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Rostock Väter übergeben Familienbetrieb an Söhne
Mecklenburg Rostock Väter übergeben Familienbetrieb an Söhne
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16:31 12.02.2019
Generationswechsel in der Matratzenmanufaktur Almatros in Groß Stove bei Rostock: Die Firmengründer, die Brüder Klaus (l.) und Hans (r.) Albrecht übergeben den Familienbetrieb an ihre Söhne Robert und Sören (2.v.r.) Quelle: Doris Deutsch
Groß Stove

Almatros“ – der Name steht für Albrecht Matratzen Rostock und seit 1990 für guten Schlaf. Die Brüder Klaus und Hans Albrecht, ehemalige Hansa-Kicker und Trainer, haben gleich nach der Wende eine Matratzenmanufaktur in Groß Stove gegründet. Eher zufällig über den Kontakt einer Cousine aus Hannover zum dortigen Schaumstoffhersteller Kretschmar wurde die Idee zur Produktion von bequemen Schlafunterlagen umgesetzt. Seitdem beliefert der kleine Familienbetrieb am Stadtrand von Rostock Hotels, Kliniken, Kreuzfahrtschiffe, Pflegeheime und viele, viele Privatkunden mit handgefertigten Schaumstoffprodukten.

Nun haben die Firmengründer ihr Lebenswerk in jüngere Hände gegeben: Generationswechsel bei „Almatros“. Die Väter Klaus (70) und Hans (65) haben ihren Söhnen Sören (43) und Robert (40) zu Jahresbeginn die Verantwortung für das zwölfköpfige Team und den Traditionsbetrieb übertragen. Die Senioren hoffen auf „frischen Wind“, mit dem das Geschäft weiter belebt werden könnte. „Und auf neue Kontakte, die wir nicht mehr knüpfen wollten und konnten“, sagt Hans Albrecht. Bruder Klaus wünscht sich, dass das Team, zusammenbleibt, die Näherinnen, die Frauen im Zuschnitt, die Männer im Klebe- und Polsterbereich. „Eine Firma ist immer so gut wie ihre Mitarbeiter“, erklärt er.

„Der Wunsch, den Betrieb in der Familie zu belassen, war immer da“, erinnert sich Hans’ Sohn Robert an viele Gespräche am Kaffeetisch. Während Cousin Sören schon seit 20 Jahren bei Almatros angestellt ist, sich in Produktion, Außendienst und Auslieferung bestens auskennt, hat Betriebswirt Robert Albrecht als Risikomanager für große Lebensmittel- und Tourismuskonzerne in London und Berlin gearbeitet. Nun ist er zurück in der Provinz und in einem ganz anderen Geschäft. „Ich war 20 Jahre Angestellter“, erklärt der 40-Jährige. „Die Lust und die Chance auf was Neues – das war der Reiz.“

Für Sören Albrecht ist der Sprung vom „Kollegen zum Chef nicht so einfach“, wie er sagt. Doch zusammen wollen die Juniorchefs „eine Bewegung“ im kleinen Unternehmen vollziehen. „Der Markt treibt uns. Wir müssen uns klar abgrenzen, dem Preissystem stellen, unsere Nischen suchen und finden“, betont Robert, der sich gerade durch die Auftragsbücher und Zahlen des Betriebes wühlt. Partner Sören ist indes aufgrund der langjährigen Geschäftserfahrungen der Praktiker, „der Allrounder und Kontakter“. Almatros sei eine gute Marke, die nun weiter nach außen getragen und breiter aufgestellt werden müsse, sind sich die beiden einig.

„Matratzen können wir“, sagen die Albrechts. Bis zu 5000 dieser Produkte verlassen im Jahr die kleine Produktionsstätte. Gerade werden 1500 Matratzen für die Crew eines großen Kreuzfahrtschiffes hergestellt und ausgeliefert. Auf Schiffsmatratzen hat sich „Almatros“ spezialisiert. Die Modelle sind zertifiziert, mit schwer entflammbaren Bezügen und Schaumstoffen. Das wissen Werften seit Jahren zu schätzen und ordern in Groß Stove individuell gefertigte Federkernmatratzen.

Auch Hotels vertrauen auf die Qualitätsprodukte des Familienbetriebes. Kaltschaumwendematratzen sind hier besonders gefragt. „Gerade stellen viele Hotels auf Boxspringbetten um, da sind wir mit im Geschäft“, berichten die Firmenchefs. Kliniken sind ein weiterer wichtiger Auftraggeber. Sowohl in Rostock und Güstrow als auch bundesweit in Kassel, Buxtehude, Paderborn schlafen Patienten auf Almatros-Matratzen. Zur Kundenaquise gehört das Angebot der Matratzenhersteller durch Probeliegen die richtige Schlafunterlage zu finden. Inzwischen hätten sie auch unter den Privatkunden „viele Wiederholungstäter“, erzählt Sören Albrecht.

Die Konkurrenz ist groß. Der Vorteil der Manufaktur sei: „Wir tun Dinge, die andere nicht tun oder nicht können.“ Sonderwünsche in Schaumstoff sind kein Problem. Liegepolster, Bällebäder, Wand- und Turnmatten, Kindersessel – die Albrechts haben schon vieles gemacht. Nun wollen sie sich noch stärker im Freizeitbereich „festliegen“. Mit speziell angefertigten Polstern für Boote und Wohnmobile zum Beispiel. „Wir leben an der Küste, wo Camping zu Hause ist und großer Bedarf für unsere Produkte besteht“, erläutert Robert Albrecht. „Hier wollen wir zeigen, dass Almatros noch viel mehr im Portfolio hat.“

Doris Deutsch

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