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Investor stellt Bauideen vor – Gegner kündigen neue Demo an

Diedrichshagen Investor stellt Bauideen vor – Gegner kündigen neue Demo an

Der Streit um das Diedrichshäger Land geht in eine neue Runde.

Diedrichshagen. Die Diskussion um eine mögliche Bebauung des Landschaftsschutzgebietes Diedrichshäger Land geht weiter: Im Vorfeld der Bürgerschaftssitzung am Mittwoch, in der es abermals um die Änderung des Flächennutzungsplanes geht, hat gestern der Geschäftsführer der Ostsee-Golf-Resort-GmbH Jens Gienapp seine Ideen für die Bebauung des Geländes vorgestellt, Stephan Porst, Sprecher der Bürgerinitiative zum Erhalt des Landschaftsschutzgebietes Diedrichshäger Land, indessen kündigte für den 10. Mai, 15 Uhr, vor dem Rathaus eine weitere Demonstration an.

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Der Streit um das Diedrichshäger Land geht in eine neue Runde.

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„Es ist eigentlich zu früh, mit diesen Ideen an die Öffentlichkeit zu gehen“, sagte Gienapp gestern. „Wir haben uns aber angesichts der Proteste um die Zukunft des Landschaftsschutzgebiets dazu entschieden, volle Transparenz zu zeigen.“ Ziel der Ostsee-Golf-Resort sei es, „eine naturnahes Wohnen zu ermöglichen und ein attraktives Wohngebiet für jedermann zu schaffen“, so der Geschäftsführer. Man werde die Fläche zwischen dem Stolteraer Weg und der Solaranlage, „naturnahe belassen“, deswege gebe es dort vor allem begrünte Wege wie auf dem Lande“, sagte Gienapp. Lediglich zwei Straßen sollten für die Ent- und Versorgung des Wohngebietes breiter ausgebaut werden. „Wir werden auf soviel Asphalt verzichten, wie es nur möglich ist.“

Der Diedrichhäger Bach werde nach den jetzigen Planungen renaturiert, dabei soll ein kleiner See entstehen. Dies sei auch anderen Stellen der 35 Hektar großen Fläche geplant. „Am nördlichen Rand wird eine Kindertagesstätte und eine Tagespflege bebaut“, erläuterte Gienapp die Pläne, die schon seit einigen Jahren in seiner Schublade liegen. „Wir machen das nicht aus dem hohlen Bauch“, sagte er.

„Die Landschaft soll offen bleiben, deswegen werden wir Mauern nur begrünt und in bestimmten Höhen zulassen. „In diesem Wohngebiet wird man gut spazieren gehen können“, sagte Gienapp, dies sei jetzt nicht möglich.

Mit Blick auf die Bebauung erläuterte er, dass auch Mietwohnungsbau vorgesehen sei. Etwa 45 Mietwohnungen sollten in Fertigbauweise entstehen und in einen Erddamm integriert werden: „Durch die Fertigbauweise kann man später die Mieten niedrig halten“, ermöglichen wolle man zudem Reihenhäuser in Drei-Seiten-Ausführung. „Wir denken außerdem an zwei Kinderspielplätze und einen Ausflugspunkt“, fügte der Geschäftsführer hinzu. Die Vorstellung der Gesellschaft hat Gienapp auch den Fraktionen der Bürgerschaft zukommen lassen.

Sie hat aber auch Post von der Bürgerinitiative zum Erhalt des Landschaftsschutzgebietes bekommen. In ihrem Schreiben an die „lieben Mitglieder der Bürgerschaft“ argwöhnt die Bürgerinitiative „es scheint, als sollten Sie ausgenutzt werden für ein Spekulationsgeschäft“, weil die Stadtverwaltung und die Bürgerschaft dabei helfen sollen, aus dem Acker- und Grünland in Diedrichshagen Bauland zu machen, um damit Millionengewinne erzielen zu können.

Die Millionengewinne könne die Hansestadt selber machen, wenn sie für die geplante Bebauung ihr etwa 1,5 Kilometer von der Fläche des Investors entferntes, ostseenahes Grundstück selber entwickeln würde. Zu den Ideen der Ostsee-Golf-Resort GmbH sagte der Sprecher der Bürgerinitiative: „Ich habe erhebliche Zweifel der Umsetzung der Ideen Gienapps.“

Ihre Aktivitäten hat die Bürgerinitiative zwischen verstärkt. Im Stolteraer Weg, aber auch an der Kreuzung Richard-Wagner-Straße/Parkstraße wirbt sie auf Transparenten für ihr Anliegen. Bei einer Online-Petition habe man mehr als 30000 Unterstützer gefunden. „Auch die Unterschriftensammlung für das Bürgerbegehren läuft gut“, sagte Stephan Porst. Mehr als die Hälfte der nötigen 4000 Stimmen habe man bereits gesammelt. Diese Zahlen zeigten, dass die Rostocker ihre Landschafts- und Naturschutzgebiete erhalten wollen.

Michael Schißler

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