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Rostock Glatter Aal: Baustart mit schwerer Technik
Mecklenburg Rostock Glatter Aal: Baustart mit schwerer Technik
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00:01 20.10.2017
Archäologen vom Landesamt für Kultur und Denkmalpflege um Grabungsleiter Peter Kaute arbeiten auf dem Areal zwischen Kistenmacherstraße und Buchbinderstraße. Die Baustelleneinrichtung am Glatten Aal läuft parallel. FOTO (2): OVE ARSCHOLL
Stadtmitte

Auf der Baustelle am Glatten Aal ist seit gestern jede Menge Bewegung zu beobachten. Große Maschinen rücken an, und im Baufeld legen Archäologen noch mittelalterliche Strukturen frei. Die Arbeiten am 45 Millionen Euro teuren „Hanse-Karree“ der Randalswood Germany GmbH im Rostocker Zentrum haben nun endgültig begonnen, nachdem vor zwei Wochen die Baugenehmigung von der Stadt erteilt wurde.

Bauleute und Archäologen arbeiten parallel / Neue Entdeckungen aus dem mittelalterlichen Rostock

Bis zum Jahresende soll die sechs Meter tiefe Baugrube so gesichert sein, dass direkt nach dem Winter mit den Betonarbeiten für das Wohn- und Geschäftsgebäude begonnen werden kann, berichtet Günter Jobski von der Gruppe Nord Plan GmbH. Der Rostocker begleitet die Arbeiten am Glatten Aal während der gesamten Zeit als bauleitender Architekt, die Planungen des Gebäudes hätten andere Büros geleistet. Jobski geht davon aus, dass insgesamt zwei Jahre gebaut wird.

Bis 1250: Graben trennte Rostocker Stadtteile

Parallel zur Herstellung einer Baugrube setzen die Archäologen ihre Suche nach mittelalterlichen Schätzen fort. Seit Mitte September gräbt dort Peter Kaute vom Landesamt für Kultur und Denkmalpflege im Auftrag des Bauherren. Seitdem seien bereits 600 Quadratmeter Boden untersucht worden, erläutert Günter Jobski, nachdem der vorherige Auftragnehmer nicht recht vorangekommen sei. „Wir arbeiten unter Zeitdruck“, sagt Grabungsleiter Kaute. Mit den Bauleuten kommen sich die Archäologen nicht ins Gehege, sie bräuchten für die Arbeit ja auch eine gesicherte Baugrube. Einige interessante Entdeckungen am Glatten Aal konnte Peter Kaute in der kurzen Zeit bereits machen. Entdeckt wurde ein Graben, der vermutlich die natürliche Grenze zwischen der Mittel- und der Neustadt darstellte, vermutet der Archäologe. Mit der Verfüllung um die 1250er Jahre wuchsen nicht nur verschiedene Teile Rostocks zusammen, die Bebauung des Quartiers, das die Grabungen jetzt sichtbar machen, wurde überhaupt erst möglich.

Alles was freigelegt wird, stammt aus mehreren Jahrhunderten, erläutert Peter Kaute, von der Mitte des 13. bis ins 18. Jahrhundert. Bei den Grabungen stießen die Archäologen auf typische Strukturen mittelalterlicher Grundstücke mit den dazugehörigen Brunnen und Latrinen. Die Bodenkanten der Bebauungen würden sich übrigens zwischen dem 13. Jahrhundert und heute nicht wesentlich unterscheiden.

Wie lange die Archäologen an dieser Stelle noch arbeiten, kann Peter Kaute gar nicht sagen. Das hänge auch an der Erschließung der Baugrube. „Für unsere Arbeit benötigen wir ja auch bestimmte bautechnische Rahmenbedingungen.“

„Die Archäologen müssen ja noch einmal in die Tiefe“, sagt Architekt Günter Jobski. Die Voraussetzungen sollen in den nächsten Wochen geschaffen werden, kündigt er an. Zunächst entsteht eine stabile Baustraße, damit die schweren Maschinen zum Einrammen der Pfähle überhaupt arbeiten können.

Baugrube wird sechs Meter tief

Ab Montag werden Spundwände gebaut, um eine sichere Baugrube zu bekommen. Zunächst geschieht das an der Seite Buchbinderstraße. Zwar bekomme das Gebäude nur ein Untergeschoss, dennoch wird das Loch in Rostocks Innenstadt sechs Meter tief. Um die Baustelle zu sichern werden zum Teil Betonpfähle eingesetzt, zwischen die Spritzbeton gefüllt wird. Der Rest wird mit acht bis zehn Meter langen Stahlträgern versehen, zwischen die Holzbohlen gesetzt werden. Günter Jobski geht davon aus, dass diese Arbeiten noch in diesem Jahr abgeschlossen werden können. Er setzt darauf, der der Bau jetzt zügig vorankommt, nachdem es in der Genehmigungsphase doch einige Verzögerungen gab.

Wohnen und einkaufen

125 Eigentumswohnungen sollen auf dem Grundstück am Glatten Aal entstehen. Sie sollen zwischen 250000 und knapp 600000 Euro kosten. Im Erdgeschoss sollen Geschäfte auf insgesamt 1700 Quadratmeter einziehen. Zudem wird es 74 Stellplätze in einer Tiefgarage geben. Die Baukosten für das „Hanse-Karree“ sind mit 45 Millionen Euro kalkuliert. Ursprünglich sollte ein Einkaufszentrum mit Hotel entstehen. Es gab viel Kritik am Projekt.

Thomas Niebuhr

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