Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Gesundheitsamt: Rattenplage wird bekämpft
Mecklenburg Rostock Gesundheitsamt: Rattenplage wird bekämpft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 18.04.2013
Rostock

Das Rostocker Gesundheitsamt wehrt sich gegen Vorwürfe, gar nichts gegen die Ratten in der Stadt zu unternehmen. Aber: „Nur in den äußersten Notfällen greifen wir ein“, sagt die Sachgebietsleiterin für Umwelthygiene Elke Schünemann. Das massive Aufkommen von Ratten in der Wolgaster Straße in Lichtenhagen (die OZ berichtete) ist ein solcher Notfall.

Dort ist das Gesundheitsamt aktiv geworden, um die Gefahr zu bewerten. „Dass das da so schlimm ist, damit hat keiner gerechnet“, so Schünemann. „Sogar die Schädlingsbekämpfer waren von dieser extremen Situation überrascht.“ Immerhin sind derzeit drei Firmen beauftragt, die Nager zu vertreiben. Anwohner hatten sich an die OZ gewandt und über die Rattenplage an Müllcontainern geklagt.

Daraufhin meldeten sich weitere Rostocker, die über ähnliche Erlebnisse berichteten.

„Die Arbeiten dort müssen jetzt konzertiert erfolgen, die Unternehmen müssen möglichst gemeinsam und in Absprache arbeiten, damit die Ratten optimal bekämpft werden können“, sagt Kerstin Neuber, Abteilungsleiterin vom Hygiene und Infektionsschutz des Gesundheitsamtes. „Es ist eine Aufgabe der Behörde, diese Maßnahmen zu koordinieren“, so Neuber. „Wenn das nicht passiert, und die Firmen unterschiedlich arbeiten würden, dann wandern die Ratten nur von einem Ort zum nächsten. Damit wird das Problem aber nicht behoben, sondern nur verschoben“, ergänzt Schünemann.

Das Gesundheitsamt arbeite im Fall Wolgaster Straße mit den Schädlingsbekämpfern zusammen. „Schon seit Anfang April ist uns die Lage bekannt, und seitdem wird daran gearbeitet“, sagt Schünemann.

Erschwerend komme hinzu, dass die betroffenen Grundstücke drei verschiedenen Eigentümern gehören. „Und die sind laut Landesverordnung verpflichtet, Rattenbefall zu bekämpfen, nicht das Gesundheitsamt“, betont Neuber.

Dafür gebe es kein festgelegtes Prozedere. „Das muss immer von Fall zu Fall entschieden werden“, sagt Schünemann. Treffen Mieter auf Ratten, Mäuse und Co, gelte es, die Vermieter zu kontaktieren, so die Auskunft des Gesundheitsamtes. Eigentümer müssen in diesem Fall eigenverantwortlich handeln und selber die Gesundheitsschädlinge bekämpfen. „Dass Ratten in der Stadt vorkommen, ist ganz normal“, so Schünemann. „Gerade in Städten am Wasser kommen die Nager vermehrt vor. Zudem dehnt sich die Stadt immer mehr aus. Und zwar in die Lebensbereiche der Tiere.“

Andreas Handke

Anzeige