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Gewerbeflächen im Umland sehr gefragt: Gemeinden erweitern

Bentwisch Gewerbeflächen im Umland sehr gefragt: Gemeinden erweitern

Kommunen im Rostocker Speckgürtel erschließen neue Gebiete / Im südlichen Teil des Landkreises noch Spielraum

Bentwisch. Von einer „robusten wirtschaftlichen Aufwärtsbewegung“, sprich Landrat Sebastian Constien (SPD) insbesondere in der Region Rostock. Unternehmen suchen Gewerbeflächen. Der Standort Bentwisch boomt. Dummerstorf erschließt weitere Gebiete. Der Gewerbepark Bargeshagen erschließt neue Flächen. „Unser Gewerbepark ist voll, wir erweitern jetzt um vier Hektar“, kündigt Bargeshagens Bürgermeister Eduardo Catalan an. Auch die Stadt Doberan rüstet für Gewerbeansiedlungen weiter auf. Während im nördlichen Bereich des Landkreises Rostock die Flächen knapp werden, „haben wir südlich noch Spielraum“, sagt Kreissprecher Kay-Uwe Neumann. Im Airpark Rostock-Laage wurde gerade ein neues Vermarktungskonzept entwickelt. Unter dem Arbeitstitel „The Big One“ werden Vorteile des Großgewerbe- und Industriestandortes für flächenintensive industrielle Großprojekte beworben. 500 Hektar für Industrie und Gewerbe, von denen bislang nur 40 Hektar belegt sind. Also noch viel Freiraum, um den sich auch die Genting-Gruppe bemühen soll, die einen Standort für eine 10000 Quadratmeter große Halle sucht.

 

OZ-Bild

Bentwisch entwickelt ein neues Gewerbegebiet von etwa 65 Hektar östlich von Goorstorf.

Quelle: Foto: Ove Arscholl

Mit verkehrsgünstiger Lage, moderaten Grundstückspreisen und kurzen Entscheidungswegen lockt die Gemeinde Bentwisch seit Jahren Firmen an. Rund 200 Unternehmen mit etwa 2500 Beschäftigten haben sich seit 1993 im insgesamt 100 Hektar großen ersten Gewerbe- und Handelspark Bentwisch angesiedelt. „Das letzte Grundstück wurde vor einem Jahr an eine Spedition verkauft“, freut sich Ralph-Michael Achtenhagen, Geschäftsführer der kommunalen Innovations- und Trend GmbH, die den Gewerbepark vermarktet. Mehr als 14 Millionen Euro hat die Gemeinde aus den Grundstücksverkäufen eingenommen, die Hälfte wurde zur Refinanzierung der Erschließungsaufwendungen eingesetzt, die andere Hälfte floss in den Haushalt für neue Investitionen. Dazu kommen jährlich 2,5 bis drei Millionen Euro Grund- und Gewerbesteuer aus diesem Areal.

Nun entwickelt Bentwisch ein neues Gewerbegebiet von etwa 65 Hektar östlich von Goorstorf in Richtung Überseehafen. Nach Voruntersuchungen zur künftigen Entwicklung des Seehafens habe die Gemeinde entschieden, der Standort Bentwisch sei ideal für weitere Gewerbeflächen, beschreibt es Achtenhagen. Die Änderung des Flächennutzungsplanes wurde auf den Weg gebracht, der Vorentwurf für den Bebauungsplan des ersten Teilabschnittes aufgestellt. Zunächst sollen 30 Hektar erschlossen werden, auf denen sich etwa 20 hafennahe Investoren ansiedeln können. „Die ersten Anfragen gibt es schon“, sagt Achtenhagen. Die Gemeinde kooperiert hier eng mit der Hansestadt, die größter Flächeneigentümer ist. „Zwei Drittel des Gebietes gehören Rostock“, sagt Achtenhagen. Bentwisch hat seine Grundstücke von der Treuhand und von privat gekauft. Derzeit gebe es Verkehrsuntersuchungen, Fördermöglichkeiten würden abgeklopft und Naturschutzfragen geklärt. „Die Förderperiode endet 2019“, erklärt Achtenhagen, „das müssen wir schaffen.“

Auch in der Gemeinde Dummerstorf drückt die Zeit. Das Gewerbegebiet Kavelstorf-Ost ist voll. „In Kavelstorf-West gibt es noch Restflächen, über die wir aber bereits konkret verhandeln“, informiert Bürgermeister Axel Wiechmann. Im Gewerbegebiet Beselin sei die vorletzte Fläche gerade an einen Handelsbetrieb verkauft worden. „Und über die letzten 5000 Quadratmeter sind wir auch im Gespräch“, so Wiechmann. Auch das jüngste Vorhaben der Großgemeinde Dummerstorf, das 100 Hektar große Gewerbe- und Logistikzentrum „Ostsee“ am Autobahnkreuz A 20 sei schon stark nachgefragt. Die ersten 16 Hektar sollen bis Mitte nächsten Jahres erschlossen sein. Dort wird das neue Norma-Logistikzentrum entstehen, „außerdem gibt es noch drei, vier Interessenten“, berichtet Wiechmann. Weitere Flächen des neuen Gewerbezentrums sollen im Sommer überplant werden. Auch hier gebe es Anfragen aus Industrie und produzierendem Gewerbe, „bei einer geht es um fünf Hektar mit Option auf Erweiterung“, lässt Wiechmann durchblicken. Ob Handelsunternehmen oder Produktionsbetriebe – auch bei Eduardo Catalan, Bürgermeister der Gemeinde Bargeshagen, klopfen ständig Interessenten an auf der Suche nach Gewerbeflächen. Das erste, Anfang der 1990er Jahre errichtete Gewerbegebiet ist längst belegt. „Wir werden um etwa vier Hektar erweitern“, kündigt Catalan an.

Doris Kesselring

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