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Rostock Grundschüler erlesen den Turm der Petrikirche
Mecklenburg Rostock Grundschüler erlesen den Turm der Petrikirche
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00:00 20.10.2017
Ein Trio, das den Spaß am Lesen neu wecken will: Katharina Bonke (34), Juliane Foth (34) und Initiatorin Susanne Tanejew (36) betreuen und begleiten das Projekt „Büchertürme“ in Rostock. Quelle: Foto: Lara Lichtenthäler

Östliche Altstadt. Die Petrikirche in der Östlichen Altstadt ist mit Kindern gefüllt. Das Leseprojekt „Büchertürme“ ging gestern in Rostock in die erste Runde. Mehr als 660 Kinder aus 33 Grundschulklassen stehen bereit, bis zum Ende des Schuljahres im Sommer 2018 den Turm der Petrikirche zu erlesen.

Und das funktioniert so: Jedes Kind schreibt von jedem gelesenen Buch den Autor, Titel und seinen eigenen Namen in eine Leseliste. Dazu kommen die am Buchrücken gemessenen Zentimeter des Buches.

Knapp 117 Meter Buch müssen die Schüler bis zum Ende des Projektes lesen, um die Höhe des Turms der Petrikirche zu erreichen. Zehn Zentimeter Buchrücken ergeben einen Turmbaustein oder auch ein Pisa.

Um das Ziel zu erreichen, muss jedes Kind etwa zwei Turmbausteine erlesen – also knappe 20 Zentimeter.

„Das Leseverstehen, das Hörverstehen und die Rechtschreibung sind wieder schlechter geworden. Mit solchen Projekten können wir diesem Trend entgegentreten“, sagt Lisa Ingermann. Die 32-Jährige arbeitet an der Uni Rostock im Bereich der Grundschulpädagogik und unterstützt das Projekt. Die Studentin besorgt unter anderem Lesestoff und hilft dabei, die Leselisten zu führen.

Die Idee für den „Bücherturm“ stammt von der Kinderbuchautorin Ursel Scheffler. Nach einem vernichtenden Ergebnis der Pisa-Studie, wollte die Hamburgerin speziell den Kindern aus Hamburg das Lesen näher bringen. Das Projekt wurde ein Erfolg. Überall im Land erlesen Grundschüler die Höhe von Türmen. Susanne Tanejew bringt dieses Projekt nun auch nach Rostock: „In Greifswald gab es bereist die Büchertürme, warum also nicht auch hier?“ Auch sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Rostock und wollte die Institutionen Universität, Schule und Bibliothek zusammenbringen. „Das ist auch ein schönes Projekt für die Studenten, die so einen Kontakt mit den Kindern bekommen“, sagt die 36-Jährige.

Unterstützung erfährt sie von der Stadtbibliothek durch Katharina Bonke und von dem Literaturhaus Rostock durch Juliane Foth. Auch der Senator für Jugend, Soziales, Gesundheit, Schule und Sport der Hansestadt Rostock hilft bei der Durchführung des Projekts.

Während der Auftaktveranstaltung las Steffen Bockhahn (Die Linke) Zeilen aus einem alten Kinderbuch von Ottokar Domma („Das Früchtchen“) vor. Die Kinder der Werner-Lindemann-Grundschule, der Grundschule Parkentin, der Kinderuniversitas und der Gehlsdorfer Grundschule lauschten ihm gespannt.

Direktorin Claudia John aus der Grundschule Parkentin freut sich über das Projekt: „Ich hab davon im Internet gelesen und wollte gern mit meiner Schule mitmachen, auch wenn wir nicht aus Rostock kommen.“ Durch den Kontakt mit der Universität ist auch nun ihre Schule mit sechs Klassen Teil des Bücherturms. „Mir geht es bei dem Projekt vor allem darum, dass die Kinder nicht nur mit ihrem Smartphone beschäftigt sind, sondern ab und an ihre Nasen auch mal in Bücher stecken“, sagt John.

Als Belohnung für ihren Leseeifer, können die fleißigsten Klassen einen Klassensatz des Buches „Der alte Mann und das Meerschweinchen“ von Jens Sparschuh gewinnen.

Das Projekt „Büchertürme“

Die Kinderbuchautorin Ursel Scheffler dachte sich das Projekt aus, um Kinder zum Lesen zu motivieren. Anlass dafür waren die schlechten Ergebnisse des Pisa-Lesetests. Hamburg schnitt dabei schlechter ab als die chinesische Stadt Shanghai. Scheffler bekam die Idee, dass die Kinder Bücher nach Zentimetern oder auch nach Pisa lesen sollten – ein Pisa sind zehn Zentimeter Buchrücken. Die Maßeinheit ist sowohl nach der Pisa-Studie, als auch nach dem schiefen Turm von Pisa benannt. In der Idee galt es, diesen Turm – im übertragenen Sinne – wieder gerade zu rücken. Scheffler möchte mit dem Projekt die schlechten Pisa-Test-Ergebnisse der Schüler wieder verbessern. In Mecklenburg-Vorpommern ist Rostock bereits die dritte Stadt, welche an dem Projekt teilnimmt.

Lara Lichtenthäler

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