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Heidehummeln als kleine Forscher

Rövershagen Heidehummeln als kleine Forscher

Integrative Kindertagesstätte wurde erneut ausgezeichnet. Abschneiden liegt weit über dem Durchschnitt der Bundesrepublik.

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Erzieher Frank Hämmerling zeigt seinen Schützlingen mithilfe eines Heißluftföhns, wie Plastikverpackungen wiederverwertet werden.

Quelle: Fotos: Dana Frohbös

Rövershagen. Eine Toastbrot-Tüte, ein Buttermilch-Becher, eine Styroporplatte und viele weitere Plastikverpackungen liegen auf dem Boden in der Kita der Heidehummeln.

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Integrative Kindertagesstätte wurde erneut ausgezeichnet. Abschneiden liegt weit über dem Durchschnitt der Bundesrepublik.

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Dies ist allerdings kein Zeichen für Unordnung, sondern hat einen ganz bestimmten Sinn – es geht um Nachhaltigkeit. Frank Hämmerling hält einen Heißluftföhn in der Hand. Ganz praktisch will der Heilerzieher den Kleinen zeigen, wie Verpackungen durch Hitze ihre Form verändern und dann wiederverwertet werden können.

Das Experiment ist Teil des Projekts „Nichts verschwenden, wieder verwenden!“, mit dem sich die Kinder bereits seit einigen Monaten beschäftigen. Gemeinsam mit ihrem Erzieher streifen sie durch den Wald, tragen dabei Handschuhe und suchen nach Dingen, die dort nicht hingehören.

Dabei werde stets das praktische Ausprobieren, also das Forschen, mit dem Vermitteln von Bildungsinhalten verbunden, sagt Karin Wulff, Leiterin der Kita. In verschiedene Glasbehälter legten die Kinder unterschiedliche Materialien: Toilettenpapier, Feuchttücher oder Zeitungspapier. Über einen längeren Zeitraum beobachteten die Kinder dann, wie lange es dauert, bis sich die verschiedenen Stoffe zersetzen. Unter dem Mikroskop betrachteten sie anschließend die Ergebnisse – mit Folgen. „Auch zu Hause denken die Kinder dann daran und sagen ihren Eltern Bescheid, wenn sie etwas falsch machen“, sagt Karin Wulff.

Ausgegangen war die Idee von den Knirpsen selbst. Auf Urlaubsreisen und im heimischen Wald hatten die Kinder viel Müll entdeckt und stellten sich und ihrem Erzieher dann die Frage, warum das so ist.

„Wir geben nichts vor“, sagt Karin Wulff, „wir begleiten nur und wissen am Anfang selbst noch gar nicht so genau, wo es hingeht“. Die Kinder seien die Akteure des Handelns. „Sie haben alte Kassettenrekorder mitgebracht, diese auseinandergenommen und dann geguckt, was man da noch mit machen kann“, sagt die Kita-Leiterin. Am Ende war daraus ein Roboter entstanden.

„Wie lange dauert es, bis ein Apfel verschimmelt“, fragte vor einigen Tagen eines der Kinder. Frank Hämmerling zögerte nicht lange. „Das probieren wir doch gleich aus“, sagte er. Nun liegt ein angebissener Apfel auf der Fensterbank der Kita – seit Tagen. Doch von Schimmel keine Spur. „Schimmel braucht nämlich Feuchtigkeit“, erklärt der Erzieher, der sich selbst genauso begeistern kann wie die Kleinen, „und auf diese Weise kann ich den Kindern gleich beibringen, was so alles in unserer Luft enthalten ist“.

Die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“, die die Auszeichnungen vergibt, ist gemeinnützig und setzt sich für eine frühe Bildung in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik ein. Die Kleinen sollen stark für die Zukunft gemacht werden und nachhaltiges Handeln erlernen. Die Auszeichnung zu erhalten, sei viel Arbeit, sagt Karin Wulff. „Bewerber müssen eine sehr umfangreiche Mappe abgeben, in der sie ihre Arbeit methodisch und didaktisch genau nachweisen“, sagt sie. Aber auch Öffentlichkeitsarbeit und die Einbeziehung der Eltern sei wichtig.

Als nächstes beschäftigen sich die Kinder damit, wie die Schildkröten unter der Umweltverschmutzung in den Meeren leiden. Zwei Tiere leben in der Kita.

Immer geht es bei den Projekten darum, verschiedene Bereiche zu trainieren: Mathematik, Sprachen, Feinmotorik und natürlich die Naturwissenschaften. Das werde in der Einrichtung gelebt – ist das Steckenpferd. „Viele denken immer, wir spielen hier nur, dabei ist das wirklich nachhaltig“, sagt Karin Wulff, „gesungen, gebastelt und getanzt wird bei uns aber natürlich auch“.

„Haus der kleinen Forscher“

Im Jahr 2013 wurde die Kita das erste Mal ausgezeichnet. Zwei Jahre später erreichte sie die Folgezertifizierung mit einem Wert von 90 Prozent und schnitt als beste Kita im Landkreis Rostock ab.

Nun gab es die zweite Folgezertifizierung mit einem Wert von 97 Prozent – der Bundesdurchschnitt liegt bei 74 Prozent. Voraussetzungen sind Forschen im Alltag, Dokumentation der Projekte und Fortbildungen der Erzieher.

Weitere Infos im Internet auf www.haus-der-kleinen-forscher.de

Dana Frohbös

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