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Im Vertrauen durch den Strafraum fliegen

Hansaviertel Im Vertrauen durch den Strafraum fliegen

Empor-Spieler René Gruszka und Vyron Papadopoulos bringen per „Kempa-Trick“ Torhüter zur Verzweiflung.

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Pass von links- nach rechtsaußen, am besten im Flug: Vyron Papadopoulos (li., 27) und René Gruszka (23) sind beim HC Empor Rostock ein perfekt eingespieltes Duo.

Quelle: Jens Barkhorn

Hansaviertel. Konter des HC Empor Rostock, ein langer Pass auf René Gruszka (23). Der setzt vor dem gegnerischen Tor zum Sprungwurf an — und passt noch einmal auf die andere Seite. Dort fliegt bereits Vyron Papadopoulos (27) durch den Strafraum, greift sich den Ball in der Luft und wirft ihn ins Tor. Wieder haben die beiden Außenspieler des HC Empor mit dem berühmten „Kempa-Trick“ zugeschlagen. Blindes Vertrauen und Übung, die Torhüter zur Verzweiflung bringen. Ein Fest für den Empor-Anhang.

Gruszka und Papadopoulos verzaubern mit ihrer Finte die 2. Handball-Bundesliga. Mehrmals pro Spiel erzielen sie so ihre Tore. „Wir verstehen uns fast blind“, sagt Gruszka über das perfekte Zusammenspiel mit seinem Mannschaftskollegen auf der anderen Spielfeldseite. Im Freundschaftsspiel gegen den Rekordmeister THW Kiel waren sie damit erfolgreich. In der vergangenen Saison gegen Nordhorn gelangen gleich fünf solcher Treffer. Wie viele sie insgesamt werfen, zählen sie nicht. Denn mit dem Spielzug wollen Papadopoulos und Gruszka vor allem die Zuschauer erfreuen. Schöner Handball ist die Philosophie ihres Trainers Rastislav Trtik. „Es hat etwas gedauert, bis dies bei uns gefestigt war“, sagt Gruszka. Seit der Rückrunde der letzten Saison aber gehört der „Kempa-Trick“

zum Programm von Empor, auch wenn die Mannschaft zurückliegt.

Dazu gehöre viel Vertrauen, sagt Linkshänder Gruszka: „Früher haben wir uns noch in die Augen geschaut, um zu sehen, ob der andere mitläuft.“ Jetzt ist es selbstverständlich, dass die beiden bei einem schnellen Angriff nach vorn eilen. Sie sind längst aufeinander eingespielt. „Ich fühle mich safe mit Laage, ich habe da ein gutes Gefühl“, sagt der Grieche Papadopoulos.

„Laage“ ist der Spitzname von René Gruszka, denn dort hat er einst mit dem Handballspielen angefangen. Der 23-Jährige ist seit sieben Jahren in Diensten des HC Empor. Und er wird auch noch eine Weile in Rostock bleiben, denn im Oktober beginnt „Laage“ sein BWL-Studium in der Hansestadt. Das Fernstudium Sportmanagement an der Hochschule Wismar hatte er abgebrochen.

Vyron Papadopoulos, genannt „Papa“, hat in seiner Heimat bereits ein Hochschulstudium abgeschlossen. „Ich bin Sportlehrer, aber hier in Deutschland bin ich Handballprofi“, so der 1,78 Meter große Linksaußen. Auch privat verbindet die Spieler vieles. Viel Zeit verbringen sie gemeinsam. „Da ist eine schöne Harmonie. Wir sitzen öfter zusammen, vor allem nach den Spielen“, sagt Gruszka, der aber auch Vaterpflichten hat. Im Juni ist seine Tochter Marla-Luisa zur Welt gekommen. Er schätze den menschlichen Zusammenhalt im Team. „Man ist nicht nur Mitspieler, man ist auch Freund“, erklärt Gruszka. Er blickt zu seinem Kempa-Trick-Partner und schmunzelt. „Papa ist unser Poker-König“, verrät Gruszka. Auf den langen Auswärtsfahrten werden immer die Karten gemischt. „In den Bussen gibt es große Tische, da spielen wir viel Poker“, sagt Papadopoulos.

Neben dem Handball genießt der 27-Jährige die Hansestadt: „Rostock ist eine schöne Stadt, vor allem mit Warnemünde.“ Das Handballspielen nehme aber die meiste Zeit in Anspruch. „Ich habe nur einmal in der Woche Freizeit“, so Papadopoulos. Sonst heißt es fliegen mit Gruszka.

 

 

Jens Barkhorn

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