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Rostock Hafen-Geschichten: Westgeld, Betriebssport und Bananen
Mecklenburg Rostock Hafen-Geschichten: Westgeld, Betriebssport und Bananen
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13:35 29.04.2018
Verläger Matthias Redieck (60, von links), Renate Haupt (76), Wolfgang Elflein (75), Gudrun Vierow (65) und Verläger Achim Schade (63) stellten gestern bei einem Schiffstörn des neue Hafen-Buch vor. Quelle: Lea-Marie Kenzler
Rostock

Als Roland Methling (UFR) das Deck des Fahrgastschiffes „WarnowStar“ betritt, strahlt die Sonne über Warnemünde. Zur Präsentation des Buches „Unser Hafen. Rostocks Tor zur Welt. 1960 bis 1991“ ließ es sich der Oberbürgermeister nicht nehmen, den Mitwirkenden persönlich zu gratulieren. 31 ehemalige Hafenmitarbeiter erzählen im Buch von Bananen und Apatit, Kisten und Containern, Schnee und Eis, dem Berufsverkehr, der Kinderbetreuung, den großen und kleinen Problemen im Alltag eines Hafenarbeiters. In den Händen hielten gestern die Verläger, Sponsoren und Autoren nach zwei Jahren Arbeit ein Stück Rostocker Geschichte und Tradition. Bei einer Hafenrundfahrt wurde das gefeiert.

5000 Mitarbeiter zu DDR-Zeiten

Wolfgang Elflein (75) blättert stolz in den Seiten des blauen Buches. Das frisch gedruckte Exemplar liegt wie ein Manifest in seinen Händen. Elflein war „von der ersten Stunde dabei“. Er habe im Hafen nicht nur gearbeitet – er habe ihn aufgebaut. „Vom Umschlagarbeiter, über den Disponenten zum Vorstand, ich war in vielen Positionen tätig“, sagt der Hafenmann. Als Methling zum Gratulieren kommt, weiß Elflein: „Das ist einer von uns.“ Der Oberbürgermeister ist stolz auf das Geleistete: „Ohne den Hafen würde es das Rostock, wie wir es heute kennen, nicht geben. Die Geschichte unserer Stadt ist auch immer die Geschichte unseres Hafens.“ Ab den 1960er Jahren prägte der Rostocker Hafen die Entwicklung der Stadt und galt als „Rostocks Tor zur Welt“. Die Hansestadt habe den Druck des Buches zum 800. Stadtgeburtstag mit Freude unterstützt.In der DDR beschäftigte der Rostocker Überseehafen 5000 Mitarbeiter. 3000 weitere waren als Dienstleister tätig. 31 der Hafenleute, Spediteure, Schiffsmakler, Eisenbahner berichten im Buch von ihren Erinnerungen an den Aufbau und Betrieb eines Hafens, der sich bis in die 1980er Jahre zum drittgrößten Deutschlands entwickelte.

Westgeld, Betriebssport und Bananen

Matthias Redieck (60) und Achim Schade (63), die Verläger des Buches, berichten über den Entstehungsprozess. Redieck erinnert sich an die vielen Anekdoten der Zeitzeugen. „Eine Bananen-Geschichte hatte wohl jeder Hafenmitarbeiter zu berichten“, sagt der Journalist mit einem Grinsen. Wie es aber einige Mitarbeiter schafften, eine tonnenschwere Krananlage zu versetzen, über Westgeld, Studenten, Betriebssport und die Deutsche Reichsbahn wird im Buch erzählt. Und während sich die zusammengewachsene Hafenfamilie weitere Anekdoten erzählt, schippert Kapitän Reinhardt Kammel (61) bei einer Hafenrundfahrt an jenem Ort vorbei, wo 1956 alles begann. Entstanden ist auf 224 Seiten ein Werk, das den einen an eine vergangene Zeit erinnern mag und anderen zeigt, wie die Erlebnisse der Hafenmitarbeiter eine ganze Stadtgeschichte prägten. Interessierte und jeder, der sich selbst zurück erinnern will, ist herzlich vom Verlag „Redieck & Schade“ am 3. Mai, 18 Uhr zur Buchpremiere eingeladen.

Lea-Marie Kenzler

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