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Rostock Hier gibt’s Rindfleisch aus der Heide
Mecklenburg Rostock Hier gibt’s Rindfleisch aus der Heide
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00:00 12.09.2018
Volkenshagen

Seit 1991 hält der Landwirtschaftsbetrieb Karl Matthes aus Volkenshagen Rinder biologisch. Bisher wanderten die Tiere zum Schlachthof und landeten dann irgendwo in Deutschland im Großhandel. Nun aber will der Betrieb sein Fleisch auch in der Region direkt vermarkten. „Es wird alles regional verarbeitet, es ist alles bio – und es schmeckt auch ziemlich lecker“, ist Betriebsleiter Moritz Schröder von seinen Produkten überzeugt.

Bio-Landwirt vermarktet Produkte jetzt auch selbst / Burger-Patties und Salami im Angebot

Die Idee zur Direktvermaktung habe Schröder schon lange. „Wenn ich irgendwo zu Gast war, sagten die Leute: Du bist Landwirt? Dann bring doch mal ein Steak mit“, erzählt der 32-Jährige. Aber das konnte er bisher nicht. Die Leuten schauten etwas ungläubig und Schröder musste das erst einmal erklären. Nun bietet er über die neue „Mecklenburger Heiderind GbR“ sogenannte Burger-Patties an. Hinzu kommen vier Salami-Sorten: Classic, Walnuss, Fenchel und Chorizo.

Betrieb ist bio-zertifiziert

Insgesamt besitzt der Landwirtschaftsbetrieb Karl Matthes 1000 Hektar Grünland und 650 Mutterkühe. „Diese weiden im Rostocker Umland und auf der Insel Görmitz bei Usedom“, sagt Schröder. Der Betrieb sei bio-zertifiziert.

Alle Rinder werden auf den Wiesen geboren. „Sie laufen das ganze Jahr über auf der Weide. Es gibt keinen Stall“, sagt der Betriebschef. Im Winter bekommen die Tiere Strohbetten. „Die Kälber trinken nur die Milch aus dem Euter ihrer Mutterkuh. Wir melken nicht.“ Acht Monate lang bleiben die Kälber bei ihren Müttern, ehe sie in eine separate Herde gehen.

Die Rinder ernährten sich rein vom Aufwuchs auf den eigenen Weiden und Wiesen. „Wir füttern nur, was die Tiere natürlicher Weise fressen und hier wächst. Es gibt weder Soja noch anderes Kraftfutter“, betont Schröder. „Ich bin überzeugt, dass wir hier die beste Art und Weise der Fleischerzeugung anwenden.“ Bisher habe der Zwei-Meter-Mann davon aber nichts persönlich gehabt. „Das schöne Fleisch der Tiere, die ich hier auf der Weide aufwachsen sehe, hatte ich nie selbst in der Hand“, so Schröder.

Gespräche mit Gastronomen

Sieben bis zehn Jahre werden die Heiderinder alt, ehe sie geschlachtet werden. Bei einem großen Industriebetrieb erreichten die Jungbullen dagegen gerade einmal ein Lebensalter von 24 Monaten, so Schröder. „Die werden schnell hoch gemästet und hoch gezüchtet.“ Dadurch erhalte das Fleisch ein ganz anderes Aroma. „Das ist auch an der Farbe zu sehen.“

Schröder ist im Gespräch mit regionalen Gastronomen, die das Bio-Fleisch kaufen können. Auch bei kleinen Einzelhändlern und in Feinkostläden sollen die Produkte erhältlich sein. Unterstützung bekommt Schröder von Martin Neumann. Der Geschäftsführer der Firma „Mannerhobby“ aus Klein Kussewitz ist ebenfalls Gesellschafter bei der neuen Mecklenburger Heiderind GbR. „Wir haben hier ein Alleinstellungsmerkmal. Wir sind nur 15 Kilometer von Rostock entfernt und damit der nächstgelegene Landwirt zur Stadt. Diese Nähe ist klasse“, ist Schröder überzeugt. Zunächst startet der Verkauf über den Shop „Pistol Prime BBQ“ in Roggentin. Ein Kilogramm Burger-Pattie soll rund 25 Euro kosten. Der Preis für die Salami liegt wohl zwischen acht und zehn Euro.

Seit sechs Jahren in Rostock

Schröder ist gebürtiger Hamburger und lebt seit sechs Jahren in Rostock. Er hat Öko-Agrarmanagement in Eberswalde studiert. Die Leidenschaft für den Beruf geht auf seinen Urgroßvater zurück, der in Kanada Landwirt gewesen ist. „Ich hatte schon immer Interesse an Natur, Tieren und Technik“, sagt der 32-Jährige, der am Doberaner Platz wohnt. Er habe früh bei der Ernte geholfen. Dann sei er acht Monate lang in Neuseeland gewesen, habe viele Praktika absolviert und stets mit Kühen gearbeitet.

Aus der Hansestadt zieht Schröder nun erst einmal nichts weg: „Rostock ist schön zum Leben.“ Allerdings würde er seinen Neffen in Hamburg schon gerne etwas öfter sehen.

André Wornowski

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