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Rostock Rostocker geben Wasserproben bei Greenpeace ab
Mecklenburg Rostock Rostocker geben Wasserproben bei Greenpeace ab
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20:28 04.11.2018
Greenpeace-Mitarbeiter Jonathan Riechmann (25) entnimmt eine Probe aus der Flasche von Besucher Thomas Birken (52) aus Brinckmansdorf. Quelle: André Wornowski
Warnemünde

Thomas Birken aus Brinckmansdorf scherzt noch: „Wenn der Test positiv ausfällt, dann trinke ich das Wasser.“ Der 52-Jährige hatte eine Probe aus seinem Brunnen entnommen und diese am Sonntag im mobilen Labor auf dem Schiff Beluga II der Umweltschutzorganisation Greenpeace untersuchen lassen. „Ich habe ein gutes Gefühl. Wir haben ja ein Trinkwasserschutzgebiet“, sagt Birken.

Doch das Ergebnis des Schnelltests fällt überraschend negativ aus: In dem Wasser sind 76 Milligramm Nitrat pro Liter. „Der Grenzwert liegt bei 50 Milligramm und das ist schon viel“, sagt Greenpeace-Landwirtschaftsexperte Dirk Zimmermann. Er empfiehlt Birken, eine Nachuntersuchung vornehmen zu lassen. Der Schnelltest sei relativ zuverlässig. Trinken sollte der Rostocker das Wasser nicht.

Algen-Teppiche wachsen

Hintergrund der Aktion: Greenpeace hat am Wochenende seine aktuelle Meeresschutz-Tour in Warnemünde beendet und empfing am Sonntag Besucher an Bord des Schiffes Beluga II. Unter dem Motto „Gülle ist Gift für die Ostsee“ informierte die Umweltschutzorganisation über die Folgen der Überdüngung für Flüsse und Meere. Auf der Suche nach düngebelasteten Gebieten und sogenannten toten Zonen hatte Greenpeace in den vergangenen Wochen Stichproben entlang der Küste genommen und diese in einem mobilen Labor an Bord untersucht.

„Durch Gülle aus der Massentierhaltung gelangen oft Problemstoffe über Flüsse und Bäche ins Meer und tragen erheblich zur Überdüngung der Ostsee bei“, sagt Florian Becker, Sprecher der Greenpeace-Gruppe in Rostock. Ein großes Problem sei Nitrat. Der Nährstoff sei zwar an sich nicht giftig, aber er sorge für wachsende Algen-Teppiche, so Becker. „Und die Algen entziehen dem Wasser Sauerstoff.“ Die Folge: Alle Tiere und Pflanzen, die nicht wie Fische fortschwimmen können, gehen zugrunde. „Es gibt große Bereiche in der Ostsee, die komplett abgestorben sind“, betont Becker.

Trockenheit sorgt für niedrige Werte

Greenpeace nahm daher Wasserproben in Flussmündungen und Förden von Dänemark bis Polen und untersuchte sie auf ihren Sauerstoffgehalt, Nitrat, Phosphat und multiresistente Keime. Ergebnis: „Beim Nitrat liegen wir in diesem Jahr kaum über den Grenzwerten“, sagt Jonathan Riechmann. Der 25 Jahre alte Bremer analysierte als studentische Hilfskraft im Labor die Wasserproben.

„Wir vermuten, dass die niedrigen Werte mit der großen Trockenheit in diesem Sommer zusammenhängen“, so Riechmann. Weil es kaum geregnet habe, seien von den Äckern weniger Problemstoffe in die Flüsse gespült worden. „Wir müssen nun auf unserer Tour im nächsten Jahr prüfen, ob unsere Theorie zutrifft, wenn es wieder mehr regnet“, sagt der Student.

Kritik an Liegeplatz

Kritik gab es am Liegeplatz des Greenpeace-Schiffes am neuen Strom in Warnemünde. „Immer wenn es um den Umweltschutz geht, werden die Boote auf die hintersten Plätze verfrachtet“, sagt Besucherin Maria Köster (35) aus Evershagen. Greenpeace-Sprecher Becker erklärte dazu achselzuckend: „Wir haben mehrmals nach einem Platz am Alten Strom gefragt, darauf aber keine Reaktion erhalten.“

Dennoch zogen die Umweltschützer ein positives Fazit. „Ich bin ein wenig erstaunt, dass trotz unseres abgelegenen Platzes, so viele Besucher gekommen sind“, sagt Becker. Insgesamt haben zehn Rostocker ihre Wasserproben abgegeben. Erfreulich: Der Nitrat-Grenzwert ist nur ein Mal überschritten worden.

André Wornowski

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