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Gemeinden fühlen sich abgeklemmt

Börgerende Gemeinden fühlen sich abgeklemmt

Stockender Breitband-Ausbau, wenig Interesse an Glasfaser: Unternehmer befürchten langfristig Nachteile gegenüber der Konkurrenz.

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Unternehmen in Börgerende sehen im fehlenden Breitbandausbau in ihrer Region einen Wettbewerbsnachteil. (Symbolfoto)

Quelle: Foto: Dpa

Börgerende. Während im Landkreis Rostock über schnelles Internet und einen Ausbau der Breitband-Netze (mindestens 100 Megabit pro Sekunde) diskutiert wird, lebt ein Großteil der Bewohner noch immer im Tal der Ahnungslosen. „Eine totale Katastrophe“, sagt etwa Carlo Schmidt, Geschäftsführer der Windprojekt Ingenieur- und Projektentwicklungsgesellschaft mbH in Börgerende. „Und die Bedingungen sind hier in den vergangenen Monaten sogar noch schlechter geworden.“

 

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„„Bedauerlich, dass der Anschluss ans Glasfasernetz in Bargeshagen vorerst vom Tisch ist – aus meiner Sicht ist das absolut die Zukunft.“ Eduardo Catalán (FDP) Bürgermeister Bargeshagen

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„„Bedauerlich, dass der Anschluss ans Glasfasernetz in Bargeshagen vorerst vom Tisch ist – aus meiner Sicht ist das absolut die Zukunft.“ Eduardo Catalán (FDP) Bürgermeister Bargeshagen

Dabei rede er noch nicht einmal von langsamen oder schnellen Internetverbindungen, so Schmidt: „Sogar der Handy- oder Festnetzempfang ist indiskutabel – das wird zu einem ernsthaften Wettbewerbsnachteil.“ Denn zum einen würden sich immer mehr Urlauber über den schlechten Empfang beschweren, macht Schmidt deutlich: „Andererseits betreuen wir mit unserer Firma Kunden weltweit – da ist ein leistungsfähiges Internet eigentlich Pflicht.“

Um nicht vollkommen ins Hintertreffen zu geraten, zahle er monatlich horrende Summen, um über eine Standleitung nach Rostock online gehen zu können, erklärt der Unternehmer: „Das kann es ja auf Dauer auch nicht sein.“

Findet auch Börgerendes Bürgermeister Horst Hagemeister (parteilos): „Deshalb finde ich es traurig, dass sich in unserer Gemeinde nur 14 Prozent der Einwohner für einen schnellen Glasfaser-Anschluss interessiert haben – das wäre die Chance gewesen, relativ zügig an schnelles Internet zu kommen.“

Ihm würden vor allem die Börgerender leidtun, so Hagemeister: „Denn viele Einwohner haben da im Moment überhaupt kein Internet.“ Dass der Landkreis auf kurze Sicht den geplanten Breitband- Ausbau in seinem Ort realisiert – daran glaubt Hagemeister nicht: „Der Start-Termin wird doch seit einem Jahr immer wieder verschoben – da fällt es schwer, Vertrauen zu haben.“

In Admannshagen-Bargeshagen sieht es ganz ähnlich aus. „Wir bauen auf die Ansiedlung von weiteren Firmen“, sagt Bürgermeister Eduardo Catalán (FDP). „Deshalb wollen wir in diesem Jahr versuchen, das Gewerbegebiet zu erweitern – der Platz wird hier langsam eng.“ Das Problem: „Es ist bedauerlich, dass der Anschluss an das Glasfasernetz zumindest im Ortsteil Bargeshagen vorerst vom Tisch ist – dabei ist das aus meiner Sicht absolut die Zukunft.“

Immerhin: In Admannshagen, Admannshagen- Ausbau und Rabenhorst kommt das schnelle Internet: „Vielleicht gelingt es uns ja doch noch, auch die Bargeshäger zu mobilisieren.“

Der Breitband-Ausbau sei einer der größten Brennpunkte im Landkreis, meint Carlo Schmidt: „Da fühlen wir uns schon ein bisschen allein gelassen.“ Und: „Unsere Nachbarn machen es uns doch vor – in Polen wird das Netz gerade flächendeckend auf 5G ausgebaut.“ Das seien 10 000 Megabit pro Sekunde, erklärt Schmidt: „Im Vergleich zu den bei uns angestrebten 100 Mbit/s sprechen wir hier von Regionalliga und Champions League.“

Telekommunikationsunternehmen kämpfen um Zuschlag

250 Millionen Euro Fördermitteln stehen für den Breitbandausbau im Kreis bereit.

Vier Telekommu-

nikationsunternehmen haben sich für den

Breitbandausbau

in den ersten drei

Fördergebieten

beworben – nach

Bietergesprächen im

Januar schließen sich

eine weitere Prüfung durch den Bund sowie die Zuschlagserteilung für die ersten drei

Ausbaugebiete an.

Einen konkreten Termin für einen Baustart

gibt es noch nicht.

Lennart Plottke

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