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Rostock Rostocks Kaufmänner sammeln 80 000 Euro
Mecklenburg Rostock Rostocks Kaufmänner sammeln 80 000 Euro
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23:42 12.10.2018
Die Gäste der Jahresköste wurden mit Sekt im Rathaus empfangen. Darunter: Manfred Hartig (v.l.) von der Neptun Werft mit dem ehemaligem Geschäftsführer der Schiffswerft, Manfred Müller-Fahrenholz, und Rektor der Universität Rostock, Wolfgang Schareck. Quelle: Pauline Rabe
Rostock

Für die Kaufmänner der Stadt Rostock ist es das gesellschaftliche Ereignis des Jahres: die Jahresköste. 120 Männer der Kaufmannschaft haben sich am Freitagabend getroffen, um über die wirtschaftliche Situation Rostocks zu sprechen, die Tradition zu wahren und um zu spenden. 80 000 Euro sind mithilfe der Rücklagen des Vereins an diesem Abend zusammengekommen. Erstmals wurde während einer Jahresköste für zwei Großprojekte gesammelt: 40 000 Euro für die Deutsche Seemannsmission Rostock und noch einmal 40 000 Euro für die Rostocker Seenotretter von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS).

Wie so viele Großereignisse, steht auch die Jahresköste ganz im Zeichen des 800. Stadtjubiläums. „Die Geschichte der Stadt Rostock ist immer eng mit dem Schicksal der Kaufmannschaft verbunden gewesen“, erklärt Tobias Schulze, der diesjährige Öllermann in seiner Begrüßung. Ging es den Kaufleuten gut, wuchs und entwickelte sich die Stadt. Die Unternehmer hätten so einen wichtigen Anteil daran, dass Rostock heute so attraktiv sei. „Meiner Meinung nach beruht die Jahresköste auf zwei großen Fundamenten: Zum einen Stolz des freien Unternehmertums auf den Erfolg und zum anderen Demut und Dankbarkeit“, sagt der Rostocker Rechtsanwalt. Mit dem wirtschaftlichen Erfolg müsse man auch eine gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. „Der Blick für den Menschen neben uns, für seine Sorgen und Nöte ist Teil der uns gegebenen Freiheit.“ Diese Tradition erachtet Schulze als etwas sehr Wichtiges. „Die Jahresköste spricht damit etwas an, was in unserer Gesellschaft manchmal ein bisschen verloren geht.“

Dem stimmt auch Tobias Blömer, Geschäftsführer der Rostocker Wurst- und Schinkenspezialitäten GmbH, zu. „Wir sind ein Teil der Stadt und müssen uns einbringen.“ Als erster Schenker schätzt er in seiner Rede vor allem die wirtschaftliche Situation Rostocks ein. „Wir stehen sehr gut da. Ich würde behaupten besser als in den vergangenen 50 Jahren“, sagt er bestimmt. Doch er übt auch Kritik. „Die Wohnungssituation wird immer knapper und kann das Wachstum negativ beeinträchtigen.“ Schließlich brauche man Mitarbeiter, und die benötigen Wohnraum im Umfeld – nicht nur Wohnungen, sondern auch Platz für Einfamilienhäuser. Ebenso bemängelt er die Situation der Kindertagesstätten. „Die Verfügbarkeit von Plätzen muss angepasst werden, um das Leben junger Familien hier gewährleisten zu können.“ Er ruft seine Kollegen zum Handeln auf. „Wir müssen mutiger denken und das Thema Regiopole vorantreiben. Hier muss die Wirtschaft mit vorangehen und nicht nur von der Politik fordern.“ Wirtschaft, Politik und Wissenschaft sollen seiner Meinung nach an einem Strang ziehen. „Wir brauchen Visionen in der Stadtplanung, um ein Leben und Arbeiten in der Stadt neu zu definieren.“

Joachim Gauck unterhielt sich vor der Veranstaltung mit Oberbürgermeister Roland Methling und dem diesjährigen Öllermann der Jahresköste Tobias Schulze. Quelle: Pauline Rabe

Ganz zum Schluss spricht auch der Gastredner: in diesem Jahr Joachim Gauck. Der ehemalige Bundespräsident hat bereits zum zweiten Mal vor der Rostocker Kaufmannschaft gesprochen. Schon vor zehn Jahren sprach er über den Pluralismus von Freiheit und Verantwortung. Nun durfte er sich beim Empfang im Rathaus wieder in das Ehrenbuch der Jahresköste eintragen. Wieder ging es in seiner Rede um Verantwortung. „Der Erfolg im Leben ist eines, der Bezug zur Gesellschaft das andere“, sagt Gauck. Nicht jeder hat das Glück, erfolgreich zu sein. Deshalb sollten Unternehmer etwas zurückgeben und andere Menschen aktivieren.

Während die Kaufmänner im Hotel Sonne unter sich tagen, findet das kulturelle Damenprogramm in diesem Jahr im Theater des Friedens statt. Diese Trennung habe schon eine ganz lange Tradition. „Wir sind ein reiner Herrenverein, ob das ewig so bleibt, muss in Zukunft entschieden werden“, sagt der Öllermann Tobias Schulze. „Dafür gedenken wir der Damen mit einer eigenen Rede – das hat auch nicht jeder.“

80 000 Euro Köstenspenden

Erstmalswurde während einer Jahresköste für zwei Großprojekte gesammelt:

40 000 Euro bekommt die Seemannsmission Rostock für die Anschaffung eines Busses. Die Seemannsmission leistet einen sozial-diakonischen Dienst, indem sie Seeleute aus aller Welt in der Hanse- und Universitätsstadt begrüßt. 2017 nahmen 600 Seeleute das Angebot von Fahrten in die Stadt zum Bummeln und Einkaufen wahr.

Weitere 40 000 Euro erhalten die Rostocker Seenotretter von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffsbrüchiger (DGzRS), die zuständig für den Such- und Rettungsdienst bei Seenotfällen ist. Mit dem Geld werden die Wartungsarbeiten an dem Seenotkreuzer „Vormann Jantzen“ ermöglicht, der derzeit in Bremen auf der Werft überholt wird.

Johanna Hegermann, Pauline Rabe

Zum Auftakt feierten am Freitagabend rund 1200 Besucher im Zelt am Stadthafen. Darunter viele Besucher aus Holland, Schweden und Dänemark. Fast alle warfen sich in bayerische Trachten.

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