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Fußball-Legende Jimmy Hartwig kickt mit Dierkower Kindern

Dierkow Fußball-Legende Jimmy Hartwig kickt mit Dierkower Kindern

Der DFB-Botschafter für Integration besucht das Training an einer Grundschule.

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Ex-Fußballprofi Jimmy Hartwig (60) im Gespräch mit den Schülern der Grundschule „Ostseekinder“ in Dierkow.

Quelle: Fotos: Ove Arscholl

Dierkow. Nationalspieler, Deutscher Meister und Sieger im Europapokal der Landesmeister. Jimmy Hartwig ist eine Fußball-Legende. Doch in der Sporthalle der Grundschule „Ostseekinder“ in Dierkow kennt ihn keiner. „Könnt ihr auch nicht“, sagt Hartwig zu 20 Schülern. „Ich bin ja ein alter Knacker.“ Die Knirpse lachen. „Stimmt“, ruft einer. Dann zählt der 60-Jährige seine Erfolge auf. „Oh“, raunen die Kinder. „Und damit ihr mir das auch glauben könnt, habe ich euch eine Autogrammkarte mitgebracht.“ Auf der Rückseite stehe alles schwarz auf weiß. „Kann ja jeder viel erzählen“, sagt Hartwig.

Der frühere Spieler des Hamburger SV sorgte mit wilden Partys, finanzieller Pleite und gescheiterten Ehen für Aufsehen. Er wurde Theaterschauspieler, besiegte Gehirntumor, Prostata- und Hodenkrebs.

Heute ist Hartwig beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) Botschafter für Integration. Gestern hat er an der Dierkower Grundschule eine Trainingseinheit besucht, die von Landesfußballverband und FSV Nordost Rostock organisiert wurde. „Der FSV engagiert sich ungemein für Sport und Integration“, sagt Fußball-Stadttrainer Birger Lipp. Der Verein zähle 556 Mitglieder und biete mehrere Projekte an der Grundschule an.

„Wir wollen die Kinder für unseren Sport gewinnen, Beweglichkeit und geistige Fähigkeiten verbessern“, sagt FSV-Trainer Christian Demmin. Gleichzeitig würden Sprachbarrieren unter den Schülern abgebaut. Der Migrationsanteil sei an der Halbtagsschule hoch. „Viele kommen aus Osteuropa oder Asien“, sagt Demmin. Fremdenfeindlichkeit sei ihm hier aber noch nie begegnet. „Bei den Kindern spielt das keine Rolle.“

Jimmy Hartwig ist Sohn eines Afroamerikaners. Für den DFB reise er um die Welt, erzählt er den Acht- bis Zehnjährigen. Plötzlich fragt er: „Was ist das Wichtigste im Leben?“ „Fußball“, rufen viele. „Gesunde Ernährung“, einer. Hartwig antwortet: „Schule.“ Die Kinder halten das für Quatsch. „Doch. Ich sag‘s euch“, beteuert der Ex-Profi. „Was ihr hier oben im Kopf habt, kann euch keiner mehr nehmen.“

Hartwig witzelt mit den Kindern. „Gustav, alter Schwede“, sagt er und klatscht ab. Dann: „Kurz mal die Klappe halten.“ Er unterbricht das Training, imitiert den Laufstil eines Schülers. „Nicht so trampeln wie ein Elefant.“ Eher geschmeidig laufen. Die Kinder lachen. Hartwig kommt an. „Er ist lustig“, sagt Christian (8). Für Stars (9) „dallert“ er dagegen ein bisschen zu viel herum. Dennoch gefalle dem Schüler das Training. „Ist mal was anderes.“ Auch Hans-Joachim Grahl vom Landesfußballverband ist zufrieden: „Toll, dass sich Jimmy spontan ins Training einmischt. Er gibt gute Anregungen.“

 



André Wornowski

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Rostock
Ex-Fußballprofi Jimmy Hartwig im Gespräch mit den Schülern der Grundschule „Ostseekinder“ in Dierkow.

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