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Rostock Infrastruktur-Chefs fahren auf alte Gleise ab
Mecklenburg Rostock Infrastruktur-Chefs fahren auf alte Gleise ab
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00:01 04.08.2017
Infrastrukturvorstand des Deutsche Bahn Gesamtkonzerns, Ronald Pofalla (re.), hat die Ausfahrt auf den alten Gleisen bei Bresewitz sichtlich genossen. Die Gleise seien in überraschend gutem Zustand. Quelle: Foto: Timo Richter
Zingst

Auf den Gleisen in Richtung der Meiningenbrücke bei Pruchten herrschte jetzt reger Verkehr. Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD), der Infrastrukturvorstand des Deutsche Bahn Gesamtkonzerns, Ronald Pofalla, sowie Verantwortliche der Usedomer Bäderbahn (UBB) haben während eines Treffens über die Weichenstellung für die Wiederinbetriebnahme der Darßbahn gesprochen. „Ich habe einen sehr guten Eindruck“, sagte Pofalla nach der Fahrt auf einem schienengängigen knallgelben Unimog.

Die positiven Zeichen für den Wiederaufbau der Darßbahn mehren sich, wenn auch Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) abwiegelt. In dem „still und heimlich“ anberaumten Vor-Ort-Treffen werde es keine Entscheidung geben. Vielmehr sollten während des Besuchs die Entscheidungsgrundlagen gelegt werden. Laut Pegel werde es im zweiten Halbjahr eine Entscheidung geben. Die hat dann auch Einfluss auf den Bestand der Bahnverbindung von Barth nach Velgast. Ohne die Darßbahn sieht Pegel für den Abschnitt keinen Fortbestand. Weiteres Problem: Die Darßbahn steht noch nicht im Bundesverkehrswegeplan. UBB-Chef Jörgen Boße begleitete das Treffen überaus positiv gestimmt. „Es gab auch zwei Alternativen für einen Besuch Pofallas. Die Meiningenbrücke wurde ausgesucht, das ist doch eine Aussage.“ Außerdem: Alle wollten doch die Darßbahn, „mit Ausnahme des Pruchtener Bürgermeisters wegen dessen Rosenhecke“, so Boße. Es hängt derzeit allein an der Finanzierung. Immerhin 40 bis sogar 60 Millionen Euro stehen im Raum. Dazu kommen die Kosten für den Betrieb der Strecke. Was die Usedomer Bäderbahn als 100-prozentige Bahntochter dazusteuern würde, sagte Boße nicht.

Mehr als positiv überrascht vom Zustand der Gleise von der Meiningenbrücke in Richtung Barth zeigte sich Ronald Pofalla. „Das sieht besser aus als auf einigen anderen Strecken.“ Auch die Meiningenbrücke entlockte dem DB-Infrastrukturchef Lob. Die 1910 in Betrieb genommene Brücke spielt derzeit aber keine große Rolle mehr. Favorisiert für die Anbindung der Halbinsel ans Schienennetz wird jetzt der Neubau einer kombinierten Brücke, die gleichzeitig das Passieren des Meiningenstroms von Autos und Zügen ermöglicht. Vorteil: Bahnübergänge beiderseits der Brücke würden verhindert.

Bei allen Beteiligten bestehe „die Bereitschaft, alles zu machen, was geht, alles Mögliche zu denken“, betonte Ronald Pofalla. Angesichts der besonderen Gegebenheiten in einem vergleichsweise dünn besiedelten Gebiet werde es auf jeden Fall eine Lösung geben, die außerhalb eines bekannten Rasters liegen werde, ergänzte Christian Pegel, also eine Art Sonderweg.

In Zingst und Prerow wird die Wiederinbetriebnahme der Darßbahn ersehnt. Allerdings will sich der Zingster Bürgermeister Andreas Kuhn (CDU) das örtliche Verkehrskonzept durch die Bahn nicht kaputt machen lassen. So wird eine Verlegung des Haltepunktes nahe des Experimentariums gefordert, um eine Querung der Bahn mit der vielbefahrenen Bahnhofstraße zu vermeiden. In dem Seeheilbad Zingst wird ein Verschwenken der Straße um den Haltepunkt herum favorisiert.

Timo Richter

OZ

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