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Rostock Helfer reichen Rostockern die Hand
Mecklenburg Rostock Helfer reichen Rostockern die Hand
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00:00 11.03.2013
Die Stars der Ehrenamtsmesse: Die Reha-Hunde Chico und Rosa mit ihren Trainerinnen Bianka Brinkert (l.) und Runa Witt. Quelle: Fotos: Jens Nagel
Stadtmitte

Das Urteil von Ariane Kolber (6) war ebenso eindeutig wie schnell gefällt: Die Stars des Wochenendes trugen die Namen Rosa und Chico. Die Hunde der Trainerinnen Bianka Brinkert (44) und Runa Witt (51) eroberten die Herzen vieler Rostocker, die die Ehrenamtsmesse im Innerstädtischen Gymnasium am Goetheplatz besuchten. Hunderte strömten durch die Gänge, um sich über die Angebote von 50 Ausstellern in Rostock und Umgebung zu informieren.

Unter ihnen war auch Daniela Kolber (27) mit ihrer sechsjährigen Tochter. „Ich möchte mir mal anschauen, ob etwas für mich dabei ist. Ich interessiere mich für die Arbeit mit Kindern“, sagte sie. Das stieß bei Brinkert und Witt, den Tiertrainerinnen, auf offene Ohren. „Wir bilden Hunde für Familien aus, so dass sie behinderten Kindern helfen können“, erklärt Brinkert das ehrenamtliche Programm Reha-Hunde. Etwa eineinhalb Jahre dauert es, bis ein Hund — im Idealfall seien es lernwillige Labradore — alles beherrscht. „Wir suchen dringend Patenfamilien, die Hunde ein Jahr aufnehmen, damit sie sich an Familienleben gewöhnen können und keine Angst mehr haben“, sagt Brinkert.

Paul Nehls (79) kann sich ein Leben ohne Ehrenamt gar nicht mehr vorstellen. Seit 17 Jahren kümmert er sich in der Herzgruppe Teterow um Kranke, haucht ihnen neuen Lebensmut ein. „Den Frohsinn wiederzuerlangen, ist entscheidend für die Genesung“, sagt er. Einmal wöchentlich trainiert er mit 60 anderen an Fitnessgeräten, treibt Sport. Immer in Anwesenheit eines Arztes. Man weiß ja nie. Drei Infarkte erlitt der Ex-Handballtrainer. Neben der Krankheit an sich plagte ihn vor allem die Unkenntnis über das, was er noch unternehmen darf, was er noch kann. „Mir, uns in der Gruppe geht es darum, Menschen zu zeigen, dass sie auch trotz eines Herzleidens nicht vom Leben ausgeschlossen sind“, sagt er.

Uwe Schumacher (69) ist seit acht Jahren aktiv. Er blättert durch ein Fotoalbum. „Wir bleiben nicht nur unter uns, sondern gestalten auch Seniorenabende für andere“, sagt er. Und das Überleben der rüstigen Gruppe ist auch schon gesichert: Karin Buchwald wird die Aktiven leiten, sobald Nehls — wie er sagt — „den Ofen aus macht“. An eine jüngere Zielgruppe richtet sich das Angebot von Sozialdiakonin Stephanie Rapsch (25) und ihren Helfern. In Toitenwinkel kämpfen sie als Verein Fischkutter für die Jugendlichen im Stadtteil. „Wir möchten den jungen Leuten eine sinnvolle Freizeitgestaltung ermöglichen“, sagt sie. Konkret? Etwa Ausflüge oder Hausaufgabenhilfe. Johannes Hentschel (21) und Carolin Sietas (22) helfen seit einem halben Jahr in der Jugend- und Begegnungsstätte. „Wir bieten dort ein warmes Mittagessen an, wer möchte, kann Sport treiben oder kreativ arbeiten“, erläutert Hentschel.

Björn Wisker