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Rostock Fußball-Fan gewinnt Kunstpreis
Mecklenburg Rostock Fußball-Fan gewinnt Kunstpreis
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16:01 12.02.2019
Zeigt stolz sein „Mädchen im Wind“: Philipp Sievers (16) schuf die Skulptur mit der Unterstützung von Holzgestalter Klaus-Dieter Meyer. Quelle: Julius Neumann
Reutershagenostock

Philipp Sievers zeigt auf die etwa einen Meter große und 25 Kilogramm schwere Holzskulptur in der Rostocker Kunsthalle. „Die gehört mir“, sagt der 16-Jährige voller stolz. Im Zuge eines Schulprojekts hat er das „Mädchen im Wind“ erschaffen und mit ihr einen überraschenden Erfolg gefeiert. Bei der Ausstellung ,,Schüler stellen aus“ in der Kunsthalle gewann er in der Kategorie Plastik. Insgesamt sind für die Schau 874 Arbeiten von 30 Schulen aus Rostock und dem Landkreis Rostock eingereicht worden. Die Ausstellung ist noch bis zum 17. Februar geöffnet.

,,Ich bin beeindruckt, was Schüler alles Kreatives schaffen können. Viele Sachen sehen sehr professionell aus“, sagt Sievers über die Ausstellung. Er selbst hat bisher kaum Interesse an Kunst gehabt. Lieber ist er in seiner Freizeit sportlich aktiv und spielt Fußball. Als er jedoch im Zuge des Kunstunterrichts an der freien Schule Rerik die Aufgabe bekam, sich eine geeignete Herausforderung zu suchen, beschloss er, ein Kunstprojekt zu verwirklichen.

Mit Hilfe des Holzgestalters und Galeristen Klaus-Dieter Meyer aus Kühlungsborn erschuf er die Skulptur ,,Mädchen im Wind“, nach dem Vorbild des gleichnamigen Werkes von Bildhauer Franz Rotter aus Cuxhaven. „Philipp wollte etwas Menschliches darstellen“, berichtet Meyer. Ihm habe das Thema ,betreutes Wohnen’ vorgeschwebt. „Er wollte zwei Herrschaften zeigen, die auf einer Bank sitzen.“ Doch das wäre zu anspruchsvoll gewesen, so der Künstler.

Bei einer Recherche im Internet seien sie dann auf die Skulptur von Rotter gestoßen. „Das passte thematisch und war umsetzbar“, so Meyer. Die Skulptur zeigt ein Mädchen, deren Jacke durch den Wind von hinten aufgepustet wird. „Wir sind ja hier an der Küste und da gibt’s immer viel Wind“, erklärt der Holzgestalter weiter.

Innerhalb von 14 Tagen verwandelte der Schüler einen Lindenholzblock in die Figur. Dazu schnitt Meyer das Holz zunächst mit einer Kettensäge grob vor. Anschließend arbeitete Philipp die feineren Konturen mit Hammer und Beitel heraus. Auch ein Elektro-Schleifer kam am Ende zum Einsatz. „Philipp kann gut mit der Technik umgehen“, sagt Meyer über den Schüler, den er als ruhig und ehrgeizig beschreibt.

Nach der Präsentation in der Schule war das Projekt für Philipp schon abgeschlossen. Doch seine Kunstlehrerin war so beeindruckt von dem Ergebnis, dass sie ihn dazu bewegte, an der Ausstellung teilzunehmen. Die Jury, die aus Lehrern der verschiedenen Schulen bestand, zeichnete das Kunstwerk schließlich in der Kategorie Plastik aus. ,,Ich habe mich sehr über den Preis gefreut und bin dankbar für die Unterstützung, die ich bei dem Projekt bekommen habe“, sagt der Jugendliche. Holzgestalter Meyer ist völlig überrascht, als er von dem Erfolg erfährt. „Er hat gewonnen? Das ist ja toll“, sagt der 63-Jährige.

Philipp hat sein Werk bereits mit nach Hause genommen, da das Holz der Figur langsam aufreißt. ,,Mein Vater will die Skulptur nach den Reparaturen in unseren Garten stellen“, sagt der Schüler. Ob er nun mit der Kunst weitermacht? ,,Fürs Erste nicht, aber ich werde die Holzfigur zuhause weiter intakt halten“, verspricht der Fußball-Fan.

Klasse Schau - Schüler stellen aus

Julius Neumann und André Wornowski

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