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Rostock Grundschul-Bibliothek aus eigener Kraft aufgebaut
Mecklenburg Rostock Grundschul-Bibliothek aus eigener Kraft aufgebaut
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00:19 13.04.2018
Ulrike Balzer und ihre Mitstreiter haben monatelang gearbeitet, Regale aufgebaut und eingeräumt. Doch sie sind sich einig: Die Arbeit hat sich gelohnt.

Es war ein echter Kraftakt: Schüler, Lehrer und Horterzieher der Grundschule am Margaretenplatz haben gemeinsam lange um eine eigene Bibliothek gekämpft, aber jetzt ist es geschafft. Mehr als 800 Bücher stehen in den Regalen zum Lesen bereit. Sofas und Kuschelkissen laden dazu ein, sich eines von ihnen zu schnappen und sofort darin zu schmökern.

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Mehr als 800 Bücher für die Kinder der Einrichtung am Margaretenplatz

Den Anstoß zur eigenen Bibliothek hatte indirekt die Buchhandlung Hugendubel geliefert. Die nämlich hatte die Schule bisher einmal jährlich mit einer großen Bücherkiste ausgestattet und so den Grundstock für den dort obligatorischen Lesemonat im März/April geliefert. Schulleiterin Ramona Beckmann bedauert: „Diese Bücherkisten gibt es jetzt nur noch alle zwei Jahre, so dass wir überlegen mussten, wie wir trotzdem genug Lesefutter zusammenbekommen.“

Nicht einen Cent hatte die Schule zunächst für eine Bibliothek in der Kasse, aber dadurch, dass das Gebäude gemeinsam mit dem Hort genutzt wird, gab es immerhin einen Raum. Um trotzdem zum Ziel zu kommen, taten sich einige Pädagogen und Eltern zu einer Koordinierungsgruppe zusammen und organisierten im vergangenen Herbst unter anderem einen Spendenlauf. Ulrike Balzer, Mitglied der Koordinierungsgruppe: „Am Anfang wollte es keiner glauben, aber auf die Weise haben wir 4700 Euro zusammenbekommen.“ Geld, mit dem Regale gekauft und Bücher angeschafft werden konnten. Dazu kamen etliche Werke, die die Kinder von zu Hause mitgebracht und gespendet haben.

Bevor aus all dem eine echte Bibliothek wurde, mussten allerdings alle Pädagogen im Haus die Ärmel hochkrempeln und beim Aufbau mithelfen. Ulrike Balzer erzählt mit einem Schmunzeln: „Das war schwieriger als gedacht. Ich weiß jetzt, warum man Bibliothekswesen sogar studieren kann.“

Ein bisschen Beratung bekamen sie und ihre Mitstreiter dabei von der Rostocker Stadtbibliothek, mit der die Schule schon seit langem eng zusammenarbeitet. Auch von anderer Seite gab es Unterstützung:

Die Buchhandlung Hugendubel gewährte nicht nur Rabatt, sondern lieferte die Ware auch noch fertig sortiert nach Themengebieten und Lesealter. Und schließlich ist die Rostocker Gesellschaft für Personalentwicklung und Innovationsförderung BQG gerade dabei, die neu angeschafften Bände ordentlich einzuschlagen und alte neu aufzuarbeiten – eine Maßnahme, die die Nutzer nichts kostet und Langzeitarbeitslosen den Weg zurück in eine Beschäftigung ebnen soll.

Eröffnet wurde die neue Einrichtung schließlich von den Schülern selber. Robin Pastow (1a), Emma Kahnhold (2c), Katharina Schüler (3a) und Mattes Holz (4d), die für besonders gutes Vorlesen zu Lesekönigen ihrer Jahrgangsstufen gewählt wurden, durften das rote Absperrband am Eingang offiziell mit der Schere durchtrennen. Die Bücher, zu denen sie und ihre Mitschüler besonders gerne greifen:

Harry Potter, Gregs Tagebuch, Die drei Fragezeichen und immer wieder Sachbücher, in denen die Welt der Tiere erklärt wird. Schulleiterin Ramona Beckmann freut sich: „Zu Hause haben die Kinder natürlich auch Bücher, aber es ist einfach etwas ganz anderes, ob man aus zehn Bänden oder aus einem ganzen Fundus schöpfen kann.“

Wenn Rostocker Schulen eine Bibliothek aufbauen wollen, dann können sie sich professionelle Hilfe in der Stadtbibliothek holen. Martina Bade, die die Einrichtung leitet, versichert: „Wir können zwar nicht finanziell, wohl aber mit unserem Know-how unterstützen.“ Besonders intensiv mit dabei sind ihre Mitarbeiter beispielsweise im Innerstädtischen Gymnasium, im Käthe-Kollwitz-Gymnasium, der Jenaplanschule und der Sankt-Georg-Schule, mit denen es Kooperationsvereinbarungen gibt. Martina Bade: „Wenn wir um Rat gebeten werden, dann gucken wir uns erst einmal an, was schon vorhanden ist, wie viel der Etat hergibt und überlegen dann gemeinsam, was getan werden kann.“ Zum Teil stellen die Profis den Schulen sogar ihr Computersystem zur Verfügung. Einer der Vorteile: Die Kinder und Jugendlichen kennen sich dann schnell auch in den Filialen der Stadtbibliothek bestens aus.

So sieht es woanders aus

Bibliotheken sind Sache der Schulen – so sagt es jedenfalls das Kultusministerium in MV. Dass das nicht so sein muss, zeigen andere Bundesländer. Hessen etwa stellt eigens Fachberater zur Verfügung und es gibt eine EDV-Servicestelle, die Weiterbildungen zum Thema Bibliotheks-Software organisiert. Niedersachsen hat vier Regionalbeauftragte, die u.a. die Zusammenarbeit im Schulbibliotheks-Netzwerk vorantreiben. Außerdem lobt das dortige Kultusministerium einmal jährlich einen Schulbibliothekspreis aus. Hamburg hat einen Kooperationsvertrag mit der Stiftung Hamburger öffentliche Bücherhallen.

Katja Bülow

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