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Rostock So gruselt sich Rostock
Mecklenburg Rostock So gruselt sich Rostock
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12:40 27.10.2018
Sandra Ipsen (47) und Tarje Ipsen (11) aus Rendsburg haben auf Karls Erdbeerhof in Rövershagen die Grusel-Nacht besucht. Quelle: Martin Börner
Rostock

In wenigen Tagen ist es so weit. Dann findet das Fest des Gruselns statt: Halloween. Schon seit Wochen bereiten sich Händler und Gruselfans auf den Tag vor. Denn auch in Rostock und Umgebung gewinnt das Fest an Bedeutung.

„Ich habe das Gefühl, Halloween wächst von Jahr zu Jahr“, sagt Peter Magdanz vom City-Kreis Rostock. Vor ein paar Jahren habe es hier kaum eine Bedeutung gehabt, nun sei es ein anerkanntes Familienfest. Darauf stellen sich auch die Händler ein. „Man sieht, dass die Nachfrage da ist und darauf wird reagiert. Halloween ist ein markanter Punkt im Herbst.“ Er schätzt das positiv ein. „Wenn es die Möglichkeit gibt, damit ein neues Geschäft zu und Umsatz zu machen, ist das ja gut.“ Auch das Herbst- und Halloweenfest an diesem Wochenende fange an, sich zu etablieren. „Seit vorigem Jahr findet in diesem Rahmen auch ein verkaufsoffener Sonntag statt“, sagt Magdanz.

Auch im Globus in Roggentin wächst das saisonale Angebot, um das schaurige Fest. „Wir haben in diesem Jahr wieder ein deutlich größeres Sortiment als im Vorjahr“, erklärt der Geschäftsleiter Frank Meißler. Gerade vor den Toren der Stadt spiele das Fest mittlerweile eine größere Rolle. Hier schmücken viele Hausbesitzer ihre Vorgärten, um den Kindern der Nachbarschaft zu zeigen, dass man hier Süßigkeiten ergattern kann. „Ich gehe davon aus, dass es so weiter geht. Das Fest ist nicht nur für Kinder, die irgendwo klingeln, sondern eben auch für Erwachsene.“

Für Elizabeth Prommer von der Uni Rostock hat der Tag eine ganz besondere Bedeutung. „Ich war immer ein Halloween-Fan.“ Sie wurde in Amerika geboren und ist dann in München groß geworden. Dennoch hat ihre Familie immer Halloween gefeiert. Eine Tradition, die sie übernommen hat. „Ich finde das lustig und freue mich, wenn es auch in Rostock ankommt.“ Ihr ist aufgefallen, dass in der Region immer häufiger Häuser geschmückt oder Themenpartys gefeiert werden. „Es ist aber noch bei weitem nicht das große Phänomen wie in Amerika. Davon sind wir noch ganz weit weg“, betont Elizabeth Prommer.

In Karls Erlebnisdorf in Rövershagen steht der gesamte Oktober im Zeichen des Grusel-Fests. „Halloween beziehungsweise die Gruselzeit hat bei Karls schon immer eine große Rolle gespielt“, erklärt die Sprecherin Nadja Schriever. Seit 2011 gibt es in dieser Jahreszeit ein extra Programm. Seit dem habe man es weiter entwickelt, mehr Angebote und Attraktionen geschaffen. „In diesem Jahr haben wir zum ersten Mal eine lange und große Grusel-Nacht mit Artisten und Künstlern stattfinden lassen.“ Außerdem wurde die Traktorbahn zu einer Grusel-Bahn umgestaltet und ein Spukhaus integriert. Stopp ist damit noch lange nicht. Man wolle auch in Zukunft das Thema weiter ausbauen. „Für uns ist wichtig, dass es keinen Horror gibt, vor denen sich Kinder erschrecken. Etwas gruselig darf es aber sein.“  

Dass am 31. Oktober ein gesetzlicher Feiertag in MV ist, liegt jedoch nicht an Halloween, sondern am Reformationstag. Die Kirche sieht das jedoch locker. Eine Konkurrenz sei der Import-Feiertag nicht. „Was den 31. Oktober angeht, gilt zumindest in Deutschland: Die evangelische Kirche feiert seit Jahrhunderten selbstbewusst und fröhlich den Reformationstag und lädt dazu zu Gottesdiensten, Andachten und kulturellen Veranstaltungen ein“, sagt Christian Meyer, Sprecher des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises MV. Es gebe inhaltlich keine Überschneidungen, es würde nur zufällig am gleichen Tag stattfinden. Dennoch finde er es erstaunlich, wie schnell das Halloween-Brauchtum aus vergangenen Zeiten von so vielen Menschen aufgegriffen werde. „Es scheint reizvoll zu sein, die Angst vor Gespenstern, Spuk und Tod einmal auf die leichte Schulter nehmen zu können.“

Auf die leichte Schulter nimmt die Polizei den Tag nicht. Denn nicht jeder sucht nur nach etwas Süßem, sondern gleich nach dem Streich. „Man muss darauf achten, dass man die Grenzen zwischen lustig und strafbar nicht vermischt“, warnt Polizei-Sprecherin Dörte Lembke. Sachbeschädigungen seien auch an Halloween kein Kavaliersdelikt. „Darüber sollten Eltern mit ihren Kindern und Jugendlichen reden.“ Die Polizei-Sprecherin hat einen weiteren Tipp für die kleineren Gespenster, Hexen und Teufel. „Eltern sollten darauf achten, dass Kinder verkehrssichere Kostüme tragen.“ Mit reflektierenden Streifen sei das schnell gemacht. „Auch sollten die Kinder nach links und rechts gucken, wenn sie über die Straße gehen. Auch wenn der Abend aufregend ist.“ Wenn man diese Regeln beachte, könne man eine lustige und spannende Halloweennacht mit viel Grusel und ohne Sorgen und Nöte verbringen. „Alle sollen Spaß haben und keiner zu Schaden kommen.“

Der Ursprung von Halloween

Über den Ursprung des Halloween-Brauches gehen die Meinungen auseinander. Bereits vor 2000 Jahren feierten die Kelten im alten England „Samhain“. Mit Feuern verabschiedeten sie den Sommer, begrüßten den Winter, bedankten sich für die Ernte und gedachten den Verstorbenen. Deren Seelen kamen in ihrem Glauben am 31. Oktober als Geister auf die Erde zurück.

Um die Geister an der Rückkehr zu hindern, verkleideten sich die Kelten offenbar furchterregend. Einige Forscher gehen davon aus, dass sie dabei auch zerstörerisch und laut durch die Straßen zogen. Das erinnert an den heutigen Brauch, wenn Kinder von Haus zu Haus ziehen und Nachbarn erschrecken.

Ein möglicher Bezug zu christlichen Festen geht etwa auf die Zeit 800 Jahre nach Christi Geburt zurück. Damals erklärte der Papst den 1. November zum Feiertag Allerheiligen. Seither wird an diesem Tag der christlichen Märtyrer gedacht. Auf Englisch heißt „Allerheiligen“ „All Saints“ und der Abend davor „All Saints Eve“.

Bestimmte Wissenschaftler glauben, dass daraus später im Englischen das christliche Fest "All Hallowmans Eve" wurde und daher der Name Halloween stammt. Irische Auswanderer nahmen den Brauch mit in die USA. Zaghaft lebte er bereits etwa um 1990 in Deutschland auf.

Johanna Hegermann

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