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Heiko Heyden – Der neue Heide-Sheriff

Markgrafenheide Heiko Heyden – Der neue Heide-Sheriff

Nach 34 Jahren Schichtdienst ist der Polizist aus Kassebohm neuer Kontaktbeamter in Markgrafenheide

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Polizeihauptkommissar Heiko Heyden ist der neue Kontaktbeamte in Markgrafenheide. Der Kassebohmer hat 34 Jahre im Schichtdienst gearbeitet, zuletzt war er Dienstgruppenleiter in Dierkow.

Quelle: Fotos: Johanna Hegermann

Markgrafenheide. Es gibt einen neuen Sheriff in der Heide: Und sein Name ist Heiko Heyden. Nach 34 Jahren Schichtdienst ist der Polizeihauptkommissar der neue Kontaktbeamte in Markgrafenheide. „Das ist jetzt etwas ganz anderes“, sagt der 50-Jährige, der zuvor als Dienstgruppenleiter in Dierkow arbeitete.

Den Wechsel hat sich der Familienvater reiflich mit seiner Frau und seinen drei erwachsenen Söhnen überlegt. Als Schutzbeamter habe er viel Not und Elend gesehen. „Man wird zu Schlägereien und Notfällen gerufen“, sagt Heyden. Schon häufiger wurde er im Einsatz verletzt: Er wurde mit einem Baseball-Schläger angegriffen, angefahren und zuletzt im Dezember gebissen. „Ich weiß, da wo ich hingehe, da kann es wehtun.“ Trotz der Erlebnisse sei die Arbeit der Polizisten nicht mit den Darstellungen im Fernsehen vergleichbar. „Man sieht einen Kommissar dort nie administrative Arbeit leisten“, erklärt Heyden lachend. Dabei gehöre der Papierkram ja zum Alltag dazu.

Ans Aufhören hat er nie gedacht, auch wenn sich seine Familie oft Sorgen gemacht habe. „Am Anfang steht die Berufswahl. Ich stehe dafür ein, was ich geschworen habe.“ Schon sein Vater war Polizist. „Das Größte, was man machen kann, ist anderen Leuten zu helfen“, betont Heyden. Auch in seiner neuen Stellung als Kontaktbeamter will er diesem Motto treu bleiben. Die Umstellung in Markgrafenheide würde Heiko Heyden schon jetzt bemerken. „Es fühlt sich an wie eine Vollbremsung von 100 auf Null“, sagt er. In den Jahren des Schichtdienstes hätte er kaum Freizeit gehabt. Jetzt habe er einen geregelten Dienst, bekomme ausreichend Schlaf, habe wieder mehr Lust zum Lesen und um Freunde zu treffen. Langweilig wird es beruflich für ihn trotzdem nicht. „Man hat schon gut zu tun.“ Für Heyden ist Markgrafenheide eine neue Herausforderung. Computer könne man bedienen, doch für Menschen gebe es kein Handbuch. „Aber wenn man nicht offen ist für Neues, kann man sich nicht weiterentwickeln“, sagt der Kassebohmer.

Sein Partner in der Heide ist Polizeihauptmeister Olaf Schöpke. „Ich bin schon seit Jahrzehnten draußen in der Wildnis“, sagt der 58-Jährige schmunzelnd. Die Arbeit hier sei ruhiger als in der Stadt.

Hier gebe es auch weniger Kriminalität. Deswegen hätten sie mehr Zeit, mit ansässigen Firmen und Bürgern in Kontakt zu kommen. Einen Tipp für seinen neuen Kollegen hat Schöpke nicht. „Ich kann ihm nichts auf den Weg geben, was er nicht sowieso schon weiß.“

Eines hat er sich Heiko Heyden immer bewahrt: Seinen Humor. „Man muss auch mal mit dem Bürger rumflachsen können. Sonst macht der Job doch keinen Spaß“, sagt der gebürtige Ueckermünder. Mit seiner lockeren Art verfolgt er ein ganz bestimmtes Ziel. „Wir wollen dazu beitragen, dass das Berufsbild positiv nach außen getragen wird.“ Im Streifendienst sei das mittlerweile zu einem Problem geworden.

„Auch in Rostock ist der Respekt vor der Uniform gesunken“, sagt der Polizeihauptkommissar. „Wir wollen nur, dass man uns die Achtung erweist, die wir auch dem Bürger gegenüber zeigen.“ Deswegen sucht der Polizist zuerst immer das Gespräch, bevor er die volle Strenge des Gesetzes walten lasse. „Wenn also jemand auf einem Behindertenparkplatz steht, frage ich nach seinen Beweggründen“, erklärt der Polizeihauptkommissar. Wenn es sich dann um einen vertretbaren Grund handelt und sich der Fahrer schnell entfernt, spreche nichts dagegen, ihn zu verschonen. „Man darf in diesem Beruf nicht unnahbar sein.“

Falschparker aufzuspüren gehört jedoch nicht zu den Hauptaufgaben der Polizei in Markgrafenheide. Sie unterstützt damit lediglich den Kommunalen Ordnungsdienst. „Wir sind zuständig bei körperlichen Übergriffen, Zechprellern, Problemen am Strand und bei der Suche nach Vermissten“, zählt Heyden einige Beispiele auf. „Wir sind im Ort unterwegs und gucken, was links und rechts in Ordnung gebracht werden muss“, ergänzt Schöpke. „Rettungswege oder Feuerwehrgassen zu versperren bleibt allerdings ein Tabu“.

21 Kontaktbeamte in der Hansestadt

21 Kontaktbeamte gibt es insgesamt in Rostock. Fünf gehören zum Polizeirevier Dierkow (davon zwei für Markgrafenheide), neun zum Polizeirevier Lichtenhagen (davon zwei für Warnemünde) und sieben zum Polizeihauptrevier Reutershagen. In den jeweiligen Revieren haben die Kontaktbeamten auch ihre Büros.

Das Revier Reutershagen betreut die Stadtteile Stadtmitte, Hansaviertel, KTV, Reutershagen, Biestow, Südstadt und Gartenstadt/Stadtweide.

In Markgrafenheide haben die Polizisten ihren Sitz im „Heidehaus“.

Johanna Hegermann

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