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Hammertest: Kranke Linde am Alten Markt sofort gefällt

Stadtmitte Hammertest: Kranke Linde am Alten Markt sofort gefällt

Das Grünamt begutachtet derzeit morsche Bäume in der Stadt. Wenn Gefahren für Verkehr oder Fußgänger bestehen, muss beschnitten oder gefällt werden.

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Thomas Kowol klopft den Stamm der Winterlinde im Oberwall ab, um mögliche Fäulnisstellen zu entdecken. Fotos(2): Franziska Krakow

Stadtmitte. Auf dem Plateau am Oberwall klopft Thomas Kowol gegen den Stamm einer Winterlinde. Mit Steffie Soldan vom Grünamt und Baumkontrolleur Heinz Jürß

untersucht er Bäume auf Krankheiten. Dabei handelt es sich um Exemplare, die schon länger unter Beobachtung stehen. Aber auch Neuzugänge werden intensiv besichtigt.

„Momentan gucken wir besonders nach dem Brandkrustenpilz, von dem vor allem die Linden befallen sind“, erläutert Heinz Jürß. Der Pilz wurde gestern beispielsweise bei einer Silberlinde am Alten Markt entdeckt. Spontan musste sie gefällt werden. Mehr als die Hälfte des Stammes sei verfault gewesen.

„Wir fällen die Bäume wirklich nicht zum Spaß oder weil sie nicht mehr ins Stadtbild passen, sondern weil sie tatsächlich krank sind“, sagt Steffie Soldan. Auch der Verkehrsicherungspflicht geht die Stadt damit nach. Es werden Äste und Teile der Kronen beschnitten, damit sich Passanten nicht daran verletzen können. Auch Bäume, die in den Wallanlagen Anfang Dezember von Sturm „Xaver“ stark beschädigt wurden, mussten entfernt werden, da sie früher oder später von selbst zusammengebrochen wären.

Und trotzdem sind immer wieder Plakate zum Schutz der Bäume in der Innenstadt von Rostock zu finden. Heinz Jürß empfindet diese Proteste als anstrengend. Er kann nicht nachvollziehen, warum manche Bürger sogar Kinder für solche Aktionen benutzen und sie „aufhetzen“. „Die Bäume sind zum Teil stark von Pilzen oder anderen Krankheiten befallen. Dagegen müssen wir nun mal was tun,“ sagt er. Die beiden Eichen im Rosengarten haben beispielsweise die stärksten Schäden auf der gesamten Grünfläche. Da die Bürger aber in solcher Weise gegen deren Fällung demonstrierten, blieben sie stehen. Der Baukontrolleur kann darüber nur den Kopf schütteln.

Um die Krankheiten zu erkennen, untersucht Diplom-Biologe Thomas Kowol die Stämme der Baume mit einem Registrator. Bemerkt er einen hohen Widerstand, lässt das auf ein gesundes Holz schließen. Ist er jedoch gering, kann er davon ausgehen, dass es sich um einen morschen Stamm und somit um einen kranken Baum handelt. Bei der gerade entfernten Silberlinde war die Nutzung des Gerätes gar nicht nötig, da ihre Beschädigung für die Fachleute offensichtlich war.

Sollte beim Fällen oder Beschneiden der Bäume der Lebensraum verschiedener Tiere in Gefahr geraten, werden Folgemaßnahmen eingeleitet. „Wir arbeiten eng mit dem Tierschutz zusammen,“ betont Heinz Jürß und erklärt weiter, dass bei den Käferarten beispielsweise ein Teil des Stammes ausgesägt wird, so dass die Tiere problemlos umgesiedelt werden können. Vogelnester könne man hingegen schlechter umsetzen. Dann werden nur solche Äste beschnitten, die von keinem Nest besetzt sind. „Das Amt für Stadtgrün, Naturschutz und Landschaftspflege freut sich über jeden Hinweis, wenn es noch ungesehene Baumpatienten in der Stadt geben sollte“, sagt Heinz Jürß.

Baumkataster
In einem Baumkataster werden alle Bäume dokumentiert, die in irgendeiner Weise fraglich sind oder bereits beschnitten oder gefällt wurden. So ist zu jeder Zeit nachvollziehbar, was wann an den verschiedenen Bäumen der Stadt gemacht wurde und aus welchem Grund. Auch skeptische Bürger können beim städtischen Grünamt dieses Kataster einsehen, um der Notwendigkeit bestimmter Fällungen auf den Grund zu gehen.

 



Franziska Krakow

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