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Rostock Gift im Boden legt Baustelle still
Mecklenburg Rostock Gift im Boden legt Baustelle still
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08:16 27.08.2018
So sollen die neuen Wohn- und Geschäftshäuser am Vögenteich nach der Fertigstellung aussehen Quelle: Hanse Gruppe
Rostock

Die giftige Hinterlassenschaft einer chemischen Reinigung an der Karlstraße kommt die Hanse Gruppe teuer zu stehen. Der Boden in der Baugrube am Vögenteich muss komplett ausgetauscht werden. Die Altlast aus DDR-Zeiten war bekannt, aber nicht das Ausmaß der Verseuchung, sagt die Stadt Rostock.

89 Mietwohnungen entstehen in den beiden Gebäuden mit sechs beziehungsweise fünf Etagen zwischen Karlstraße, August-Bebel-Straße und Vögenteich. Dazu kommen 17 Läden mit einer Nutzfläche von etwa 1200 Quadratmetern. Bauherr des Wohn- und Geschäftshauses mit Tiefgarage ist die Rostocker Hanse Gruppe, die Investition liegt im zweistelligen Millionenbereich.

„Unseren Informationen zufolge wurde von 1949 bis 1977 in der Karlstraße 57 vom VEB Fortschritt eine chemische Reinigung betrieben“, erläutert Stadtsprecherin Kerstin Kanaa zum Verursacher der Probleme. Dort wurden leichtflüchtige chlorierte Kohlenwasserstoffe als Lösungsmittel eingesetzt, die auf unterschiedlichen Wegen in Boden und Grundwasser gelangten. Sie gelten in der Wissenschaft als Wasserschadstoffe, zum Teil als krebserregend, sind biologisch schlecht abbaubar und nach städtischer Aussage „häufig nur mit großem Aufwand sanierbar“.

Direkt neben der Baugrube stehen längst neue Wohnhäuser. Aktuell sei das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (Stalumm) mit den Eigentümern im Umfeld im Gespräch, „um Fragen zu vorhandenen Restbelastungen und deren mögliche Auswirkungen zu klären“, teilt das Umweltministerium mit. „Möglicherweise erforderliche Maßnahmen wird das Amt mit den Betroffenen abstimmen.“ Das Ministerium versucht zu aber beruhigen. „Wegen der fast vollständigen Neubebauung des Areals seit den 90er-Jahren gelten „mögliche historische Belastungen des Bodens als überwiegend ausgeräumt“, heißt es schriftlich.

Die Hanse Gruppe beauftragte Sachverständige, die diverse Bodengutachten erstellten. Gemeinsam mit dem Stalumm sei ein Sanierungskonzept entwickelt worden, berichtet Frank Schnieders aus der Geschäftsführung. In diesen Tagen beginnt der komplette Austausch des Bodens, kündigt Projektsteuerer Christoph Tischer an. Dafür seien sechs bis acht Wochen veranschlagt. Tischer geht von rund 3000 Tonnen aus, die zur Sondermülldeponie nach Ihlenberg gebracht werden müssen.

Niebuhr Thomas

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