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Grüne kritisieren Schulabgänger-Debatte

Stadtmitte Grüne kritisieren Schulabgänger-Debatte

Nicht die Schulschwänzer seien das Problem, sondern die hohe Förderschülerzahl.

Stadtmitte. Im Kampf gegen die steigende Zahl an Schulabgängern ohne Abschluss fordern die Rostocker Grünen mehr Inklusion statt Förderschulen. „Durch eine starke Auslese wird in Rostock besonders vielen Schülern schon in der 1. Klasse die Chance auf einen regulären Schulabschluss genommen, weil sie auf eine Förderschule geschickt werden“, kritisiert Susan Schulz, stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende in der Bürgerschaft.

An Förderschulen könne kein regulärer Schulabschluss erworben werden. Daher seien es vor allem Jugendliche aus Förderschulen, die als Schulabbrecher eingestuft werden, betont Schulz.

Die Stadtvertreterin fordert Wirtschaft und Bildungspolitik zu mehr Sachlichkeit bei der Debatte auf. Die Diskussion gehe bisher an den wahren Ursachen völlig vorbei. Forscher sind sich uneinig, warum im bundesweiten Vergleich auffallend viele Rostocker die Schule ohne Abschluss verlassen (die OZ berichtete). Aus Sicht des Bildungsministeriums ist unter anderem die hohe Zahl der Schulschwänzer ein Grund dafür. Die Grünen sind sich dagegen sicher: „Das Hauptproblem ist, dass in Rostock rund 15 Prozent der Schüler eine Förderschule besuchen, das ist ein Spitzenwert. Im Bundesdurchschnitt sind es vier Prozent“, sagt Schulz.

Wer die Zahl der Abgänger ohne Berufsreife in Rostock spürbar senken wolle, müsse den inklusiven Unterricht ausbauen. „Alle Studien haben bewiesen, dass Schüler mit Förderbedarf im gemeinsamen Unterricht bessere Ergebnisse erzielen. Gerade für Rostock ist die Inklusion eine besondere Chance. Hier müssen wir mit zusätzlichen Lehrkräften, Weiterbildungen und Aufklärung dringend Fortschritte erzielen“, betont Schulz.

 



OZ

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