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Rostock Große Schiffe im Stadthafen: Warnow wird ausgebaggert
Mecklenburg Rostock Große Schiffe im Stadthafen: Warnow wird ausgebaggert
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00:01 20.11.2017
Bisher können nur kleine Schiffe den Stadthafen anlaufen. Nun soll der Fluss endlich ausgebaggert werden. Quelle: Fotos: Ove Arscholl
Stadthafen

Die Kai-Kanten voll belegt, fast 200 Schiffe auf der Warnow – und doch fehlte bei der Sail 2017 im Stadthafen was: Den Dampfeisbrecher „Stettin“, ein Schiff der „ersten Stunden“ beim größten Segelfest des Landes, gab es nur in der Ferne zu sehen. Die „Stettin“ ist nämlich wohl das bekannteste Opfer des größten Problems der Sail: Der Stadthafen versandet mehr und mehr, große Schiffe können die Innenstadt nicht mehr anlaufen. Doch nun gibt es endlich gute Nachrichten: Im Mai 2018 soll die Warnow endlich ausgebaggert werden. Die Hansestadt beteiligt sich an der Maßnahme indirekt mit knapp einer Million Euro. „Wir gehen davon aus, dass die Arbeiten noch vor der Sail 2018 abgeschlossen sind – und dass dann auch die großen Schiffe in den Stadthafen zurückkehren können“, sagt Sail-Chef Holger Bellgart.

Gute Nachrichten für die Sail 2018: Der Fluss wird endlich wieder tiefer

Wir gehen davon aus, dass die Vertiefung der Warnow vor der Sail 2018 erfolgen wird.Chris Müller-von Wrycz Rekowksi

Hafen-Senator (SPD)

Warnow versandet weiter

Bereits seit zwei, drei Jahren bereitet die Versandung der Sail zunehmend Probleme: „Die größten Versandungen befinden sich im Bereich zwischen der Silohalbinsel und der Unterwarnow“, sagt Rostocks Vize-Oberbürgermeister Chris Müller-von Wrycz Rekowski (SPD). Jedes Jahr müsse das Wasser- und Schifffahrtsamt in Stralsund – zuständig für die Bundeswasserstraße Warnow – neue Tiefgangsbeschränkungen erlassen. Im Bereich der Silohalbinsel beispielsweise ist der Fluss nach Angaben des Rathauses nur noch zweieinhalb Meter tief, im Bereich der Headgehalbinsel nur noch knapp sechs Meter. Zu wenig für die Großsegler. „Erst kurz vor der Sail wurden uns weitere Einschränkungen mitgeteilt“, sagt Sail-Chef Bellgardt. Vize-OB Müller-von Wrycz Rekowski wird konkret: „Für zwölf Schiffe mussten wir neue Liegeplätze finden. Zum Glück mussten wir aber keinem Teilnehmer absagen.“

Sail fürchtet um Attraktivität

Für die Veranstalter wird der Sand am Grund der Warnow mehr und mehr zum Problem: „Natürlich verliert die Sail an Attraktivität, wenn die großen Schiffe nur noch in Warnemünde oder im Fischereihafen festmachen können“, urteilt Bellgardt. Schließlich lebe das Fest davon, dass die mehr als eine Million Besucher die Traditionssegler hautnah sehen und erleben können. „Wenn die ,Stettin’ nicht im Stadthafen liegt, fehlt etwas. Es ist wirklich an der Zeit, dass die Warnow endlich ausgebaggert wird.“

Stadt, Land und Schifffahrtsamt verhandeln seit Jahren. Zwei Probleme gibt es dabei: „Da wären die Kosten“, sagt Senator Müller-von Wrycz Rekowski, in dessen Zuständigkeit auch der Hafen fällt: Rund drei Millionen Euro sollen die Arbeiten kosten. Der Bund muss dafür aufkommen. Seit der Wende wurde nichts mehr für den Unterhalt des Fahrwassers getan. Und: Laut Gutachten ist der Grund des Flusses mit Schadstoffen belastet. Zunächst hieß es, der Schlick sei derart giftig, dass er nicht auf normale Spülfelder ausgebracht werden darf. Dafür zeichnet sich aber eine Lösung ab, denn Müller-von Wrycz Rekowski sagt: „Die Hansestadt stellt für die Ausbaggerung ein Spülfeld zur Zwischenlagerung des Baggergutes zur Verfügung. Maßnahmen zur Ausbaggerung werden bereits 2018 erfolgen.“

Der Senator will noch in diesem Jahr knapp eine Million Euro in das stadteigene Spülfeld am Schnatermann investieren. Für das Geld soll ein abgetrennter Bereich hergestellt werden, auf dem mit Schwermetallen und organischen Schadstoffen belasteter Warnow- Grund gelagert werden kann. Durch einen neuen Damm soll der Teil vom restlichen Spülfeld getrennt werden. Und: Auch der Untergrund muss abgedichtet werden – damit keine Schadstoffe in das Grund- oder Flusswasser gelangen können. „Die Arbeiten müssen im April 2018 abgeschlossen sein. Deshalb müssen wir jetzt ausschreiben“, so Müller-von Wrycz Rekowski.

Rostock hofft auf große Segler

Bis zur nächsten Sail soll der Fluss dann ausgebaggert sein – erstmals seit 1990. Vermutlich werde die Maßnahme sogar schon zum Hansetag im Juni abgeschlossen sein, heißt es aus dem Rathaus.

Nicht nur die „Stettin“ soll dann wieder an ihren Stammplatz am Stadthafen zurückkehren: „Vielleicht besuchen dann auch mal die Großsegler außerhalb der Sail Rostock – und vielleicht gelingt es uns dann endlich auch, kleine Kreuzfahrer in den Stadthafen zu holen. Das alles scheitert noch am Tiefgang“, so Bellgardt.

Andreas Meyer

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