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Fünf Eimer Blut für das Leben anderer

Südstadt Fünf Eimer Blut für das Leben anderer

Der Dierkower Eberhard Lange spendet zum 100. Mal. Die Zahl der Spenden in Stadt und Region nimmt weiter ab.

Südstadt. Das Personal vom Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) kennt Eberhard Lange ziemlich gut. Seit 30 Jahren geht der 70-Jährige schon zur Blutspende. Im Institut an der Robert-Koch-Straße war jetzt sein 100. Mal, das entspricht 50 Litern Blut. „Ich halte es für meine Pflicht, jedes Jahr zu gehen“, sagt Lange. Zwölf Mal pro Jahr darf er maximal. „Es tut nicht weh und hilft der Allgemeinheit“, sagt er.

„In Rostock begrüßen wir demnächst sechs Bürger, die auch mindestens 100 Mal gespendet haben“, freut sich Regina Dams vom DRK. Doch die Zahl der Spender geht deutschlandweit zurück. Schuld daran sei auch der demografische Wandel: Ältere Spender scheiden aus, junge Menschen spenden weniger. Deswegen hat das DRK das erlaubte Spendenhöchstalter von 68 auf 72 Jahre angehoben. In Rostock gaben 2011 noch 4,4 Prozent der spendenfähigen Bürger ab 18 Jahre Blut, ein Jahr darauf nur noch 4,1 Prozent. Auch die Zahl der Erstspender geht immer weiter zurück: „Waren es vor zwei Jahren noch 794, konnten wir 2012 nur noch 628 neue Freiwillige gewinnen“, sagt Silke Hufen vom DRK-Institut für Transfusionsmedizin. Tendenz weiter sinkend.

Eberhard Lange wird weiter spenden. Nachdem seine Körpertemperatur und Blutdruck gemessen sind, zapft eine Schwester die kostbare Flüssigkeit ab. Anschließend wird das Blut auf seine Tauglichkeit getestet und im Labor in rote Blutzellen, Blutplasma- und Plättchen aufgespalten. So kann eine Spende bis zu drei Patienten helfen. Krebspatienten benötigen diese Präparate besonders, da die chemische Behandlung Knochenmark und Zellen der Erkrankten zerstört.

Gut 24 000 Blutkonzentrate pro Jahr verbrauchen die Südstadt- und Uniklinik Rostock zusammen für Patienten aus Stadt und Region   — etwa 66 pro Tag.

„Den Menschen aus Stadt und Region helfen“ ist auch, was Lange möchte. Nach seiner 100. Spende genießt er Leberwurstbrötchen und Kaffee. In zwei Monaten möchte er wiederkommen, „solange sie mich noch nehmen“. Außerdem, sagt er, bekomme er so alle zwei Monate einen kostenlosen Gesundheitscheck.

Gespendet werden kann dienstags und donnerstags von 12.30 bis 19 Uhr im DRK-Blutspendeinstitut, Robert-Koch-Straße 10. Zusätzlich freitags von 7.30 bis 13 Uhr und jeden ersten Samstag im Monat von 8 bis 12 Uhr sowie jeden letzten Sonntag im Quartal von 9.30 bis 13.30 Uhr.

Steffen Thimm

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