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Rostock Gaunerbanden treiben Unwesen in Einkaufszentren
Mecklenburg Rostock Gaunerbanden treiben Unwesen in Einkaufszentren
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08:33 06.05.2018
Dieser junge Mann sammelte am Mittwoch auf dem Parkplatz vor dem Rostocker Grönfingers-Gartenmarkt Spenden. Als er vom Geschäftsführer angesprochen wurde, ergriff er die Flucht. Quelle: Eckhard Heinemann
Rostock

Dieses Problem hängen Einzelhändler nicht gern an die große Glocke: Auf Parkplätzen von Einkaufszentren, vor größeren Supermärkten und gut besuchten Innenstadtgeschäften sind in Mecklenburg-Vorpommern kriminelle Banden unterwegs. Erst vor wenigen Tagen hat ein Taschendieb, der nach Augenzeugenberichten vermutlich zu einer solchen Bande gehörte, einer älteren Dame in der Rostocker Grönfingers-Gärtnerei das Portmonee gestohlen.

Jüngster Fall in dieser Woche: Mit Klemmbrett und Unterschriftenliste ausgerüstet, ging ein junger Mann vor dem Gartenmarkt Kunden um Spenden an. „Als ich ihn ansprach, rief der Mann per Handy seine Komplizen und floh“, berichtet Grönfingers-Chef Eckhard Heinemann. Der dunkelhaarige Mann habe nur gebrochen deutsch gesprochen, sagt er. Bei einem ähnlichen Fall im Frühjahr vorigen Jahres hätte ihn eine Gruppe Spendensammler „fast über den Haufen gefahren“, als sie mit einem Pkw fluchtartig das Gelände verließ.

Fälle auch in Greifswald, Schwerin und Neubrandenburg

Bandenmäßiger Diebstahl sei „nicht nur in Rostock ein Problem“, betont Kay-Uwe Teetz, Geschäftsführer des Handelsverbandes Nord. Ähnliche Fälle seien auch aus Greifswald, Schwerin und Neubrandenburg bekannt. Die meisten Händler würden sich dazu lieber bedeckt halten. „Weil sie befürchten, dass Kunden aus Angst vor Kriminellen das Geschäft künftig meiden.“ Um die Sicherheit zu erhöhen, würden einige Geschäftsleute den privaten Wachschutz verstärken. „Das aber kostet Geld, das erst mal verdient werden muss“, so Teetz. Bei Landesjustizministerin Katy Hoffmeister (CDU) wolle der Verband das Thema Ladendiebstähle demnächst ansprechen.

Ermittlungen bei „reisenden Tätern“ schwierig

Die Grönfingers-Geschäftsführung hat jetzt vor Mecklenburg- Vorpommerns größtem Gartenfachmarkt ein Schild aufgestellt, das vor Taschendieben und unseriösen Spendensammlern warnt. „Wir bitten die Kunden, vorsichtig zu sein und keine Wertsachen im Fahrzeug oder Einkaufswagen zu lassen“, sagt Heinemann.

Im Januar hatte eine Anwohnerin solche Gruppen auch am Rostocker Südstadtcenter und vor dem Ikea-Möbelhaus beobachtet und die Polizei verständigt, informiert Polizeisprecherin Dörte Lembke. „Wenn Betrugsverdacht besteht, warnen wir über Medien und soziale Netze vor solchen unseriösen Spendensammlern.“ Häufig werde vorgegeben, für in Not geratene Kinder oder für den Tierschutz zu sammeln. Lembke: „Das ist eine perfide Masche, weil die Betrüger auf das Mitgefühl der Menschen setzen.“ Besonders aktiv seien solche Banden in der Weihnachtszeit, „wenn Menschen sehr viel Mitgefühl zeigen“. Da es sich aber meistens um „reisende Täter“ handelt, seien die Ermittlungen schwierig. Rostocks Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit in einem Fall aggressiver Spendensammler, bestätigte Oberstaatsanwalt Harald Nowack. Laut Staatsanwaltschaft sind solche Vorfälle in MV aber „kein Massenphänomen“

Elke Ehlers

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