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Rostock Gehlsdorfer helfen Armen in Litauen
Mecklenburg Rostock Gehlsdorfer helfen Armen in Litauen
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00:00 12.09.2018
Die litauischen Kinder haben sich zu dem Wort „Aciu“ formiert, das auf Deutsch „Danke“ bedeutet. Quelle: Foto: Privat
Gehlsdorf

Die ersten Kisten mit Lebensmitteln und Waschpulver sind schon gepackt: Ende November bricht Franz Lausch wieder mit einem Hilfstransport von der Gehlsdorfer Kirchgemeinde nach Litauen auf. Ziel ist die Sozialstation in Silute im litauischen Memelland.

Seit 1995 schon liefert Lausch lebenswichtige Hilfsgüter dorthin. 68 Transporte habe er inzwischen organisiert. Zuletzt im April. Eine Ladung Lebensmittel sei hier ausgeliefert worden – und eine Bügelmaschine. „Die Sozialstation wäscht die Wäsche für Rentner und Bettlägrige“, sagt Lausch. Und so müssten die freiwilligen Helfer dort nicht mehr alles per Hand bügeln. „Das erleichtert die Arbeit deutlich.“ Auch seien eine Waschmaschine und eine Kühlkombination für die Suppenküche übergeben worden. Die Diakoniestation Sandora in Silute betreut rund 115 alte Menschen. Drei hauptamtliche Mitarbeiter und neun freiwillige Helfer sind hier aktiv. Sie organisieren Feiern, machen Geburtstagsbesuche und helfen mit Lebens- oder Pflegemitteln. Seit vier Jahren organisieren die Mitarbeiter auch kulturelle Veranstaltungen und Ausflüge – manche alte Menschen kommen so zum ersten Mal an die Ostsee. Die Gehlsdorfer Kirchengemeinde ermöglichte zuletzt eine Rentnertagesfahrt mit Bus, indem sie 650 Euro spendete.

Fünfmal in der Woche kommen mehr als 20 bedürftige Kinder für ein warmes Essen in die Station. Die Mitarbeiter bieten Hilfe bei Hausarbeiten an und feiern mit ihnen Feste, weil die Kinder dies zu Hause oft nicht erleben. Auch gibt es in jedem Sommer ein Jugendlager.

In Litauen lebt etwa ein Drittel der Bevölkerung auf dem Land. „50 bis 60 Prozent der Unterstützung der Europäischen Union geht jedoch in die Hauptstadt Vilnius“, heißt es in einem Bericht der Nordkirche. Die Mindestrente beträgt 199 Euro, die Durchschnittsrente 250 Euro. „Davon müssen die Menschen alles bestreiten“, sagt der Gehlsdorfer Franz Lausch. Auch gebe es einen großen Mangel an Ärzten und medizinischem Personal, wie die Nordkirche mitteilt.

Für den jetzigen Weihnachts-Transport seien noch Spenden erwünscht: „Wir brauchen vorwiegend Lebensmittel, wie Stollen, Kaffee, Öl, Zucker, Fleisch- und Wurstkonserven“, sagt Lausch. Auch sollen 120 Weihnachtsbeutel gepackt werden. Ein Problem könnte jedoch die Überfahrt werden: Noch fehlt ein Lkw. „In den vergangenen Jahren haben wir ganz viel solidarische Hilfe vom Michaelshof in Gehlsdorf erhalten, ohne den der Transport nicht zu leisten gewesen wäre“, sagt Lausch. Mitarbeiter pflegen sogar persönliche Partnerschaften. „Eine Familie kümmert sich rührend um eine litauische Familie, obwohl sie selbst nicht viel hat.“ Früher habe auch das Technische Hilfswerk einen Lkw zur Verfügung gestellt. In diesem Jahr sei es bisher jedoch schwierig, ein Gefährt zu finden, so Lausch.

Hilfspakete können in der Pressentinstraße 35 in Gehlsdorf abgegeben werden. Fragen beantwortet Franz Lausch unter der Telefonnummer ☎ 0381 / 69 79 35.

Spenden: Ostsee-Sparkasse Rostock,

Konto-Nr.: 201040, BLZ: 130 500 00,

Verwendungszweck: Litauenhilfe SILUTE

OZ

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