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Rostock Ganz einfach: Per Bus nach Dänemark
Mecklenburg Rostock Ganz einfach: Per Bus nach Dänemark
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00:01 13.12.2017
Wir haben ein tolles Angebot, das funktioniert.Jan Bleis Rostocker Straßenbahn AG
Stadtmitte

Da waren sich die Experten aus den Ländern rund um die Ostsee gestern nach dem Praxistest einig: Rein praktisch ist es kein Problem, mit dem öffentlichen Nahverkehr von Nykøbing in Dänemark bis in die Rostocker Innenstadt zu kommen. Nur seien die entsprechenden Angebote zu wenig bekannt, stellten die Teilnehmer fest. „Da gibt es noch Potenzial nach oben“, sagt Andrea Doliwa vom Verkehrsverbund Warnow (VVW). Zusammen mit Jan Bleis von der Rostocker Straßenbahn (RSAG) hofft sie, dass die Angebote mit europäischen Fördergeld bekannter gemacht werden.

EU-Projekt zur Verbesserung der Verkehre im Ostseeraum / Intercombi-Ticket bekannt machen

2,8 Millionen Euro von der EU

Insgesamt 19 Projektpartner aus Schweden, Polen, Litauen, Dänemark, Estland und Deutschland bekommen von der Europäischen Union im Projekt „Interconnect“ rund 2,8 Millionen Euro, um grenzüberschreitende Angebote im Personenverkehr zu verbessern. Allein für die Verbindung Rostock-Guldborgsund-Öresund stehen 780000 Euro zu Verfügung, die bis 2020 ausgegeben werden können, erläutert Andreas Schubert für die Hansestadt. Das Projekt hat jetzt in Rostock und der Partnergemeinde Guldborgsund mit der aktiven Arbeit begonnen.

Bereits seit 2011 bieten die RSAG, das dänische Verkehrsunternehmen Movia und die Fährreederei Scandlines das Intercombi-Ticket an, das von Rostock bis Nykøbing inklusive Ostsee-Überfahrt gilt. Rund 2000 Passagiere nutzen das pro Jahr, berichtet VVW-Geschäftsführerin Andrea Doliwa. Das sei schon ganz ordentlich, aber eben auch ausbaufähig. „Wir haben ein tolles Angebot das funktioniert“, sagt RSAG-Chef Jan Bleis. „Aber was nutzt es, wenn nicht mal unsere Touristiker das kennen.“ Das möchte er im nächsten Jahr ändern, möglichst mit Unterstützung durch das EU-Geld. Gesprächsrunden dazu seien in der Saisonvorbereitung 2018 bereits vereinbart. Nach sechs Jahren sollten die drei Partner auch noch einmal die Konditionen beim Intercombi-Ticket überarbeiten.

Anreise ohne Auto

Bisher nutzten mehr Deutsche als Dänen das Intercombi-Ticket, berichtet Andreas Schubert vom Amt für Stadtplanung. Das möchte Rostock gerade mit Blick auf den 800. Geburtstag ändern. Ziel, so Andreas Schubert, sei, möglichst viele Gäste aus Dänemark anzuziehen. Und die kommen dann möglichst ohne Auto über die Ostsee. „Wir haben uns in den letzten Jahren erfolgreich engagiert, dass die Regiopole Rostock stärker mit Skandinavien vernetzt wurde“, sagt Oberbürgermeister Roland Methling (UFR). „Nun wollen wir die guten Personenverkehrsverbindungen nutzen, dass so viele Gäste wie möglich zu den Feierlichkeiten anreisen – ohne Pkw.“

Unterstützung für Schulklassen

Mit dem EU-Geld sollen auch Schulklassen, Sportler oder Künstler unterstützt werden, wenn sie in Rostocks dänischer Partnergemeinde Guldborgsund zu tun haben und dafür den Personenverkehr nutzen möchten. „Wir hoffen, dass dänische Schulklassen auf dieses attraktive Angebot eingehen“, sagt Kathrin Wohlgemuth, Projektmanagerin im Büro des Oberbürgermeisters. Im Gegenzug könnten Schulklassen aus Rostock nach Zuschüssen aus Dänemark nachfragen.

Ein Ticket für alles

Am Intercombi-Ticket sind die Rostocker Straßenbahn AG und der Verkehrsverbund Warnow, die Fährreederei Scandlines und das dänische Verkehrsunternehmen Movia beteiligt. Das Ticket gilt für alle öffentlichen Verkehrsmittel in Rostock, die Überfahrt mit einer Scandlines-Fähre von Rostock nach Gedser, den Bus-Transfer von Gedser nach Nykøbing sowie alle öffentlichen Verkehrsmittel in Nykøbing (Tarifzone 230). Informationen über Preise gibt es unter www.intercombi-ticket.de.

Thomas Niebuhr

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