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Rostock Historische Speicher, Villen und Gemäuer ziehen alle magisch an
Mecklenburg Rostock Historische Speicher, Villen und Gemäuer ziehen alle magisch an
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00:00 09.09.2013
Stadtmitte

Der Tag des offenen Denkmals lockte gestern Tausende Interessierte in die meist historischen Gebäude der Hansestadt. An 18 Orten in Rostock und Warnemünde erläuterten Mitarbeiter vom Amt für Kultur, Denkmalpflege und Museen die Geheimnisse der besonderen Orte und die Gründe für deren Erhalt.

Schon eine halbe Stunde vor Öffnung standen am Speicherkomplex Hornscher Hof die Besucher Schlange. „Es ist wohl der besondere Reiz an diesem Gebäude, das gerade aufwendig saniert wird. Im nächsten Jahr wird es nicht mehr öffentlich zu besichtigen sein“, sagte Birgit Mannewitz von der Denkmalpflege der Hansestadt. „Viele sind begeistert, dass die Ruine verschwunden ist und wieder Leben in die alten Gemäuer einziehen wird“, so die Expertin.

Auch der Architekt der Umgestaltung, Michael Bräuer, stand den Besuchern Rede und Antwort. „Den Nordflügel werden wir Ende dieses Jahres zur Nutzung übergeben. Den Rest ein halbes Jahr später“, so Bräuer. Schon im Oktober werde für dieses Gebäude geworben. „Dann schauen wir, wie und von wem es genutzt wird“, erklärt der 70-Jährige. Es werden kleine anderthalbgeschossige Wohnungen zwischen 35 und 55 Quadratmetern und drei größere Dachgeschosswohnungen von 100 bis 150 Quadratmeter Größe zur Miete angeboten. Insgesamt wird es dort 24 Mietwohnungen geben. „Platz für einen Aufzug haben wir theoretisch auch mit eingeplant“, sagt der Architekt.

Jedes Jahr nehmen Ursula und Klaus Zoske am Tag des offenen Denkmals teil. Vom Heiligengeisthof über den Hornschen Hof und dem Haus in der Koßfelder Straße wollte das Ehepaar nun ins ehemalige Botanische Institut in der Doberaner Straße einkehren. Doch da waren die Türen bereits um zwölf Uhr geschlossen. „Schade, aber wir wollen noch andere Stationen besuchen, wie das Peter-Weiss-Haus gleich gegenüber“, erzählte der 74-Jährige. Das in Rostock viele alte Gebäude saniert wurden, erfreut die zwei. „Aber es gibt auch einige nicht so gute Beispiele“, sagte Ursula Zoske. Die Bebauung der Holzhalbinsel und die neuen Gebäude am Vögenteich gefielen ihr nicht so. „Ansonsten ist Rostock eine schöne Stadt, die sich gut entwickelt hat“, sagt Klaus Zoske. Beide wünschen sich aber noch eine entsprechende Bebauung am Neuen Markt. Die darf ruhig den alten hanseatischen Charakter von früher haben, sind sie sich einig.

Aus Alt macht Neu: Kristina Schürmann schneiderte im Kuhtor aus alten Fahrradschläuchen Taschen und Schlüsselanhänger. „Es ist ähnlich wie eine Haussanierung. „Es wird immer etwas Neues geschaffen“, sagt die Künstlerin.

Marko Luptscho