagt Wiese.

Stets habe sich die SEAR den neuen Marktbedingungen angepasst. „Wir haben vor zehn, zwölf Jahren Elektroinstallationen von Kohlekraftwerken gemacht. Wir haben uns dem kernkrafttechnischen Rückbau gewidmet und sind in der regenerativen Energie unterwegs. Zudem haben wir uns rechtzeitig von der Solarenergie verabschiedet“, blickt Lambusch zurück. Er betont: „Es gibt nicht viele Mitbewerber, die eine solche Breite an Dienstleistungen haben wie wir.“

Gerade erst vermeldete die SEAR weitere Millionen-Aufträge. Unter anderem baut das Unternehmen für Siemens und Grid Solutions SAS Konverteranlagen in Belgien und Frankreich. Das Auftragsvolumen liegt bei 18 Millionen Euro. Aber auch in der Region ist das Unternehmen aktiv: In Bentwisch erweitert die SEAR zum Beispiel im Auftrag von Siemens das Umspannwerk, um die Versorgung des Rostocker Stromnetzes zu sichern.

Vom Azubi zum Geschäftsführer

Um nun für die Zukunft gewappnet zu sein, hat die SEAR im September ihre Geschäftsführung erweitert: Michael Schmidt (Technik) und Heiko Seefeldt (Vertrieb) sind neu hinzugekommen. Wenn Lambusch nun in zwei Jahren ausscheidet, wird Wiese alleiniger Vorsitzender.

Mit Schmidt setzt das Unternehmen dabei auf ein Eigengewächs: 1991 hatte der gebürtige Rostocker seine Ausbildung als Energie-Elektroniker begonnen. „Von 400 Azubis wurden drei übernommen. Einer war ich“, erinnert sich der 44-Jährige. Er habe schon immer weiter gedacht als der eine oder andere Monteur.

Mit 24 Jahren übernahm Schmidt die erste Baustelle mit rund 50 Mitarbeitern. „Ich bin dann relativ schnell Projektleiter geworden.“ Neben der Arbeit studierte er Betriebswirtschaft. Im Zwei-Jahres-Rhythmus sei es dann immer weitergegangen: Abteilungsleiter, Bereichsleiter, Mitgesellschafter, Hauptgeschäftsführer der polnischen Tochterfirma SEAR Polska und schließlich Aufnahme in die Geschäftsführung der Gruppe.

Oft werde Schmidt gefragt, wie er das gemacht habe. Doch er habe nie ein Ziel verfolgt. „Ich habe mich immer den neuen Herausforderungen gestellt, die mir angeboten wurden.“

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