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Rostock Iga-Park und „Tradi“ werden zum Ostsee-Museum
Mecklenburg Rostock Iga-Park und „Tradi“ werden zum Ostsee-Museum
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19:30 20.09.2018
Probleme mit dem Brandschutz: Das „Tradi“ muss für mehrere Millionen Euro saniert werden – und wird dann gleich mit neuen Ausstellungen bestückt. Quelle: Peter Sylent / Www.sylent-Press.de
Rostock

Ziemlich genau ein Jahr ist es her, da gab es von den Rostockern ein eindeutiges Votum: Beim ersten Bürgerentscheid der Stadtgeschichte stimmten fast zwei Drittel der Wähler dafür, dass Traditionsschiff „Dresden“ dort zu lassen, wo es seit Jahrzehnten liegt – in Schmarl. Nach dem turbulenten Wahlkampf um den Liegeplatz wurde es dann aber schnell wieder ruhig ums „Tradi“. Bis jetzt: Noch im Herbst will das neue Geschäftsführerduo des Iga-Parks – Kathrin Möller und Matthias Horn – einen Zukunftskonzept für Park und Schiff vorlegen. Die Eckpfeiler: Der Eintritt in das Iga-Gelände wird abgeschafft, das Schiff muss für Millionen saniert werden und 2020 soll ein „Ostsee-Museum“ gebaut werden.

Zehn-Punkte-Plan für das Grün

Die beiden Geschäftsführer haben sich die Zuständigkeiten aufgeteilt: Kathrin Möller kümmert sich um das „Tradi“ und das geplante Maritime Erlebniszentrum. Horn – der Macher der erfolgreichen Buga 2025-Bewerbung – ist für die Grünanlagen zuständig. „In den vergangenen Monaten haben wir alles rund um dem Iga-Park ,hochkant‘ gestellt. Wir haben alle Kosten, alle Strukturen, alle Abläufe auf den Prüfstand gepackt“, sagt er. Ergebnis: „Wir können den Mitarbeitern erstmals seit zehn Jahren eine Lohnerhöhung gewähren – und sparen trotzdem noch Geld“, so Horn. Mehr als zwei Millionen Euro muss die Hansestadt jährlich für den Betrieb zuschießen. Und dennoch: „Wir schaffen den Eintritt ab“, kündigt Horn an. „Mündlich hat der Aufsichtsrat bereits seinen Segen erteilt, wir brauchen noch eine formale Zustimmung.“ Er verspricht sich davon eine Belebung des Parks: „Im Herbst werden wir einen Zehn-Punkte-Plan“, so Horn. Details will er noch nicht nennen. Nur eines ist sicher: Das Ausstellungsgelände der Internationalen Gartenbau-Ausstellung 2003 soll 2025 auch Außenstandort für die Buga werden. Und: Er will neue Angebote für Jogger, InlineSkater und andere Sportler schaffen. „Wir glauben, dass wir die Anlage attraktiv machen können, ohne viel Geld ausgeben zu müssen.“

„Tradi“: Brandschutz in Gefahr

Millionen dürfte hingegen das kosten, was Kathrin Möller rund um das „Tradi“ plant. Denn: In das Schiff muss kräftig investiert werden. Ein Brandschutz-Gutachten weist massive Defizite aus. „Wir müssen das Schiff aufwändig umbauen.“ Alte Styropor-Verkleidungen etwa müssen raus. 2019 will sie mit den Detailplanungen starten, 2020 sollen die Maßnahmen dann umgesetzt werden: „Im untersten Teil der ,Dresden‘, im Bereich der Stauung, zeigen wir immer noch die Ausstellung aus den 1980er Jahren. Die ist nicht mehr zeitgemäß.“ Nach dem Umbau will Möller dort die maritime Geschichte Rostocks präsentieren – von der Hansezeit bis ins 21. Jahrhundert. Auf 800 Quadratmetern. Auf Deck 3 plant sie mit 1200 Quadratmetern für Sonderausstellungen. „Die MurmelSchau ist jedes Jahr einer absoluter Besuchermagnet“, so die Direktorin des Rostocker Schiffbau- und Schifffahrtsmuseums. „Ich kann mir gut vorstellen, dass wir hier auch ein Kinderland einrichten. Aktivitäten für die kleinen Besucher.“Die „authentischen Räume“ des alten DDR-Frachters – die Kombüse, Mannschaftsräume und Brücke – will sie stärker in Szene setzen: Mit Videoinstallationen, Hörspielen, Audio-Dokumenten. „Ohne Stadt und Land ist das alles nicht möglich. Das wird einige Millionen kosten.“Neubau wird „Ostsee-Museum“ An Land möchte Möller endlich den Erweiterungsbau – das Maritime Erlebniszentrum – realisieren. „Ende des Jahres gehen wir mit den Ideen in die Bürgerschaft. 2019 wollen wir einen Architektenwettbewerb starten.“ Das neue Haus soll 2000 Quadratmeter Ausstellungsfläche bieten – und ein Café mit Blick auf die Warnow, das „Tradi“ und den Seehafen. „In einem Teil wollen wir unsere maritime Sammlung, unsere historischen Schätze zeigen. Der zweite Teil soll einen stärkeren touristischen Fokus haben.“ Der Projektname lautet „Ostsee-Museum“. Möller: „Wir wollen die Geschichte der Ostsee inszenieren – auf eine emotionale Art und Weise. Dabei geht es um Biologie, um Geschichte, um Geologie, um Politik und auch um Wirtschaft.“ So etwas gäbe es noch nicht. „Das hätte Strahlkraft.“

Bootswerft soll weiter bauen

Auch die historische Bootswerft, auf der derzeit der Nachbau einer historischen Warnemünder Jolle entsteht, soll bestehen bleiben: „Wir sind sehr gespannt, was die Archäologen bei den Ausgrabungen am Primelberg noch so finden. Warum sollten wir es uns nicht zur Aufgabe machen, ein Rostocker Handelsschiff aus dieser Zeit nachzubauen?“ Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) hatte sich jüngst eine eigenes Schiff für die Hansesail gewünscht: „Eine Kogge wäre vielleicht eine Nummer zu groß für uns.“ Horn dementiert indes energisch Berichte, wonach große Teile des Parks Bauland werden sollen: „Von 24 Grundstücken ist die Rede. Blödsinn!“ Ja, drei Teilflächen – jede 40 mal 40 Meter groß – sind seit Jahren für Bebauung vorgesehen. „Aber das werden vielleicht sechs Grundstücke.“

Andreas Meyer

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