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00:00 28.10.2017
Freier Eintritt für den Iga-Park? Über diese Frage wird derzeit in der Rostocker Politik diskutiert. Quelle: Foto: Ove Arscholl
Stadtmitte

Etwa einen Monat ist es her, dass die Rostocker über ihr „Tradi“ entschieden haben. Die MS „Dresden“ soll auch zukünftig im Iga-Park in Schmarl liegen bleiben. Für viele in der Rostocker Politik ist das jetzt der Stein des Anstoßes. SPD-Fraktionschef Steffen Wandschneider-Kastell hat gleich zwei Anträge verfasst, die die Weiterentwicklung des Parks fordern. „Wir müssen den Dornröschen-Schlaf des Iga-Parks beenden“, betont Wandschneider-Kastell erneut.

Im Finanzausschuss wurde gestern über einen der beiden Anträge diskutiert. Die SPD fordert darin zum einen, das Marketing zu verstärken, Sofortmaßnahmen zur Attraktivitätssteigerung des Museums vorzulegen und und zum anderen, den Parkeintritt zum Jahreswechsel zu streichen. „Die Leute erwarten, dass jetzt etwas passiert und wir müssen für den Standort das Bestmögliche herausholen.“ Und das beginne für ihn schon kurzfristig mit dem freien Eintritt in den Iga-Park.

Grünen-Politiker Uwe Flachsmeyer findet die Idee grundsätzlich gut. „Man muss sich aber mehr Gedanken machen und nicht nur über den Eintritt diskutieren.“ Dennoch sei es seiner Meinung nach Unsinn, dass täglich jemand am Einlass sitze, um die wenigen Park-Besucher abzukassieren. „Eine Kasse des Vertrauens wäre eine mögliche Variante.“ Schließlich würde das auch der Buga-Park in Potsdam so handhaben. Auf diese Weise könnte man auch den Park wieder in Richtung Dorf Schmarl öffnen. „Er muss viel zugänglicher gemacht werden und auch für Fahrräder geöffnet werden“, sagt Flachsmeyer.

Momentan kann Linken-Chefin Eva-Maria Kröger diesem Vorschlag nicht zustimmen. „Wir sind für alle Diskussionen über die zukünftige Entwicklung offen, aber nach jetzigem Stand sollen Hunde und Fahrräder weiter draußen bleiben.“ Zum freien Eintritt hat sie hingegen keine eindeutige Meinung. „Wir sehen das mit gemischten Gefühlen“, sagt Kröger. Denn noch sei die steuerrechtliche Frage nicht beantwortet. Auch sei nicht klar, welche rechtlichen Risiken dann hinsichtlich der Fördermittelbindung bestehen. „Wir müssen auch fragen, was das für die Einnahmen der Iga GmbH bedeutet, schon jetzt ist es ein Zuschussgeschäft“, ergänzt Kröger. Sie kann es nicht nachvollziehen, wie man Geld streichen will und im selben Atemzug fordert, die Ausgaben für das Marketing zu steigern.

Auch der Vorsitzende des Finanzausschusses, Dieter Neßelmann (CDU) war schon vor der Sitzung skeptisch. „Ich denke nicht, dass der Antrag beschlussfrei ist.“ Er sei „zu kurz gesprungen“, urteilt Neßelmann. Es habe keinerlei Angaben über den finanziellen Aufwand gegeben. Auch eine Stellungnahme aus der Verwaltung fehlt bisher. „Man kann dieses Anliegen eigentlich nur vertagen, bis die Informationen vorliegen. Ansonsten muss man das ablehnen.“

Tatsächlich hat sich der Finanzausschuss für eine Vertagung ausgesprochen. Wandschneider-Kastell nimmt dies jedoch gelassen. „Wir wollen zeitnah im Park Ergebnisse bewirken, da kommt es aber nicht auf einen Monat an.“ Für den SPD-Mann sei der erste Antrag eher ein Test gewesen. „Wir wollen die Stimmungslage in den anderen Parteien und Fraktionen testen und hoffen auf gute Diskussionen.“

„Niemand stellt einen Antrag als Testballon“, hält Eva-Maria Kröger dagegen. Sie ist der Meinung, dass dies nur ein Gutreden des Antrags sei. „Es ist ein Eintopf an Forderungen. Gut, dass der Finanzausschuss ihn entzerrt.“ Flachsmeyer hingegen wundert sich, warum das Thema überhaupt auf der Agenda des Finanzausschusses gelandet ist. „Es gibt doch auch noch einen neuen Antrag, der den Iga-Park gesamt betrachtet.“

Tatsächlich hat die SPD in dieser Woche einen weiteren Antrag veröffentlicht, der die Fortschreibung des Iga-Entwicklungskonzepts fordert. Für Wandschneider-Kastell kein Widerspruch. „Wir wollen versuchen, das Thema im Spiel zu halten.“ Ein Antrag würde sich dabei mit kurzfristigen und der andere mit mittel- bis langfristigen Lösungen befassen.

Das „Tradi“ bleibt in Schmarl

100 Hektar umfasst das Areal in Schmarl am

Ufer der Warnow, das zwischen

1997 und 2003 für die Internationale Gartenbauausstellung (Iga) 2003

gestaltet wurde.

62 Millionen Euro haben allein Bau und Gestaltung

des Parks gekostet. 2015

besuchten rund 150000 Gäste

das Gelände.

50 529 Rostocker, also 42,6 Prozent aller Teilnehmer am Bürgerentscheid sagten am 24. September, das

Traditionsschiff gehört nicht in den Iga-Park. 57,4 Prozent der Rostocker stimmten hingegen für den Verbleib des „Tradi“ in Schmarl.

Johanna Hegermann

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