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Mecklenburg Rostock Gigant aus Rostock
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00:00 12.09.2018
Im Dock der MV Werften in Rostock-Warnemünde wurde die 412 Tonnen schwere Sektion vor den Blicken der Gäste und Mitarbeiter auf Kiel gelegt. Quelle: Foto: Dietmar Lilienthal
Rostock

Groß, größer – Global-Klasse: An Superlativen wurde gestern nicht gespart bei der Kiellegung für das neue Flaggschiff der Reederei Dream Cruises auf den MV

Auf den MV Werften in Rostock-Warnemünde wurde gestern die erste Sektion auf Kiel gelegt

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Werften in Rostock-Warnemünde. „Es ist ein historischer Tag für den Schiffbau in Europa und ein gigantischer Tag für uns“, verkündete MV-Werften-Sprecher Stefan Sprunk von der Bühne zu Beginn der Veranstaltung.

Geschäftsführer Peter Fetten ergänzte: „Wir bauen die größten Passagierschiffe!“ Wahrlich Großes entstehe auf der Werft. Nach intensiver Design- und Konstruktionsphase erreiche der erste „Gigant aus MV“ nun die nächste Phase: die Dockmontage.

Hier, im Dock der Rostocker Werft, wird das 220 Meter lange Mittelschiff gefertigt und im kommenden Jahr nach Wismar verschifft. Dort entstehen unterdessen Bug, Heck und Aufbauten, die anschließend mit dem Mittelschiff zusammengefügt werden. Konkret: 342 Meter lang und 46 Meter breit soll das Kreuzfahrtschiff werden und Platz bieten für bis zu 9500 Passagiere – was etwa der Einwohnerzahl der Stadt Grimmen entspricht.

Das Ereignis der Kiellegung des Giganten wurde gestern im Dock denn auch mit Showeinlagen zelebriert. Für dramatische akustische Untermalung sorgten die Trommler vom Rostocker „Projekt 2 plus“, als rund 1000 Werftmitarbeiter näher an die Bühne rückten und die Gäste aus Wirtschaft und Politik eintrafen.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) etwa. Sie betonte, die Landesregierung habe auch in Krisenzeiten „daran geglaubt, dass die Standorte Wismar, Rostock und Stralsund eine bessere Zukunft haben werden“. Der Bau von Kreuzfahrtschiffen sei eine Herausforderung, „vor allem aber eine große Chance für MV Werften.“ Und überhaupt: „Wir schicken ,made in Mecklenburg-Vorpommern’ in alle Welt – darauf können wir stolz sein“, sagte Schwesig.

Oder Wirtschaftsminister Harry Glawe, der feststellte: „Der Schiffbau erlebt in MV eine Renaissance.“ Dank der Unterstützung aller Beteiligten werde ein neues Kapitel in der langjährigen Werftengeschichte ermöglicht. Und: „Die MV Werften sichern mit jedem Auftrag wichtige Industriearbeitsplätze bei uns im Land.“

Das kann der Geschäftsführer der Energieanlagen Greifswald (EAG) GmbH, Michael Lüdeke, bestätigen: Die MV Werften seien „ein Glücksfall für das Land – und für unser Unternehmen“. Das Unternehmen stellt mit 130 Mitarbeitern unter anderem Pumpstationen für Ab- und Brauchwasser sowie Module für die Verarbeitung von Schweröl für Kreuzfahrtschiffe her. Lüdeke: Die Aufträge der MV Werften „sichern bei uns Arbeitsplätze für die nächsten Jahre.“

Vom Kiel aufwärts sei die Global Class „komplett für den asiatischen Markt konzipiert“, sagte der Vorstandsvorsitzende von Genting, Tan Sri Lim Kok Thay. Es werde größere Kabinen als auf bisherigen Kreuzfahrtschiffen geben. 70 Prozent der Kabinen verfügten zudem über Balkone. Die Schiffe seien ausgestattet mit „weltweit führender Spitzentechnologie und digitalen Systemen, wie sie technikaffine Asiaten gewohnt sind“.

Bislang betreibt die zum Genting-Konzern gehörende Reederei Dream Cruises mit Sitz in Hongkong zwei Kreuzfahrtschiffe: die „Genting Dream“, die ihre Jungfernfahrt 2016 absolvierte, sowie das Schwesterschiff „World Dream“, das 2017 fertiggestellt wurde. Ergänzt werden soll die Flotte durch die beiden Neubauten, die auf den MV Werften in Wismar und Rostock entstehen und die – so der ehrgeizige Zeitplan – 2021 und 2022 abgeliefert werden.

Im Dock animierte Werften-Sprecher Sprunk von der Bühne aus Gäste und Mitarbeiter zum rhythmischen Händeklatschen und lauten „Hu“-Rufen. Das war das Signal für den Kranführer, die erste, 412 Tonnen schwere Sektion des neuen Giganten auf die Tragevorrichtungen, die Pallen, abzusenken. Ein „Mecklenburger Vulkan“ solle entfacht werden, rief Sprunk, um ein Signal aus Rostock in die Welt zu senden.

Vor allem nach Asien, wo die Kiellegung live im Internet verfolgt werden konnte.

Jetzt könne man sehen, „dass hier wirklich wieder Schiffe gebaut werden“, freute sich Werftmitarbeiter Daniel Schneid. Der Meister für Beschichtung betonte: „Wir sind stolz darauf, Vorreiter beim Bau so großer Schiffe zu werden.“

Axel Meyer

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