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Rostock Genug vom lauten Disco-Krach: Bürgerin zeigt Stadt an
Mecklenburg Rostock Genug vom lauten Disco-Krach: Bürgerin zeigt Stadt an
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13:34 05.12.2017
Kühlungsborn

Und wenn der Laden im Sommer wieder öffnet, so Schielke, wird es laut: „Dann können wir keine Nacht durchschlafen.“ Weil sie sich vom Rathaus des Ostseebades im Stich gelassen fühlt, hat sie nun Bürgermeister Rainer Karl (parteilos) angezeigt — und das Verwaltungsgericht in Schwerin eingeschaltet. Rathaus und Betreiber halten dagegen: Es gebe strenge Auflagen für das „39 Grad“ — und die würden auch eingehalten.

Schon vor Jahren hatte Schielke beim Innenministerium in Schwerin Beschwerde gegen Bürgermeister Karl eingereicht. Ohne Folgen. Auch die Anzeige — wegen Unterlassung — brachte bisher nichts. „Wir brauchen Hilfe von den Behörden. Doch die unternehmen nichts.“

„Das Thema beschäftigt uns nun schon seit fünf Jahren“, sagt Bürgermeister Rainer Karl. Auch er bestätigt den juristischen Ärger mit der Anwohnerin. Aber: Die Stadt habe dem Betreiber hohe Auflagen für die Bar erteilt. „Und die kontrollieren wir regelmäßig, mehrmals im Jahr. Aber wir können da nicht rund um die Uhr einen Posten abstellen.“ So müssten alle Gäste durch eine „Schleuse“: „Erst wenn die Außentür zu ist, darf die Zwischentür geöffnet werden. Damit kein Lärm nach außen dringt“, so Karl. In Schielkes Richtung sagt er: „Sie wohnt im Ort. Da ist es nun mal nicht so ruhig wie im Wald.“

Auch die Polizei bestätigt, dass sie sich schon mehrfach mit dem Ärger über Disko-Lärm befasst habe: „Wir waren 2012 gleich mehrfach nachts dort. Doch wir können keine Lärm-Messung vornehmen. Das muss das Ordnungsamt machen“, sagt Gert Frahm, Sprecher der Polizeiinspektion in Güstrow. Der Betreiber des „39 Grad“, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, schüttelt über die Anwohnerin nur den Kopf: „Sie zeigt seit Jahren alles und jeden an.“ Er versteht den Ärger nicht: „Kein anderer Laden in Kühlungsborn muss so hohe Auflagen erfüllen wie wir.“

Andreas Meyer

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