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Rostock Grippe, Darminfekt, Keuchhusten: Zahl der Erkrankten steigt
Mecklenburg Rostock Grippe, Darminfekt, Keuchhusten: Zahl der Erkrankten steigt
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20:34 07.03.2018
Stadtmitte

Die Virenwelle schwappt in die Stadt: 201 Rostocker haben sich dem Gesundheitsamt zufolge seit Jahresbeginn mit Influenza, der echten Grippe, infiziert. Die Grippesaison ist in vollem Gange.

Grippe-Impfungen für Kinder sind umstritten. Mediziner empfehlen sie jedoch meist, wenn eine Grunderkrankung wie Asthma vorliegt.

Ein anderer Erreger legt hingegen jetzt erst richtig los: Das Risiko, durch Rotaviren zu erkranken, ist ab Februar besonders hoch. Im Januar hatten sich so bereits fünf Menschen in Rostock einen Magen-Darm-Infekt eingefangen. Im Landkreis waren es bislang drei.

Daraus werden wohl schon in den kommenden Tagen deutlich mehr. Erfahrungsgemäß steige die Fallzahlkurve von Februar bis April stark an, sagt Katja Berger, Sprecherin des Landkreises. Zudem kursiert in der Region ein weiterer Auslöser heftiger Magen-Darm-Beschwerden: Es gebe „anhaltend viele Norovirusinfektionen“, berichtet Katja Berger.

Risiko im Frühjahr hoch

Vor allem Kleinkinder leiden unter Darminfektionen, die auf Rotaviren zurückgehen. Typischerweise erkranken besonders viele Menschen im Frühjahr daran. So wurden 2017 im Kreis Rostock insgesamt 468 Fälle gemeldet, gut die Hälfte davon bereits in den ersten drei Monaten des Jahres.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) erfasst die Fälle bundesweiter Rotaviren-Infektionen jeweils von Oktober bis September des Folgejahres. Für 2016/2017 haben die Wissenschaftler dabei im Vergleich zur Vorsaison einen Anstieg von knapp 24 000 auf rund 37 420 Fälle registriert. Woran das liegt, ist unklar. Das Institut verweist darauf, dass es immer wieder Jahre mit höheren Fallzahlen gibt.

Tödliche Folgen

Wie heftig die Grippe zuschlagen kann, hat die Saison 2016/2017 gezeigt: Damals waren landesweit 3761 Menschen an der Virusinfektion erkrankt, 884 davon in Rostock. In der Hansestadt starben damals zwei Menschen an den Folgen der Krankheit. Ärzte empfehlen besonders Risikopatienten, sich gegen Influenza impfen zu lassen. Auch jetzt, mitten in der Grippesaison, sei das noch möglich und sinnvoll.

Beliebt ist die schützende Spritze allerdings offenbar nicht: Laut RKI ist etwa jeder vierte Deutsche gegen Grippe geimpft und nur etwa jeder Zweite davon tatsächlich gegen Influenzaviren geschützt.

Denn der üblicherweise verwendete Dreifachimpfstoff wirkt gut gegen die A-Subtypen des Influenzavirus, jedoch kaum gegen Influenza-B-Viren. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO sind aber 75 Prozent aller derzeitigen Grippepatienten in Deutschland durch diese Erreger erkrankt. Der Viererimpfstoff gegen Grippe enthält zwar den nötigen Wirkstoff, wird aber meist nicht von den Krankenkassen bezahlt.

Vielen fehlt wirksamer Schutz

Keuchhusten ist hoch ansteckend. Die Atemwegserkrankung wird durch Bakterien ausgelöst. Kleinkinder werden meist dagegen geimpft. Immer mehr Jugendliche und Erwachsenen sind hingegen nicht geschützt, etwa, weil ihnen eine Auffrischungsimpfung fehlt. Das macht sich in der Statistik bemerkbar – die Fallzahlen steigen bundesweit. In Mecklenburg-Vorpommern haben sie sich vom Jahr 2016 zu 2017 mehr als verdoppelt.

Besonders betroffen sind laut Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) Rostocker und jene, die im umliegenden Landkreis leben. Demnach wurden im vergangenen Jahr in der Stadt 183 und im Kreis 96 Keuchhustenfälle gemeldet – doppelt so viele im Jahr zuvor und annähernd die Hälfte aller Fälle, die es 2017 im Land gab (592). Aktuell gebe es in Rostock drei und im Kreis zwei Erkrankte, sagt Lagus-Sprecherin Anja Neutzling.

Krankheiten im Steckbrief

Grippe Symptome: plötzlich auftretendes, hohes Fieber, Kopf- und/oder Gliederschmerzen, Reizhusten Risikogruppe: Senioren, Kinder, chronisch Kranke, Schwangere, medizinisches Personal und Leute mit Publikumsverkehr Schutz: Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Influenza-Schutzimpfung, vorzugsweise von September bis November

Rotaviren-Infektion

Symptome: plötzlich einsetzender wässriger Durchfall, Erbrechen und Bauchschmerzen Risikogruppe: vor allem Säuglinge und Kleinkinder, aber auch Senioren und Menschen mit schwachem Immunsystem Schutz: Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt für Säuglinge ab dem Alter von sechs Wochen die Schluckimpfung. Sie sollte möglichst bis zum Alter von zwölf Wochen begonnen werden. Je nach Impfstoff wird dieser in zwei bis drei Dosen im Abstand von mindestens vier Wochen verabreicht.

Nach der ersten Dosis besteht ein leicht erhöhtes Risiko, dass sich ein Darmabschnitt in einen anderen einstülpt. Zeigt das Kind Symptome wie Bauchschmerzen, Erbrechen, blutigen Stuhlgang oder schreit schrill und zieht dabei die Beine an, sollten die Eltern mit dem Kind umgehend zum Arzt.

Noroviren-Infektion Symptome: Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall Risikogruppe: Kleinkinder, Senioren, Menschen mit schwachen Abwehrkräften oder viel Kontakt zu anderen (zum Beispiel in Kita, Altersheim, Schule oder Krankenhaus).

Schutz: es gibt keine Impfung, empfohlen wird – wie bei allen Infektionen – regelmäßige Handhygiene, Kontakt zu Erkrankten meiden

Keuchhusten

Symptome: zunächst leichte Erkältungsbeschwerden, dann langwieriger, trockener Husten, krampfartige Hustenanfälle, die häufig mit keuchenden Einziehen der Luft enden Risikogruppe: besonders Säuglinge, Kleinkinder, Senioren Schutz: Für Säuglinge empfiehlt die Stiko vier Teil-Impfungen, für Kinder je eine Auffrisch-Impfung mit 5 bis 6 Jahren und mit 9 bis 17 Jahren, für Erwachsene eine einmalige Impfung bei der nächsten Auffrisch-Impfung gegen Tetanus und Diphtherie

Antje Bernstein

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