Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Herzschwäche: Immer mehr Menschen im Land betroffen
Mecklenburg Rostock Herzschwäche: Immer mehr Menschen im Land betroffen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:53 24.10.2017
Oberarzt Dr. Lutz Hilker bearbeitet eine Entzündung an der Durchtrittsstelle des Versorgungskabels der Mini-Herzpumpe am Bauch seines Patienten Kurt Bieche. Quelle: Christian Rödel
Karlsburg/Rostock/Greifswald

Die Herzmediziner im Nordosten warnen: Immer mehr Bürger leiden an Herzschwäche. Und das, obwohl die Ärzte bessere Therapien und Operationsmethoden anwenden, um Betroffenen zu helfen.Bundesweit gehen Expertenschätzungen von zwei Millionen Erkrankten aus. „Die Dunkelziffer ist doppelt so hoch“, sagt Prof. Stephan Felix, Direktor der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin B an der Unimedizin Greifswald.

Neue OZ-Serie: „Herz in Not“

Unter dem Titel „Herz in Not“ startet die OSTSEE-ZEITUNG gemeinsam mit Kliniken des Landes und der Deutschen Herzstiftung eine siebenteilige Ratgeberserie. Ob beim Telefon- oder Expertenforum – Sie, liebe Leser, haben das Wort.

„Jährlich verzeichnen wir bei den Erkrankungen ein Plus von fünf bis acht Prozent“, so Prof. Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Die Folge: Pro Jahr werden mehr als 440 000 Patienten mit einer Herzschwäche in ein Krankenhaus eingeliefert. In MV waren es 2015 allein 12 391 Frauen und Männer. „In unserer Region nimmt die Zahl der Betroffenen mit der demografischen Entwicklung sogar überproportional stark zu“, betont Prof. Wolfgang Motz, Ärztlicher Direktor des Klinikums Karlsburg bei Greifswald. Er verweist auf die hierzulande besonders ausgeprägten Risikofaktoren, wie Bluthochdruck, Diabetes, starkes Übergewicht und fehlende Bewegung.

Je früher eine Herzschwäche erkannt wird, desto besser

Bei der Herzinsuffizienz handelt es sich um ein Syndrom, das als Folge anderer Herzerkrankungen entstehen kann. Das Herz verliert seine Pumpfunktion und Leistungsfähigkeit. Es kann den Körper nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgen. Je früher eine Herzschwäche erkannt wird, desto besser. „Viele Bürger aber leben nach der Devise: Was von allein kommt, geht von allein“, so Prof. Hüseyin Ince, Chef der Kardiologie und Sprecher des universitären Herzzentrums Rostock. Bluthochdruck etwa könne dazu führen, dass es dem Herzmuskel an Elastizität fehlt, um genügend Blut aufzunehmen. „Wer solche Probleme ignoriert, ist schwerer zu behandeln“, sagt Prof. Ince.

Sterblichkeit bei Herzinfarkt sinkt

Auf den Zusammenhang zwischen verbesserter Versorgung von Herzinfarktpatienten und Zunahme der Herzschwäche macht Prof. Felix aufmerksam: „Die Sterblichkeit bei Herzinfarkt sinkt dank exakterer Diagnosen und funktionierender Rettungsketten spürbar. Das Herzgewebe wird jedoch durch den Infarkt oft geschädigt.“

Laut Deutscher Herzstiftung ist die Herzinsuffizienz bundesweit bei Männern die vierthäufigste und bei Frauen die zweithäufigste Todesursache. Deshalb hat zum Beispiel das Klinikum Karlsburg seit fünf Jahren ein „Kunstherzprogramm“ aufgebaut. Sind alle Therapie-Optionen ausgeschöpft, werden hier Herzpumpen implantiert.

Gute Vernetzung von Kliniken, Kardiologen und Hausärzten in MV

Auf die gute Vernetzung von Kliniken, niedergelassenen Kardiologen und Hausärzten im Land verweist Prof. Ince. Auch wenn es noch weiße Flecken gebe. Der Rostocker warnt vor übertriebenen Erwartungen an die Tele-Medizin. Entscheidend sei die menschliche Komponente – der Kranke müsse regelmäßig von ärztlichem und pflegerischem Personal betreut werden.

Volker Penne

Rostock Kröpeliner-Tor-Vorstadt - Kleingärtner sagen sich vom Land los

Verband der Gartenfreunde will selbstständig werden – das aber könnte teuer werden

10.03.2018

Reaktion auf Affäre um Chat-Protokolle: Ex-Fraktionsvize der AfD spricht von einer „Rufmordkampagne“ gegen ihn.

31.08.2018

Pünktlich zum 5. Geburtstag des Darwineums: Das am 24. Juli geborene Affen-Mädchen wurde im Rostocker Zoo getauft. An einer Online-Abstimmung hatten sich runf 7000 Zoofreunde beteiligt.

10.02.2018