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Rostock „Ich gebe das Geld leider sehr gern für Klamotten aus“
Mecklenburg Rostock „Ich gebe das Geld leider sehr gern für Klamotten aus“
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00:18 16.05.2018
Stadtmitte

Der 15-jährige Schüler Hinrich Hoffmann bekommt jeden Monat 100 Euro auf sein Konto überwiesen, von denen er sich seine Kleidung und Schulsachen finanzieren muss. Das Thema Taschengeld wird oft in Familien diskutiert. Es gibt viele verschiedene Modelle und nicht alle Kinder und Jugendliche kommen mit ihrer finanziellen Unterstützung klar. Wie die Jugendlichen Rostocks mit ihrem Taschengeld umgehen und welche Modelle ihre Eltern für sie wählen, beschreibt eine Gruppe von sechs 15-Jährigen der Ecolea-Schule Rostock und des Schulcampus Evershagen.

Schüler verraten, wie viel Taschengeld sie bekommen und wofür sie es ausgeben

Hinrichs Eltern geben ihm nur für notwendige Dinge, wie Essen und Sportsachen, Geld dazu. „Der Betrag ist perfekt für das, was ich brauche“, sagt der Schüler. Doch, um etwas zu sparen, reicht es meist nicht. Dennoch ist er mit seinem Taschengeld zufrieden. „Ich muss halt lernen, mir mein Geld gut einzuteilen, wenn ich nicht immer alles von meinen Eltern hinterhergeschmissen bekommen will.“

Warscheinlich könnte er sogar einen Teil des Geldes ansammeln, räumt er ein. „Aber ich gebe es leider sehr gern für Klamotten aus.“

Eltern, die Schwierigkeiten mit dem Festlegen der Höhe des Taschengeldes haben, können sich auch nach der von Jugendämtern entworfenen Taschengeldtabelle richten. Die des aktuellen Jahres empfiehlt für 15-Jährige 35 Euro pro Monat. Das deutsche Jugendinstitut weist aber auch darauf hin, dass die Taschengeldempfehlungen nur Richtwerte seien. „Die Höhe des Taschengeldes sollte individuell in jeder Familie ausgehandelt werden“, teilt das Institut in einer Erklärung mit. Je nach Familiengröße und Anzahl der Kinder, Entwicklungsstand des Nachwuchses und den Einkommensverhältnissen der Eltern könne es höher oder niedriger sein, heißt es weiter.

Die Eltern von Alexandra Matthes haben sich gegen die Empfehlung entschieden. Die 15-Jährige bekommt ebenfalls jeden Monat 100 Euro als Taschengeld. Im Gegensatz zu Hinrich muss sie sich jedoch davon alles allein kaufen. Genau wie die Mehrheit der kleinen Gruppe gibt sie ihr Geld am liebsten für Snacks und kleine Mahlzeiten im Supermarkt aus. Doch nicht selten geht sie shoppen. Da Alexandra am Ende des Monats meist das Geld ihrer Eltern ausgegeben hat, verdient sie sich etwas Taschengeld dazu. Sie hat ein Pony namens „Sultan“, das sie den Kindern eines Reiterhofs für deren Übungsstunden zur Verfügung stellt. „Da viele kein eigenes Pferd haben, wird mein Angebot eigentlich jede Woche mehrmals angenommen.“

Tom Lukas Schröder bekommt hingegen 20 Euro Taschengeld im Monat. Davon soll der Schüler der Ecolea-Schule sich sein Essen kaufen und Freizeitaktivitäten, wie einen Kinobesuch, bezahlen. „Ich muss aber nie den vollen Betrag übernehmen. Es ist eigentlich immer so, dass ich eine Hälfte bezahle und mein Vater oder meine Mutter die andere noch dazugeben.“ Seine Kleidung finanzieren ihm ebenfalls seine Eltern, nur manchmal muss er etwas zuzahlen. Doch auch er hat nicht das Geld, um etwas beiseitezulegen. Deswegen plant er, ab Winter dieses Jahres als Tennis-Trainer in seinem Verein auszuhelfen. „Tennis ist meine Leidenschaft. Wenn ich damit sogar noch Geld verdienen kann, ist das einfach perfekt.“

Anders als bei anderen Jugendlichen bekommt Mattes Kühn keinen festen Betrag als Taschengeld. Je nachdem, was er in einem Monat benötigt, passen seine Eltern die Finanzierung ihres Sohnes an. „Ich bekomme Geld, um mir Klamotten zu kaufen und wenn ich etwas ohne meine Familie unternehme.“ Aber auch sein Essen, egal ob in der Schule oder außerhalb, bezahlen seine Eltern. Um trotzdem noch eine kleine Ersparnis zu haben, übernimmt der 15-Jährige im Sommer Ferienjobs oder arbeitet im Garten seiner Familie. „Das mache ich nicht regelmäßig, sondern nur wenn meine Hilfe gebraucht wird.“ Der durchschnittliche Betrag, den ihm seine Eltern monatlich für alles zur Verfügung stellen, sind 30 Euro – maximal 40 Euro.

Ein anderes System haben sich Thomas Pham und seine Eltern überlegt. Er bekommt monatlich 15 Euro, muss allerdings nichts von diesem Geld ausgeben. Denn immer, wenn er etwas braucht, geben es ihm seine Eltern. „Das Einzige, was ich eigentlich mit meinem Taschengeld mache, ist sparen.“ Deswegen ist er nicht der Meinung, zu wenig Geld zu bekommen. Die 15-jährige Clara Borrmann gibt lieber ihr selbst verdientes Geld aus. Sie bekommt keinen festgelegten monatlichen Betrag von ihren Eltern und lässt sich nur bei größeren oder wirklich wichtigen Dingen von ihnen finanziell unterstützen. Clara arbeitet seit einiger Zeit einmal pro Woche in einer Tanzschule. Hier unterrichtet sie eine Kindergruppe im Hip-Hop. Von ihrem Geld kauft sie sich am liebsten Snacks und Kleidung, da ihre Eltern ihr hier eben nur das Nötigste kaufen. „Sie tun das nicht, um mich zu ärgern. Sie wollen einfach, dass ich selbstständig bin und dafür bin ich ihnen echt dankbar“, erzählt die Schülerin. Schließlich sei es nicht so, als wenn ihre Eltern ihr gar kein Geld geben würden. Über den Monat verteilt kommen so etwa 20 bis 25 Euro die zusammen.

Trotz der vielen verschiedenen Taschengeld-Modelle sind alle Schüler der befragten Gruppe mit ihrer finanziellen Unterstützung zufrieden.

*Matthis Stabenow (15) ist Schülerpraktikant der Ecolea Rostock.

Matthis Stabenow*

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