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Rostock Gemeinsam statt einsam im Garten
Mecklenburg Rostock Gemeinsam statt einsam im Garten
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00:16 12.04.2018
Ilona Karsten steht vor der Parzelle Nummer 4, in den nächsten Monaten soll hier ein Seniorentreffgarten entstehen. Quelle: Fotos: Johanna Hegermann, Privat

Seit sechs Jahren liegt die Parzelle Nummer 4 in der Kleingartenanlage „Otto Kuphal“ brach. Das soll sich ändern. Denn der Vorstand möchte hier einen „Seniorentreffgarten“ anlegen. Ein einmaliges Projekt. „Es ist die erste Anlage dieser Art in Mecklenburg-Vorpommern“, sagt die Vereinsvorsitzende Simone Höhne.

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Einmaliges Projekt in MV: Kleingartenverein gründet „Seniorentreffgarten“ / Zehn Freiwilllige gesucht

Zehn Rentner sollen in der 360 Quadratmeter großen Parzelle in Reutershagen die Möglichkeit haben, wieder im Garten arbeiten und schaffen zu können. „Das Angebot richtet sich vor allem an die Senioren, die ihren Garten aufgeben mussten, aber dennoch ein kleines Beet haben möchten“, erklärt Simone Höhne. Es soll Hochbeete geben, die ihnen die Arbeit erleichtern. Für schwere Aufgaben soll es Hilfe von den Vereinsmitgliedern geben und bei Fragen auch eine Ansprechpartnerin. Außerdem werden die Werkzeuge gestellt. „Unser Plan ist, dass wir den Garten so übergeben, dass sie sofort in die Furche starten können.“ Was sie anpflanzen wollen, sei freigestellt.

Doch es geht nicht nur um eine sinnvolle Beschäftigung. Mit dem „Seniorentreffgarten“ soll eine Begegnungsstätte geschaffen werden. „Wir wollen etwas gegen die Vereinsamung im Alter unternehmen“, sagt die Vereinsvorsitzende. Je älter man wird, desto kleiner werde der Freundeskreis. Wer sich nicht Freizeitaktivitäten, wie Sport oder Chor suche, würde oft kaum noch soziale Kontakte haben.

„Viele sind ganz allein. Man vergisst die deutsche Sprache, wenn man ständig einsam ist.“ Innerhalb dieses Gartenprojekts sollen die älteren Mitbürger wieder mit anderen ins Gespräch kommen können.

Es gebe zwar schon viele Angebote in der Hansestadt, bisher jedoch keines an frischer Luft. „Wir hoffen, dass sich möglichst schnell Interessenten bei uns melden, damit sie den Garten mitgestalten können“, sagt Ilona Karsten vom erweiterten Vorstand des Vereins.

Lange Zeit habe man überlegt, was auf dem gut gelegenen Grundstück in der Kleingartenanlage passieren soll. „Wir haben immer nach einer Nutzungsmöglichkeit für den Garten gesucht“, erzählt die Vorsitzende. Das Problem: Ohne Gartenhaus habe niemand die Parzelle pachten wollen. Also wurde darüber nachgedacht, einen Mehrgenerationen- oder einen Schulgarten anzulegen. Doch das Interesse fehlte. Der Vorschlag eines Vereinsmitglieds, hier Schafe zu halten, wurde ebenfalls abgelehnt. Die zündende Idee habe Ilona Karsten gehabt. „Es war anfangs eigentlich eine Schnapsidee.“ Doch diese gewann zusehends an Zustimmung.

Ilona Karsten hatte dann auch bei der Hanseatischen Bürgerstiftung nach Unterstützung gefragt. 2000 Euro wurden dem Verein bewilligt. Außerdem habe der Fahrlehrerverband das Projekt mit 800

Euro gefördert. Mit diesem Geld könne man ein Gartenhäuschen kaufen, das im August aufgestellt werden soll. Dank Sponsoren könnten sie das Haus streichen und die Hochbeete bauen. „Was uns noch fehlt, ist jemand, der Zement und Kies sponsert“, sagt Ilona Karsten. Schließlich wolle man zeitnah das Fundament für die Gartenlaube gießen.

„Das Gartenhaus soll mit Möbeln eingerichtet werden und auch eine Abwasseranlage bekommen“, erklärt Simone Höhne. Die Senioren sollen es bei Regen als Aufenthaltsraum nutzen können. „Wir haben noch viel Arbeit vor uns, aber wir sind guten Mutes“, sagt die Vereinsvorsitzende. Als Nächstes soll der Garten umgegraben werden.

„Ich kann das Projekt nur unterstützen“, sagt Ortsamtsleiter Thomas Wiesner. Er habe schon von einigen gehört, die traurig waren, weil sie ihren Garten aus Altersgründen abgeben mussten. Auch der Ortsbeirat Reutershagen ist von dem Projekt begeistert. „Sie sind Pioniere“, sagt der Vorsitzende Peter Jänicke (Linke). Er wünscht sich, dass der Verein die Reutershäger auf dem Laufenden hält. „Wir drücken Ihnen die Daumen und laden Sie gern zum Jahresende in den Ortsbeirat ein.“

Anmeldungen ab sofort

10 Senioren werden für das Projekt in der Kleingartenanlage „Otto Kuphal“ gesucht. Sie müssen nicht in Reutershagen wohnen.

Das Angebot richtet sich an Rentner, die keinen eigenen Garten mehr bewirtschaften können.Interessenten können sich bei dem Kleingartenverein melden. Simone Höhne ist unter ☎ 0170 / 4 92 06 79, Ilona Karsten unter der Nummer

☎ 01 72 / 3 93 33 14 zu erreichen.

Johanna Hegermann

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