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Handschuhe für jedes Kind

Broderstorf Handschuhe für jedes Kind

Einen ganz besonderen Beifall bekam Herta Hilbrecht aus Neuendorf beim Broderstorfer und Roggentiner Dorffest. Die 68-Jährige zeigte beim Seniorenkaffee einen Korb voll Stricksachen, die sie für Kinder aus Tschernobyl fertigte.

Broderstorf. 60 Paar Handschuhe und 27 Pudelmützen lagen auf dem Tisch im Lichthof des Amtes Carbäk. Diana König vom Rostocker Volkstheater hatte den Senioren aus Roggentin und Broderstorf mit ihren Snacks und ihren Liedern so eben den Kaffee versüßt, da meldete sich noch einmal Amts-Chef Dr. Ernst Schmidt zu Wort. Gemeinsam mit Herta Hilbrecht aus Neuendorf packte er einen Tisch voll mit Stricksachen. Ein Symbol sozusagen dafür, dass auch eine Seniorin durchaus zu Höchstleistungen fähig ist.

Mit kräftigem Beifall zollten die älteren Herrschaften der 68-Jährigen ihre Anerkennung. „Ich habe im letzten Jahr versprochen, jedem Kind aus Tschernobyl, das in diesem Jahr kommt, ein Paar Handschuhe zu stricken.“ 60 Kinder waren im vergangenen Jahr in Marlow und Kühlungsborn zu Gast. „Leider hatte ich damals zu spät davon gehört“, erinnert sie sich. Schon 2001 hatte sie der Ehrgeiz gepackt, als sie in der OSTSEE-ZEITUNG von einer großartigen Hilfsaktion gehört hatte. Bürger hatten bei der Sanitzerin Barbara Kirchhainer viele Sach- und Kleidungsspenden abgegeben. Was fehlte, waren Handschuhe, denn jedes der Kinder sollte mit dem, was es am dringendsten brauchte, wieder nach Hause fahren. „Immerhin habe ich sofort acht Paar und bis Weihnachten 40 Paar Handschuhe geschafft.“

Stricken war schon immer eine Leidenschaft der Neuendorferin. Die drei eigenen und die zehn Enkelkinder wurden immer von oben bis unten bestrickt. Nach den „Übungen“ vom Vorjahr ist ihr Tempo inzwischen rekordverdächtig. „Manchmal schaffe ich an einem Abend fünf Paar“, beschreibt sie ihr Leistungsvermögen. Dann müsse aber etwas Ordentliches im Fernsehen sein und der Film möglichst Überlänge haben. „Oder ein spannendes Fußballspiel. Wie jetzt zur WM. Das schafft auch.“

In vier Wochen will sie die Stricksachen nach Kühlungsborn bringen.



ACHIM TREDER

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