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Rostock Verbände kontrollieren Wassersysteme
Mecklenburg Rostock Verbände kontrollieren Wassersysteme
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19:37 11.02.2019
Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes "Warnow-Beke" Rüdiger Barz. Quelle: Doris Deutsch
Jürgenshagen/Papendorf

„Der Grundwasserspiegel ist noch nicht aufgefüllt“, sagt der Papendorfer Landwirt Steven Hirschberg. „Gräben und Sölle sind noch ziemlich leer, wir haben noch nicht genug Wasser zur guten Bewirtschaftung unserer Felder.“ Kein Schnee, zu wenig Regen. „Für die Jahreszeit ist es einfach zu trocken“, stimmt Rüdiger Barz, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes (WBV) „Warnow-Beke“ zu. Hatten die Bauern im vergangenen Frühjahr mit durchweichten Äckern und pitschnassen Wiesen zu tun, hoffen sie jetzt eher auf eine Auffüllung der Bodenwasserreserven.

Dafür müssen die Wassersysteme funktionieren. Und diese werden bei den Gewässerschauen in den nächsten Wochen kontrolliert. Die WBV im Landkreis Rostock führen zusammen mit Landwirten, Anliegern, Interessenten die Begehungen durch. Der Verband „Warnow-Beke“ startet am 21. Februar mit der ersten Kontrolle im Schaubereich 1, Treffpunkt ist um 8 Uhr am Parkplatz des Verwaltungsgebäudes in Satow.

Eine Fläche von rund 54 000 Hektar auf Territorien von 30 Gemeinden der Landkreise Rostock, Nordwestmecklenburg und Ludwigslust-Parchim betreut der WBV „Warnow-Beke“. Das sind 985 Kilometer Gewässer – Gräben, Bäche, Kanäle. „340 Kilometer davon sind verrohrt, das heißt, die Leitungen liegen unter der Erde“, informiert Barz. Die meisten dieser unterirdischen Betonrohre stammen aus DDR-Zeiten, sind inzwischen rund 5o Jahre alt und mancherorts beschädigt. „Da liegen manchmal die Stöße nicht mehr sauber nebeneinander, oder sie verkippen“, erklärt Barz. Wenn die Leitungen dann wie im Vorjahr überlastet würden, drücke das Wasser durch die maroden Stellen in den Boden. Mit Kamerabefahrungen würden diese Schäden erkannt und dann behoben. Der zurückliegende trockene Sommer habe viele Gelegenheiten für die Instandsetzung des Netzes geboten. „Der Verband hat für rund 100 000 Euro Reparaturen an Rohrleitungen vorgenommen“, teilt Barz mit.

Die Gewässerschauen seien für alle aktiven Landwirte in der Region ein wichtiger Termin, betont Hirschberg. Für den Chef der Papendorfer Agrargenossenschaft sind vor allem die Kontrollen der Warnowwiesen von Bedeutung, auf denen die Rinder des Betriebes weiden. „Wenn da die Gräben überlaufen, stehen die Kühe bis zum Hals im Wasser“, verdeutlicht Hirschberg. Er dränge daher auch bei diesen Besichtigungsterminen darauf, alle zwei Jahre die Gräben zu beräumen und den Ablauf des Wassers zu garantieren.

Bei den Gewässerbegutachtungen werden die ganzjährigen Instandhaltungsmaßnahmen an Rohrleitungen, Stauen und Schöpfwerken sowie die Unterhaltung von offenen Vorflutern konkret festgelegt. „Da sind wir auch auf die Hinweise und die Zusammenarbeit mit den Anliegern angewiesen“, sagt WBV-Geschäftsführer Barz. Die Grundräumung, bei der Sedimente und Schlamm aus den Gräben geholt werden, erfolgt nach Bedarf. Die Krautung der Gewässer wird zumeist im Sommer bis Ende November vorgenommen. Manche Gräben werden häufig als Müllkippe missbraucht. „Immer wieder wir hier Abfall ausgekippt, der sich dann an den Rohreinläufen sammelt und zu Verstopfungen führen kann“, ärgert sich Barz.

Auch das werden die Gewässerschauen ans Licht bringen. Der WBV „Warnow-Beke“ hat die nächsten Termine für die einzelnen Schaubereiche für den 22., 25., 26. und 27. Februar sowie den 6. und 7. März festgelegt. Die Teilnehmer werden gebeten, sich anzumelden (Näheres unter wbv-warnow-beke.de).

Der WBV „Untere Warnow – Küste“ hat noch keine Schautermine veröffentlicht, kündigt diese aber für März an. Der Verband „Recknitz-Boddenkette“, der auch Schaubereiche im Großraum Sanitz hat, startet im April mit den Grabenschauen. Am 11. April treffen sich alle Interessierten für die Schaubezirke Reppeliner Bach und Cammin mit den Experten um 8 Uhr am Rathaus Sanitz in der Rostocker Straße 19. Der WBVHellbach – Conventer Niederung“ führt die Gewässerschau an seinen Verbandsgewässern vom 26. Februar bis 3. April durch. Der Verband „Nebel“ Güstrow lädt Anlieger und Bürger vom 5. bis 20. März ein. Genaue Informationen gibt es auf den Internetseiten der WBV.

Doris Deutsch

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