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Hansa-Kino: Wieder offen für neue Ideen

Hansaviertel Hansa-Kino: Wieder offen für neue Ideen

Kein Fitnessstudio — Injoy-Med bleibt in Deutscher Med. Eigentümer suchen nun ein Betreiber-Konzept.

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Für das ehemalige Hansa-Kino in der Waldemarstraße werden neue Nutzungsideen gesucht.

Quelle: Ove Arscholl

Hansaviertel. Eigentlich war alles in Papier und Tüten: Der Hansa-Filmpalast sollte zum Sportpalast werden. Ab 1. September sollte das Fitnessstudio Injoy-Med ins denkmalgeschütze Kino-Haus einziehen. Am bisherigen Standort, in der Deutschen Med, wurden zum Jahresende schon die Umzugskisten gepackt, das letzte Training sollte am Heiligabend sein und ab 1.

Februar in einem Übergangsobjekt in der Südstadt wieder beginnen (die OZ berichtete).„Dann kam alles anders“, erzählt Studio-Inhaberin Silke Bull.

Nach dem OZ-Bericht hätte sich der Vermieter der Räume in der Deutschen Med gemeldet und neue Konditionen angeboten. „Er ist uns entgegengekommen“, berichtet Silke Bull, „und so haben wir das Angebot angenommen, aus wirtschaftlichen Gründen. Wir bleiben in unseren Räumen.“ Die Zwischenlösung in der Südstadt sei nicht mehr nötig.

Eine Entscheidung, die für die Eigentümerin der Kino-Immobilie, Marlis Kieft, überraschend kam. „Wir haben die komplette Planung fertig für ein Fitnesscenter an dieser Stelle“, sagt sie. Sie sei vom Erfolg des Konzeptes überzeugt gewesen. Viele Studenten, aber auch hunderte Polizisten der Dienststelle in der Ulmenstraße hätten potenzielle Kunden sein können. „Wir sind traurig, dass dieses Projekt geplatzt ist“, sagt Marlis Kieft enttäuscht.

Das Objekt sei für die Familie ein „Traditionshaus, das uns nun schon lange begleitet“. Seit 2012 ist das Hansakino geschlossen. „Wir wollen das Haus aber auf jeden Fall halten und mit einem sinnvollen Konzept vermarkten“, sagt Marlis Kieft, deren Nichte Juliane Kieft sich nun darum kümmern soll.

„Wir denken in alle Richtungen“, erklärt die 28-Jährige. 1600 bis 1800 Quadratmeter Fläche sind im Objekt zu vermieten. „Wir sind da auch flexibel mit der Gestaltung des Grundrisses.“ Juliane Kieft hat die „riesige Spielfläche“ zu Jahresbeginn das erste Mal gesehen und ist begeistert „vom Charme des Hauses“. Die Fassade sei denkmalgeschützt, da gebe es klare Absprachen mit dem Denkmalamt.

Im Frühjahr vergangenen Jahres keimte die Idee auf, ein Bio-Kaufhaus an dieser Stelle zu errichten. Es gab einen Interessenten aus Rostock, doch zur Vertragsunterzeichnung kam es nicht. Nun ist auch das Projekt Fitness-Center im alten Kino geplatzt, wenngleich das Nutzungskonzept für diesen Zweck zur sofortigen Anwendung aus der Schublade gezogen werden könnte. „Wir können uns auch betreutes Wohnen hier vorstellen“, zeigt sich Juliane Kieft für neue Ideen offen. „Nur passieren muss etwas. So steht sich das schöne Haus kaputt und das wollen wir auf keinen Fall.“

Für Silke Bull und Injoy-Med ist das Thema erledigt, obwohl sie wie auch die Eigentümer bereits Geld in das Konzept gesteckt haben. „Und das ist wirklich gut“, räumt die Fitnessstudio-Chefin ein.

Kino mit Tradition
Die Hansa-Lichtspiele wurden am 10. Juli 1937 an der Maßmannstraße eröffnet. Der Zuschauerraum in dem Backsteinbau umfasste 730 Plätze. Seit 1967 konnten im Hansa 70-Millimeter-Filme abgespielt werden. 1988 musste das Kino aus statischen gründen gesperrt werden. 1991 wurde es an die Lübecker Kieft-Gruppe verkauft, die sechs Millionen Mark in das Haus steckte.
1994 wurde das Kino samt Anbau mit vier Leinwänden und 950 Plätzen eröffnet. Seit 2012 ist das Hansakino geschlossen, zu groß ist das Kinoangebot in der Hansestadt. Die Immobilie, die zum Teil unter Denkmalschutz steht, gehört weiter der Familie Kieft.

 



Doris Kesselring

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Rostock
Das ehemalige Hansa-Kino in der Waldemarstraße soll neu genutzt werden. Ideen werden gesucht. Foto: Ove Arscholl

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