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Rostock Hoffnung für Schwerhörige
Mecklenburg Rostock Hoffnung für Schwerhörige
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00:16 08.05.2018

Cochlea-Implantate ermöglichen vielen Gehörlosen, wieder zu hören. Doch nicht jeder, der ein solches Implantat trägt, nimmt die Umwelt gleich gut wahr.

Kiran Sriperumbudur forscht an Implantaten. Quelle: Foto: Thomas Rahr

Der 40-jährige gebürtige Inder, Kiran Sriperumbudur, Doktorand am Institut für Allgemeine Elektrotechnik der Uni Rostock, ist in einer Simulationsstudie mit Hilfe von Mikro-CT-Bildern diesem Phänomen auf die Spur gekommen.

„Man muss das gesamte Gewebeumfeld im hochkomplizierten Sinnesorgan Ohr ins Visier nehmen“, sagt der Wissenschaftler, der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird. So hat Sriperumbudur verschiedene sensorische Nervenzellen in der Hörschnecke (Cochlea) mittels der Mikro-CT-Aufnahmen ausgewählt, nummeriert und sie im zugehörigen Simulationsmodell mit Hilfe einer Elektrode stimuliert. Lediglich 20 Prozent der Zellen hätten reagiert. So lasse es sich erklären, dass bei zwei Patienten mit gleichen Hörproblemen einer durch Technik wieder hören könne, der andere nicht. Die Elektrode im Implantat stimuliert nicht alle Hörzellen gleichermaßen, weil eine starke Heterogenität des Gewebes um die sensorischen Nervenzellen vorliegt.

Schwerhörigkeit ist für die Betroffenen und ihre Mitmenschen oft eine große Belastung. „Da wir immer älter werden, nimmt auch die Zahl der Menschen mit Altersschwerhörigkeit zu“, sagt der Forscher.

Er hat erkannt, dass er das gesamte Innenohrgewebe betrachten muss. Jetzt sei zu überlegen, wie das Innenohr-Implantat verbessert werden könne. Die Herausforderung liegt unter anderem in der Entwicklung neuer Elektrodensysteme und deren Verhalten in der Cochlea.

„Das ist eine hervorragende wissenschaftliche Fragestellung, die bestimmt weitere Forschungen nach sich ziehen wird“, ist der ehemalige Direktor der Rostocker Hals-Nasen-Ohrenklinik, der emeritierte Professor Hans Wilhelm Pau, überzeugt. Professorin Ursula van Rienen (Theoretische Elektrotechnik) geht davon aus, dass diese Studie von starker klinischer Relevanz sein wird. „Generell zeigt die Studie auf, wie wichtig es ist, Simulationen für schwierige biomedizinische Fragestellungen auf verschiedenen räumlichen Skalen durchzuführen“, betont van Rienen.

Kiran Sriperumbudur denkt auch über begleitende Behandlungen zu Cochlea-Implantaten nach und sieht in einer Gen-Therapie bei Patienten mit schweren Hörschäden eine neue Möglichkeit, zu helfen. So könne etwa das Wachstum des Gewebes angeregt werden und anschließend mit elektronischen Implantaten die Hörzellen besser stimuliert werden.

Wolfgang Thiel

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