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Rostock Hundetrainerin ist ihr Traumberuf
Mecklenburg Rostock Hundetrainerin ist ihr Traumberuf
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00:01 23.10.2017
Hundetrainerin Viktoria Mehlig (21) liebt ihren Beruf und ist täglich mit mehreren Hunden unterwegs. Quelle: Foto: Julia Grassmann
Stadtmitte

Sechs Hunde gleichzeitig ausführen? Kein Problem für Hundetrainerin Viktoria Mehlig. Die 21-Jährige hat sich vor über einem Jahr auf den Weg in die Selbstständigkeit begeben – und so ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. Tagtäglich ist Viktoria mit ihrem „Stadtkojoten“ Gassi-Service in den Parks und auf den Wiesen der Hansestadt mit den verschiedensten Vierbeinern anzutreffen.

Für ein Studium ist sie aus Halle nach Rostock gezogen. Derzeit meistert sie ihre Bachelorarbeit im Bereich Anglistik/Amerikanistik und Medien- und Kommunikationswissenschaft. Dass ihr somit kaum Zeit für Privatleben bleibt, ist der Studentin durchaus bewusst.

„Jeden Tag verbringe ich mehrere Stunden mit verschiedenen Hunden, deren Besitzer berufstätig sind. Ich habe ein großes Vertrauensverhältnis zu allen meinen Kunden. Von den meisten habe ich einen Schlüssel zu ihrem Zuhause, um die Hunde abzuholen“, sagt Viktoria. Begleitet wird sie jeden Tag von ihrem eigenen Hund „Gypsy“. In den Schäferhund hat sich Viktoria im Tierheim Rostock-Schlage verliebt, für das sie seit Beginn des Studiums ehrenamtlich arbeitet. Dort kümmert sie sich um die Tiere, unterstützt das Tierheim bei der Öffentlichkeitsarbeit und hilft bei Spendenaktionen und auf der Hundemesse.

Mit „Gypsy“ hat sie sich einen Traum erfüllt, durfte sie doch als Kind keinen eigenen Hund halten. Deshalb kannte Viktoria schon im Kindesalter alle Hunde der Nachbarschaft. Mit acht Jahren schon las sie erste Hundemagazine und schaute Sendungen über Hundeerziehung. Als sie zwölf wurde, fing sie mit ehrenamtlicher Arbeit im Tierheim in Halle an. Dort durfte sie auch die Hunde ausführen. „Sie litten an Angst- und Aggressionsproblemen. Viele waren unsicher und verstört aufgrund jahrelanger Vernachlässigung oder Misshandlung. Es war auf jeden Fall keine leichte Arbeit. Dennoch war mir bereits in diesem jungen Alter klar: Das ist das, was ich machen möchte“, betont Viktoria.

Deshalb hat sie viel Zeit, Kraft und Geld in ihre Weiterbildung auf dem Gebiet der Hundeerziehung investiert. Sie besuchte mehrere Hundeschulen. Außerdem war sie Mitglied eines Hundesportvereins und half in einer Tierpension aus.

Mit dem Umzug nach Rostock wurde sie Dogwalkerin. Ihre Besonderheit : Auch mit schwierigen Fällen fand sie den richtigen Umgang. „Ich stellte fest, dass es viele Hundebesitzer gibt, die nicht genug Zeit für ihre Hunde haben oder jemanden brauchen, der Ahnung hat. Meine Freunde sagten außerdem, ich hätte ein zu gutes Händchen, um nur mit den Hunden Gassi zu gehen“, , erzählt sie.

Mit dem Wunsch, ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit anderen Hundehaltern zu teilen, legte sie ihre Prüfung zur Hundetrainerin im vergangenen Sommer ab. Seitdem betreut sie regelmäßig fünf Trainingshunde und zwölf Gassi-Hunde. Ihr Umgang mit den Vierbeinern ist orientiert an der Hundesprache. Das bedeutet: Wenig Kommandos, aber Regeln, die eingehalten werden müssen. „Diese Art des Trainings verstehen die Hunde sehr gut. Deshalb sind auch relativ schnell Trainingserfolge sichtbar“, erklärt Viktoria. Außerdem schwört sie auf die Kraft des Rudels: „Oft hilft es einem Hund mit Verhaltensproblemen, wenn er sich an anderen orientieren kann, die sich natürlich und entspannt verhalten. Deshalb gehe ich auch gern mit mehreren Hunden gleichzeitig spazieren und trainieren.“ Dabei muss sie natürlich immer bei der Sache sein und aufpassen, dass die Hunde sich benehmen.

Wie es nach ihrem Studium weitergehen soll, weiß Viktoria bereits: „Ich möchte mich auf den Umgang mit schwierigen Hunden konzentrieren, die von Hundeschulen abgewiesen wurden. Dazu würde ich dann eine Ganztagsbetreuung anbieten“, berichtet sie zielstrebig. „Ich weiß, dass es anstrengend ist und man davon nicht reich wird, aber Hunde sind für mich eine Herzensangelegenheit.“

Julia Graßmann

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