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Rostock Strandresort für ein Jahr unter neuer Flagge
Mecklenburg Rostock Strandresort für ein Jahr unter neuer Flagge
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07:10 01.12.2018
Für ein Jahr ist sie die Chefin im Strandresort Markgrafenheide: Angela Brüggemann übernimmt die Elternvertretung als Hotel-Direktorin. Doch sie stellt klar: Sie ist vor allem ein Team-Player. Quelle: Johanna Hegermann
Markgrafenheide

Seit dem Sommer gehört Angela Brüggemann zum Team des Strandresorts in Markgrafenheide. Nun hat sie das Ruder übernommen und leitet das Hotel bis Ende Oktober 2019. Denn die Hoteldirektorin Anne Schlücker ist seit kurzem in Elternzeit. Sich schon nach kurzer Zeit an die Spitze des Teams zu setzen, sei kein Problem. „Ich wurde gleich akzeptiert und honoriert. Mein Ansporn ist jetzt, dem auch gerecht zu werden.“

Die Arbeit ist für die 57-Jährige nichts Neues. 14 Jahre hat sie für die Travel-Charme-Gruppe an verschiedenen Orten gearbeitet. Zuletzt war sie von 2013 bis 2017 Hoteldirektorin in Göhren. „Ich bin dann aus rein privaten Gründen nach Rostock gezogen.“ Ein Jahr nahm sie sich eine Pause, bevor sie wieder auf den Arbeitsmarkt zurückkehrte. Nun will sie in der Personalentwicklung arbeiten. „Ich finde das Thema spannend. Denn es ist maßgeblich entscheidend dafür, ob ein Hotel langfristig gut ist.“ Jedes Unternehmen, das dafür speziell eine Stelle schafft, sei für sie ein zeitgemäßer und guter Arbeitgeber.

Dass sie einmal in der Hotelbranche landet, war alles andere als geplant. „Ich habe die Chancen genutzt, die ich bekommen habe“, sagt Angela Brüggemann. Nach ihrem Studium in Berlin hatte sie sieben Jahre als Unterstufenlehrerin gearbeitet. Nach ihrem weiteren Abschluss als Diplom-Pädagogin ging sie dann in den klassischen Eventbereich. Hier ließ sie sich weiter ausbilden, arbeitete dann für das Exklusiv-Management der Puhdys und organisierte auch die Eröffnung des Brandenburger Tors mit. Schließlich ging sie in die Hotelbranche und ließ sich dafür erneut weiterbilden. „Jetzt würde ich gern all meine Erfahrungen in die Personalentwicklung stecken.“ Sie ist sich fast sicher, dass sie nun ihr Steckenpferd gefunden hat. „Aber man soll niemals ,nie’ sagen.“

Vom Angebot in Markgrafenheide ist sie begeistert. „Die Lage allein ist schon einmalig. Aber wir sind vor allem für Familien ein Highlight“, erzählt Brüggemann. Es gibt unter anderem einen Spielplatz, einen Streichelzoo, einen Wellness- und einen Erlebnisbereich. „Mein Enkelkind hat gesagt, es ist ein Paradies“, erzählt sie stolz. „Wir haben auch einen Indoor-Pool und bauen momentan einen Baby-Pool.“ Die Arbeiten sollen noch in diesem Jahr beendet werden. „Wir wollen in den kommenden Jahren nicht nur in Neues investieren, sondern uns darauf konzentrieren, die Qualität zu sichern.“

Die Branche sei im Wandel. So habe die Bedeutung von Bewertungsportalen immens zugenommen. „Vor sechs oder sieben Jahren war eine gute Bewertung von der Dehoga noch enorm wichtig, aber diese Klassifizierung ist nicht mehr vordergründig“, erklärt die Hotel-Chefin. Stattdessen würden mehr und mehr Urlauber den Empfehlungen der Bewertungsportale folgen. „Die Bewertungen dort sind schon sehr ehrlich und wir nehmen sie ernst.“ Wöchentlich würde man die Kommentare ehemaliger Besucher auswerten. Doch sie sagt klar: „Wir werden nie zu 100 Prozent alle Gäste gleichermaßen zufriedenstellen können.“

Während die „Hardware“ eines Hotels irgendwann feststehe, müsse daher dauerhaft an der „Software“ – also dem Personal – gearbeitet werden, ist sich die gebürtige Berlinerin sicher. „Die Ansprüche der Gäste verändern sich.“ Deswegen seien Aus- und Weiterbildungen ganz wichtig. „Vor zehn Jahren war W-Lan oder auch veganes Essen noch kein Thema, heute brauchen wir es.“ Generell möchte sie einen Schulungsplan für alle Mitarbeiter aufstellen. „Auch unsere aktuell 13 Azubis liegen mir am Herzen“, erzählt Angela Brüggemann. Selbst eine WhatsApp-Gruppe gebe es. „In meiner letzten Arbeitsstelle haben wir die Auszeichnung der IHK als bester Ausbildungsbetrieb bekommen. Das möchte ich auch hier erreichen.“ Der Fachkräftemangel spiele nur bedingt eine Rolle, auch wenn es mühsam sei, „Mitstreiter“ zu finden. „Wir haben momentan eine Luxussituation, weil wir gut aufgestellt sind.“ Bei rund 100 Mitarbeitern gebe es nur drei offene Stellen.

„In dieser Branche muss man ein guter Gastgeber sein“, erklärt die Interims-Chefin. „Und das wird hier gelebt.“ So erst könne sich ein „Wir-Gefühl“ entwickeln. Sich nächstes Jahr wieder in das Team einzufügen, sei für Angela Brüggemann gar kein Problem. „Chef sein, ist für mich nicht mehr wichtig. Ich will mich dann weiter um das Personal kümmern.“

Johanna Hegermann

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